„Total überrascht“ sind sie, die Brigachtaler, und mehrheitlich „voll dagegen“. Dass im Weißwald ein Truppenübungsplatz geplant ist, hatten sie gestern erstmals aus dem SÜDKURIER erfahren und zeigen durchweg kein Verständnis für die Planungen seitens der Bundeswehr. Wir haben einige Bürger bei ihrem Einkauf in der Ortsmitte befragt.

Werner Käfer aus Klengen.
Werner Käfer aus Klengen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

„Da halte ich gar nix davon“, sagt Werner Käfer aus dem Ortsteil Klengen. Seiner Meinung nach sei das in Frage kommende Gebiet dafür ohnehin viel zu klein.

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Ähnlich äußert sich auch Hans Peter Butz: „Das ist ja der Wahnsinn, das geht gar nicht!“, ereifert er sich. Er war seinerzeit selbst bei der Bundeswehr und weiß aus eigener Erfahrung, was auf so einem Truppenübungsplatz los ist. Die Panzer würden eine „riesige Sauerei“ machen, so der besorgte Bürger. Man solle bereits bestehende Anlagen einfach besser auslasten, so seine Ansicht.

Roland Kaiser aus Tannheim.
Roland Kaiser aus Tannheim. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Auch Roland Kaiser aus Tannheim ist dagegen: „Auf dem Heuberg ist tote Hose, dort hat man jetzt Flüchtlinge in den Kasernengebäuden untergebracht, und jetzt so etwas hier, um Himmels Willen, was soll das?“ Er mutmaßt sogar, dass die Bundeswehr jetzt aufgrund des Drängens von US-Präsident Donald Trump hier mit Gewalt mehr Geld ausgeben will. „Dabei haben wir doch in Wirklichkeit gar keine kriegerischen Gegner mehr, wie noch zu Zeiten des kalten Krieges. Und der einzige Gewinner einer solchen Anlage wäre möglicherweise auch nur das Fürstenhaus, dem in diesem Gebiet heute noch einige Wälder gehören.“

Winfried Gudermuth aus Klengen.
Winfried Gudermuth aus Klengen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Der Klengener Winfried Gudermuth ist ebenfalls voll dagegen: „Das ist völliger Unsinn, die sollen erst einmal die vorhandenen Flächen auf der Alb nutzen, so etwas brauchen wir hier gar nicht“, betont er.

Elmar Machnikowski aus Überauchen.
Elmar Machnikowski aus Überauchen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Elmar Machnikowski wohnt in Überauchen und fürchtet angesichts der Bundeswehr-Pläne um den Wald als Naherholungsgebiet: „Ich bin froh, dass wir vor Jahren das ehemalige Munitionsdepot losgeworden sind und da will ich auf keinen Fall, dass dort nun wieder geschossen wird.“

Pia Klatt aus Überauchen.
Pia Klatt aus Überauchen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Pia Klatt wohnt ebenfalls in Überauchen. Sie war total überrascht und will sich erst einmal eine fundierte Meinung bilden: „Wir wissen ja noch gar nichts, zuerst müssen mal alle Fakten und konkreten Planungen auf den Tisch, bevor ich das beurteilen kann.“ Vorstellen könne und wolle sie sich das nicht wirklich, aber sie wolle auch nicht gleich immer gegen alles sein. „Wir brauchen ja eine Bundeswehr und irgendwo müssen die ja auch üben“, sagt sie. Dabei versteht aber auch sie nicht, wie viele andere, warum man dann vor Jahren den großen Truppenübungsplatz in Immendingen dichtgemacht hat, um hier jetzt für teures Geld alles neu aufzuziehen.

 

Einzig Susanne Rasano aus Villingen spricht sich in der Angelegenheit noch neutraler aus: „Ich hätte damit kein Problem“, erklärt sie.

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