Bisher erwies sich das Jahr 2018 für die Gemeinde als ein recht ruhiges Jahr. Doch hinter den Kulissen hat sich einiges getan. Im Sommergespräch mit dem SÜDKURIER spricht Torben Dorn von den Entwicklungen in der Gemeinde.

  • Nahversorgung: Ein bedeutendes Thema in der Gemeinde ist nach wie vor die Nahversorgung. Für Dauchingen gibt Bürgermeister Dorn ein gemischtes Urteil. „Wir haben in den letzten Jahren durchaus schmerzliche Verluste hinnehmen müssen“, sagt er. Er spricht hier von der Apotheke und dem Drogeriemarkt, die die Gemeinde verloren hat. In anderen Bereichen aber sieht es wesentlich besser aus, wie der Bürgermeister betont. So habe Dauchingen noch zwei Bäckereien, einen Metzger, einen Haus- und einen Zahnarzt sowie drei Kreditinstitute, von denen eine, die Spar- und Kreditbank, mit der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau fusionieren wird. Seitens der Volksbank wurde versichert, den Standort noch mindestens fünf Jahre zu halten. „Wir sind gut aufgestellt“, lautet das Fazit des Bürgermeisters.
  • Förderung vom Land: Nichtsdestotrotz gibt es Bemühungen, die Nahversorgung weiter zu stärken. Es sei deshalb das Ansinnen gewesen, in das Landessanierungsprogramm aufgenommen zu werden, was nun nach drei Anläufen gelungen ist. Ziel sei es, eine „klassische Ortsmitte“ zu schaffen, um beispielsweise den Handel anzulocken. „Momentan läuft die vorbereitende Untersuchung“, erklärt Torben Dorn. Die Grundstückseigentümer in dem Sanierungsgebiet seien angeschrieben worden und werden abgefragt, inwiefern sie Sanierungsbedarf haben oder ein Gespräch wünschen. „Man muss abwarten, bis die Bögen zurück und ausgewertet sind“, sagt Bürgermeister Dorn. Dies solle noch 2018 geschehen.
  • Flüchtlingsarbeit: Auch im Bereich Flüchtlinge und Integration profitiert die Gemeinde Dauchingen in 2018 von einem Programm des Landes. Bislang wurden Flüchtlinge ehrenamtlich vom Asylkreis betreut, erklärt Bürgermeister Dorn. „Die Zahlen sind aber in den vergangenen Monaten angestiegen.“ Derzeit leben 28 Flüchtlinge in Dauchingen, erklärt der Bürgermeister. „Und für den September sind weitere angekündigt.“ Deshalb könne die Arbeit nicht mehr nur vom Ehrenamt gestemmt werden. Aus Mitteln des Landes wurde nun die Stelle eines Integrationsbeauftragten geschaffen, der zum 1. Oktober mit der Arbeit in Dauchingen beginnen soll. Er soll als Schnittstelle und Ansprechpartner fungieren.
  • Straßensanierung: Einen zeitlichen Rückschlag musste die Gemeinde im Bereich Straßensanierung einstecken. Auf die Ausschreibung des Straßensanierungsprogramms gab es nur ein Angebot, das die berechneten Kosten um das doppelte überstieg. „Die Baukonjunktur spielt verrückt“, sagt Torben Dorn. „Das hat schon was mit Glücksspiel zu tun.“ Am Ende habe sich aber der Entschluss, die Ausschreibung zurückzuziehen und neu auszuschreiben, als richtig erwiesen, meint der Bürgermeister. Denn diese habe gleich fünf Angebote gebracht, die wesentlich näher an der Kostenberechnung seien.
  • Tempo 30: Ein Beispiel für direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung steht nach den Sommerferien am Sonntag, 9. September, an. Dann haben die Bürger Dauchingens die Gelegenheit, über ein generelles Tempo 30 in der Gemeinde abzustimmen. „Ich erhoffe mir von dem Bürgerentscheid eine sehr hohe Wahlbeteiligung“, sagt Bürgermeister Dorn. Vor allem aber erhoffe er sich einen Schlussstrich unter das Thema, das bereits seit Jahrzehnten diskutiert werde, zu ziehen. Der Gemeinderat sei dann in der „charmanten Situation“ sich nicht mehr damit beschäftigen zu müssen, sagt er. „Für mich ist es dann entschieden. Ich stelle mich der Diskussion nicht mehr.“
  • Wohnungsbau: Bedeutend für eine Gemeinde ist die Bereitstellung von Arealen, in denen Wohnbau möglich ist. In Dauchingen steht hier das Wohnbaugebiet „Auf der Lehr“ in den Startlöchern. Es liegen bereits Angebote von Erschließungsträgern vor, die geprüft werden, sagt Bürgermeister Dorn. 2019 soll dann die Erschließung, im dritten Quartal die Vermarktung beginnen. Geplant seien 23 Bauplätze, inklusive zwei für Geschosswohnungsbau. „Das Thema bezahlbarer Wohnraum werden wir auf jeden Fall dort mit einspeisen“, versichert der Bürgermeister.
  • Kindergarten: Eine größere Investition gab es in den vergangenen Monaten beim Garten des Kindergartens. 65 000 Euro seien für ein neues Pavillon, eine Bobbycar-Runde, eine neue Schaukel und weitere Spielgeräte investiert worden, berichtet der Bürgermeister. Die Gemeinde habe sich an dem Projekt mit 25 000 Euro beteiligt. Die übrige Summe sei vom Kindergarten, den Eltern und Spendern gekommen.
  • Bürgermeisterwahl: 2019 endet die derzeit laufende Amtszeit von Bürgermeister Dorn und die Entscheidung, ob er sich zur Wiederwahl stellt, ist bereits gefallen: „Ich werde mich auf jeden Fall wieder zur Wahl stellen.“ Er freue sich darauf, angelaufene Projekte, wie das Landessanierungsprogramm, weiter zu begleiten.