Dauchingen – Eigentlich sind die Wünsche der Schülerinnen und Schüler der Dauchinger Grundschule simpel – sie wollen so oft wie möglich raus aus dem Klassenzimmer, rein in die frische Luft und den Unterricht einfach mal nach draußen verlegen können. Dass dies keine ungewöhnlichen Wünsche der Dauchinger Pennäler sind, zeigt das ehemals als Outdoor-Klassenzimmer genutzte Rund, das sie bereits im Grünbereich ihres Schulhofes haben.

Dort stehen nämlich noch die Überreste eines solchen Frischluftklassenzimmers, allerdings hat dieses Betonrund mittlerweile sein Verfallsdatum überschritten und birgt eher Unfallgefahren als Lernerfolge. Jetzt will Schulleiterin Ulla Böhm nicht nur die unschönen und eher zu Stolperfallen verkommenen Rasenpflastersteine neu verlegen lassen, es sollen auch große, feste und zudem wetterbeständige Tische und Bänke installiert werden und ein großes buntes Sonnensegel soll im Sommer Schatten bieten und auch den einen oder anderen Regentropfen abhalten. Platz bietet das Outdoor-Klassenzimmer dann für etwa 20 bis 25 Schüler und der Lernerfolg kann jetzt schon garantiert werden, weiß die Schulleiterin.

Die Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule sind begeistert und unterstützen sie in ihrem Vorhaben. Etwa 20 000 bis 30 000 Euro soll das Klassenzimmer kosten, wobei diese Summe auf einer ersten Schätzung beruht. „Wenn wir aus dem Schulwettbewerb als eine der gut platzierten Schulen hervorgehen, dann wäre das sicher eine große Hilfe auf dem Weg zum Unterricht im Freien“, hofft Ulla Böhm auf ein gutes Abschneiden. Gemeinsam mit den Schülern und den Lehrkräften hat man einen „Wir wollen“-Katalog definiert, der den Lesern des SÜDKURIER und der Jury die Wünsche der Schulgemeinschaft näher bringen soll. Darin heißt es: "Wir wollen lebensnahe Schulbildung in Theorie und Praxis vermitteln. Wir wollen, dass gerade auch lernschwache Schüler, die unter Konzentrationsschwäche leiden, durch dieses neue Lernumfeld gestärkt werden. Wir wollen alle Sinne unserer Schüler aktivieren. Wir wollen, dass unsere Schüler bei Team- und Projektarbeiten einen zusätzlichen Platz finden, um ungestört und gezielt an ihren Themen arbeiten zu können. Und wir wollen für unsere Ganztagsbetreuung am Nachmittag, für Hausaufgaben und gemeinsame Spielangebote einen dringend benötigten zusätzlichen Platz zur Verfügung haben."

Um das Vorhaben auf ihre Art zu unterstützen, haben die Schüler der Klasse 3 zusätzlich gedichtet. Auf drei aneinander gereihten Schildern ist zu lesen: „Wir wollen nicht im Regen sitzen und auch nicht in der Sonne schwitzen! Gelernt wird im Schulhaus und das schon immer – jetzt wollen wir ein Freiluftklassenzimmer“. Und ab sofort werden an der Astrid-Lindgren-Schule in Dauchingen alle Daumen gedrückt.

 

Die Schule

Das pädagogische Konzept der Astrid-Lindgren-Schule orientiert sich an dem Satz: „Für eine gemeinsame Zukunft miteinander leben und lernen und füreinander da sein.“ Das pädagogische Konzept der Dauchinger Schule ist seit Oktober 2014 auch im individuellen Schulcurriculum verankert: „Förderung und Stärkung des sozialen Verhaltens“. Der Schulname soll das Profil hervorheben, die Arbeit spüren und die Prägung fühlen lassen. Eine Erziehung zu Toleranz, Fairness, Verständnis und Verantwortung müsse immer das Ziel sein, denn wie sagt Namensgeberin Astrid Lindgren: „Kinder sollen mit viel Liebe aufwachsen, aber sie brauchen auch Normen.“