Den Weg geebnet für eine Fusion mit der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau haben die Mitglieder der Spar- und Kreditbank Dauchingen. Mit knapp 83 Prozent stimmten sie bei der Mitgliederversammlung einer Verschmelzung des Bankinstituts mit Sitz in Villingen-Schwenningen zu. Kommende Woche müssen noch die Vertreter bei der Vertreterversammlung der Volksbank über die Fusion abstimmen.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Roland Bertsche zu den 185 anwesenden von insgesamt 730 Mitgliedern in der Dauchinger Festhalle. Der Schritt sei unabdingbar, um die Bank davor zu bewahren, in Schieflage zu geraten. Wie Vorstandsmitglied Lothar Birk sagte, habe die Spar- und Kreditbank mit der positiven Entwicklung der Wirtschaft nicht Schritt halten können. Sowohl im Kreditgeschäft als auch bei den Kundeneinlagen seien deutliche Rückgänge zu verzeichnen gewesen.

Aufgrund abnehmender Risikotragfähigkeit und eingeschränkter Kreditvergabemöglichkeiten mussten einige Kreditanfragen abgelehnt beziehungsweise an Kooperationspartner abgegeben werden. Für die kommenden Jahre sei der Trend ähnlich negativ. Wie Vorstandsmitglied Frank Kohler ausführte, sei ein Bilanzgewinn 2017 von 74 000 Euro ausschließlich durch eine Sonderzahlung in Höhe von 100 000 Euro zustande gekommen, die aufgrund einer Sonderprüfung des baden-württembergischen Genossenschaftsbandes stattfand, bei der mögliche Regressansprüche des ehemaligen Vorstandsmitglied Bernd Wachendorfer bewertet und von der Bankversicherung als Zahlung geleistet wurden. "Ohne diese Sonderzahlung hätten wir mit einem Minus von rund 30 000 Euro abgeschlossen", so Kohler. Durch den Bilanzgewinn kann die Spar- und Kreditbank eine Dividende für ihre Mitgliederanteile in Höhe von 2,5 Prozent ausschütten.

Lothar Birk bedankte sich in persönlichen Worten für das Vertrauen, das die Mitglieder und Kunden in der 138-jährigen Geschichte der Spar- und Kreditbank entgegenbrachten. "Sie haben uns viele Jahre das Vertrauen gegeben, dass die Spar- und Kreditbank Dauchingen es aus eigener Kraft schafft. Aber es geht so nicht weiter." Birkle machte auch deutlich, welche Folgen eine Nichtzustimmung der Mitglieder zur Fusion hätte. Nämlich eine deutlich eingeschränkte Handlungsfähigkeit, weitere Einschränkungen bei der Kreditvergabe, Abbau von Mitarbeitern und letztlich Eintreten des Sanierungsfalls.

Nachdem die Vorstandsmitglieder die Notwendigkeit und den Ablauf der Fusion sowie die wichtigsten Details des Verschmelzungsvertrags ausführlich erläutert hatten, darunter auch die wichtigsten Fragen, was sich für die Kunden ändert, stimmten die Mitglieder in geheimer Abstimmung ab. Am Ende entschieden sich 83 Prozent für den Zusammenschluss mit der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau rückwirkend zum 1. Januar 2018.

Die wichtigsten Fragen zur Bankenfusion:

Bleibt der Standort in Dauchingen bestehen?

Für die nächsten fünf Jahre "und darüber hinaus" sollen der Standort Dauchingen erhalten und die Beratungs- und Serviceleistungen am Standort ausgebaut werden. Ziel seitens der Volksbank sei es, von den drei Filialen verschiedener Geldinstitute in Dauchingen "die größte und stärkste zu werden", wie Ralf Schmitt ankündigte, Vorstandsmitglied der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau. Bereits heute habe die Spar-und Kreditbank in Dauchingen 60 Prozent Marktanteil.

Was ändert sich für die Dauchinger Kunden?

Alle Mitglieder der Spar- und Kreditbank Dauchingen werden mit ihren Geschäftsanteilen Mitglied bei der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau. Bei etwa 170 der insgesamt 2000 Kunden ändert sich die Kontonummer. Die Bankleitzahl und damit die IBAN ändert sich für alle Kunden. Lastschriftmandate bleiben weiterhin gültig. Bestehende Verträge bestehen unverändert weiter. EC- und Kreditkarten bleiben vorerst gültig. Ein Austausch ist zum Jahresende geplant.

Werden die Mitarbeiter übernommen?

Alle neun Mitarbeiter werden übernommen. Der bisherige Vorstand der SKB, Frank Kohler, wird Prokurist. Vorstandsmitglied Lothar Birk hat eine Sonderregelung. Er wird Ende des Jahres in Altersteilzeit wechseln.

Wie geht es weiter?

Am kommenden Mittwoch, 20. Juni, stimmen die Vertreter der Volksbank Schwarzwald-Baar-Hegau bei ihrer Vertreterversammlung ab. Die technische Fusion ist dann für den 13. Oktober geplant.

Was passiert, wenn die Vertreterversammlung der Fusion nicht zustimmt?

Dann besteht für die Spar- und Kreditbank die Möglichkeit, mit anderen Banken zu verhandeln.

Wie werden die Belange der Bankkunden in Dauchingen künftig innerhalb der Volksbank vertreten?

Die Volksbank hat ein genossenschaftliches Geschäftsmodell. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Für Dauchingen mit 730 Mitgliedern werden somit sieben Vertreter in der Vertreterversammlung sitzen. (spr)