Die Digitalisierung der Schulen ist in aller Munde. Nach dem Motto „Der Weg in ein neues Zeitalter“ ist auch die Brigachtaler Grundschule seit Monaten damit beschäftigt, eine entsprechende Bildungsinfrastruktur für die 184 Schüler in vier Klassen aufzubauen. Rektorin Ulrike Lehmann und Fachlehrer Samuel Weber erläuterten im Gemeinderat nun das Projekt.

Förderprogramm 2019 gestartet

So soll das Projekt „Digitalpakt Schule“, gefördert durch Bund und Länder, die Digitalisierung an Schulen stärken und so die Grundlagen zum Erwerb von digitalen Kompetenzen an Schulen nachhaltig verbessern. Das entsprechende Förderprogramm ist 2019 gestartet und soll bis 2024 laufen. Die Anforderungen sind, dass in allen Klassenzimmern der Grundschule mediale Ausstattung zur Verfügung stehen muss, mit der der durch den Bildungsplan vorgegebene Qualitätsbereich „Lernen und Leben mit Medien“ adäquat vermittelt werden kann.

Gemeinsam Konzept entwickelt

Zunächst wurde für die Grundschule Brigachtal ein technisch-pädagogisches Konzept, der sogenannte Medienentwicklungsplan (MEP), erarbeitet. Dieser Plan ist Voraussetzung für die Bewilligung der Mittel und wurde in Zusammenarbeit von Schule, Verwaltung und Kreismedienzentrum des Schwarzwald-Baar-Kreises konzipiert. Unterstützung bekommen Verwaltung und Schule durch die Firma Corvus aus Seitingen-Oberflacht, die bereits Erfahrung in der Umsetzung habe, wie Lehmann ausführte.

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Zusätzlich zum Förderprogramm „Digitalpakt„ wurde im Juli 2020 mit einem Sofortausstattungsprogramm gestartet. Dabei sollen mobile Endgeräte leihweise an Schüler ausgegeben werden, falls diese zu Hause nicht auf entsprechende Geräte zurückgreifen können. Da den Schulträgern empfohlen wurde, die Geräte zeitnah zu beschaffen, wurde in einer Eilentscheidung des Bürgermeisters festgelegt, dass für die Brigachtaler Schule 30 iPads samt Zubehör beschafft werden sollten. Denn während der Schulschließungen im Frühjahr sei deutlich geworden, dass ein erfolgreicher Unterricht von zu Hause aus oft an der mangelhaften Ausstattung und dem fehlenden Wissen scheiterte, erklärte Lehmann. „Wir wollen diesmal auf jeden Fall besser gerüstet sein, falls es nochmals zu einer Schulschließung kommen sollte“, so die Rektorin.

Aufgabe für Lehrer Weber?

Um die Technik an den Schulen sollen sich zukünftig Systemadministratoren kümmern. Wie dies an kleinen Schulen aussieht, blieb offen. „Möglicherweise werde ich mich um die EDV kümmern müssen“, merkte Lehrer Weber an. Für den MEP, der erstmalig im Jahr 2018 als Entwurf von der damaligen Schulleitung erarbeitet wurde, wurde bereits 2019 Geld in den Haushalt eingestellt. Als Ausgaben wurden seinerzeit 50 000 Euro und als Zuschusseinnahmen 40 000 veranschlagt. Im Jahr 2019 wurden die Verkabelung und die Voraussetzungen für das WLAN geschaffen.

Für alle neun Klassenzimmer

Die aus dem Digitalpakt zugesagte Fördersumme für die Schule Brigachtal beträgt 51 800 Euro. Der Eigenanteil des Schulträgers beträgt 20 Prozent. Der MEP wurde inzwischen modifiziert und überarbeitet. Die Kosten für die Umsetzung betragen laut aktueller Kostenermittlung fast 74 000 Euro. Mit dieser Summe sollen alle neun Klassenzimmer mit der nötigen EDV ausgestattet werden. Bisher war der Eigenanteil der Gemeinde mit 10 000 veranschlagt. Durch die jetzt konkretisierten Maßnahmen steigt der Eigenanteil der Gemeinde auf zirka 22 200 Euro, wie Rechnungsamtsleiter Harald Maute vorrechnete.

Räte fürchten Folgekosten

Den Kosten für die Umsetzung des MEP gemäß dem Digitalpakt in Höhe von 74 000 Euro und damit 12 200 Euro Mehrausgaben stimmten die Räte abschließend einstimmig zu. Allerdings befürchten einige der Räte in diesem Zusammenhang immense Folgekosten.

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