Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum ist oft ein Problem. Gerade Fachärzte sind Mangelware und die, die in einer zumutbaren Entfernung praktizieren, haben oft volle Terminkalender. Wie schön wäre es deshalb, wenn der Augenarzt in den eigenen Ort kommt. In Dauchingen ist das am Dienstag, 11. September, der Fall. Von 10 Uhr bis 15.30 Uhr macht der Augenbus an diesem Tag im Bürgerzentrum Farrenstall Station. Dort können sich Menschen mit einer schweren Sehbehinderung sowie erblindete Menschen augenärztlich untersuchen und beraten lassen.

  • Betreuung durch Fachleute: Der Augenbus ist ein gemeinsames Projekt der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, der Blinden- und Sehbehindertenstiftung Südbaden, des Augennetzes Südbaden und des Blindenheims Freiburg. Seit 2016 fährt er Städte und Gemeinden in Südbaden an und ermöglicht so eine nahe augenärztliche Untersuchung sowie Sehhilfen- und Sozialberatung. Diese erfolgen durch kompetente Fachleute, erklärt Beate Kecac, Koordinatorin beim Augennetz Südbaden, auf Nachfrage. Zu dem Team gehören ein Augenarzt, eine Krankenschwester, ein Vertreter der katholischen Hochschule Freiburg, die das Projekt wissenschaftlich begleitet, sowie Mitarbeiter der Blinden- und Sehbehindertenstiftung.
  • Nahe ärztliche Versorgung: Ein Blick auf die vergangenen Termine zeigt, dass der Augen-Bus in den unterschiedlichsten Städten und Gemeinden, von St. Georgen mit rund 13 000 Einwohnern, bis Dauchingen mit rund 3600 Einwohnern. Es sind also nicht immer nur die kleinen Gemeinden, in denen der mobile Augenarzt halt gemacht hat. "Die Kriterien sind unterschiedlich", erklärt Beate Kecac. Zum einen haben die Gemeinden aktiv nachgefragt, zum anderen sei geprüft worden, wo die Erreichbarkeit von Augenärzten und Beratungseinrichtungen wenig gegeben ist. "Wir könnten nicht nach Offenburg oder nach Villingen-Schwenningen gehen" sagt sie. Das ergebe keinen Sinn.
    Bild: Archiv
  • Zukunft nach 2018: Ob es das Angebot des Augenbusses auch nach 2018 geben wird, ist derzeit noch nicht sicher. Denn die Förderung durch das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg läuft zum Ende des Jahres aus. Dann werden die Ergebnisse des zweijährigen Projekts ausgewertet, erklärt Beate Kecac. Ein Weiterbestehen des mobilen Angebots über den geförderten Zeitraum hinaus schließe sie auf jeden Fall nicht aus.
  • Termin machen: Um das Angebot des Augenbusses in Anspruch nehmen zu können, ist eine Terminabsprache erforderlich. Dies ist montags, mittwochs und freitags von 9 Uhr bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 Uhr bis 16 Uhr unter 0761/211 199 833 möglich. Die Untersuchungs- oder Beratungstermine können entweder selbst oder über den Hausarzt vereinbart werden.