Mit bis zu 110 Grad heißem Wasser und unter Hochdruck reinigt Landschaftsgärtner Tobias Limberger mit seinem Team derzeit Einkaufswägen bei Einzelhandelsgeschäften der Region. Der Geschäftsführer eines Landschaftspflegeunternehmens in Donaueschingen, der sein Heißwasserhochdrucksystem bislang vorwiegend zur Unkrautvernichtung nutzte, hat sich zur Virenbelastung von Alltagsgegenständen Gedanken gemacht.

Er entwickelte ein System, mit dem er Einkaufswägen, Handläufe oder auch Parkbänke ohne Seife oder Desinfektionsmittel reinigen kann. Mit einer Heißwasserdruckpistole bewaffnet strahlt er mit seinem vierköpfigen Team zurzeit alle zwei Tage unter anderem Einkaufswägen in Brigachtal und Löffingen ab.

Das verwendete Hochdrucksystem wurde ursprünglich zur umweltfreundlichen Unkrautbekämpfung durch Heißwasser entwickelt. Das System erhitzt das Wasser und setzt es gleichzeitig unter Druck. Normalerweise kann Wasser unter einem Druck von einem bar bis maximal 98 Grad Celsius erhitzt werden bevor es zu Gas wird.

Da Limberger mit seinem Spezialsystem das Wasser jedoch mit einem sehr viel höheren Druck versprühen kann, ist es möglich, Temperaturen von bis zu 110 Grad Celius zu erreichen. Da Viren und Bakterien bereits ab einer Temperatur von rund 80 Grad Celsius getötet werden, bietet sich dieses System ohne giftige Zusätze an, um Stadtmobiliar und Alltagsgegenstände, die ständig mit vielen Menschen in Kontakt kommen, umweltverträglich zu reinigen.

Limberger, der das Gerät bereits seit vier Jahren zum klassischen Zwecke der Unkrautvernichtung bei seinen Kunden einsetzt, entwickelte es nun kurzerhand weiter, sodass es auch mobil einsetzbar ist. „Wir bieten unseren Reinigungsservice momentan lediglich zum Selbstkostenpreis an, um so die allgemeine Virenbelastung in der Region zu minimieren und einen sinnvollen Beitrag zu leisten,“ so der 36-Jährige. „Das Einatmen des Sprühnebels ist vollkommen ungefährlich.“