Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Deutschen Straßen sind generell ein heiß diskutiertes Thema. In Dauchingen hat nun der Gemeinderat den Weg dafür frei gemacht, die Bürger über die Einführung von Tempo-30-Zonen auf den Ortsstraßen entscheiden zu lassen. Ein Bürgerentscheid soll zu einem Abschluss dieses in der Gemeinde oft diskutierten Themas führen. Der Vorstoß dazu kam aus den Reihen des Gremiums selbst. Zehn der zwölf Gemeinderäte beantragten, einen Bürgerentscheid über die Beantragung von Tempo-30-Zonen auf alles Ortsstraßen auf den Weg gebracht. Ausgenommen werden sollen sogenannte klassifizierte Straßen, also solche, die einem überörtlichen Straßenverkehr dienen, erklärte Hauptamtsleiter Andreas Krebs. Nach Rücksprache mit dem Straßenverkehrsamt sollen aber auch Gewerbegebiete ausgenommen werden. Denn in Tempo- 30-Zonen gelte grundsätzlich die Vorfahrtsregel rechts vor links, sagte Krebs. Dies sollte den Lasterfahrern nicht zugemutet werden.

Zu den Gemeinderäten, die sich für den Bürgerentscheid ausgesprochen haben, gehört Günther Haffa von den Unabhängigen Bürgern. „Das Tempo 30 hat uns schon häufig beschäftigt“, sagte er. Damit, dass man die Entscheidung in die Hände der Dauchinger lege, hoffe man, einen Abschluss zu finden. „Ich hoffe, dass die Gemeinde das registriert und sich entsprechend beteiligt“, sagte er. Gemeinderat Meinrad Gönner von den Freien Wählern gehörte ebenfalls zu den Unterstützern des Antrags. „Ich glaube, es ist ein guter Schritt, dies den Bürger entscheiden zu lassen“, sagte er. Damit könne eine langfristige Lösung erreicht werden.

Als einziger Volksvertreter argumentierte Gemeinderat Mathias Schleicher von der CDU gegen einen Bürgerentscheid und gegen die Einrichtung von Tempo- 30-Zonen. „Es ist nicht richtig, dass es nicht zu einer Entscheidung kam“, sagte er. Der Gemeinderat habe sich in der Vergangenheit wiederholt dagegen ausgesprochen, „und das ist auch gut so“. Man lebe hierzulande in einer parlamentarischen Demokratie und damit sei man in Dauchingen bisher gut gefahren. Er werde das Ergebnis aber akzeptieren und hoffe, dass es nicht wie bei dem Bahnprojekt Stuttgart 21 läuft, bei dem es zwar eine Volksabstimmung gegeben hat, der Streit aber hinterher dennoch weiterging.

Am Ende votierte eine Mehrheit des Gemeinderats für den Bürgerentscheid. CDU-Gemeinderätin Nicole Schill gehörte zwar nicht zu den Unterzeichnern des ausschlaggebenden Antrags, stimmte ab dennoch zu. Nur Gemeinderat Schleicher stimmte gegen den Antrag. Der Bürgerentscheid wird demnach stattfinden. Als Termin wurde Sonntag, 9. September, der Tag direkt nach dem offiziellen Ende der Sommerferien festgelegt. Ein anderer Termin sei mit Blick auf den vollen Terminkalender nicht möglich, erklärte Bürgermeister Dorn. Bürger, denen es nicht möglich ist, an diesem Tag zur Wahl zu gehen, haben aber die Möglichkeit der Briefwahl.

Sollten sich die Dauchinger Bürger bei dieser Wahl für Tempo 30 auf den Ortsstraßen entscheiden, wird die Verwaltung dies bei der Straßenverkehrsbehörde beantragen. In den Gemeindewahlausschuss gewählt wurden die Gemeinderäte Sandra Fischer und Meinrad Gönner von den Freien Wählern, Ursula Heiser von der CDU und Marion Hock von den Unabhängigen Bürgern.