„Die gute Nachricht hat uns erreicht, dass Bund und Länder die Städte und Kommunen in Baden-Württemberg mit 1,8 Milliarden Euro unterstützen“, so Rechnungsamtsleiter Harald Maute in der Brigachtaler Gemeinderatssitzung. Liquiditätsmittel in Form der gezahlten Schlüsselzuweisungen müssten nicht zurückgezahlt werden, Gewerbeausfälle würden mit Zuschüssen kompensiert. „Lediglich die fehlenden Einkommenssteueranteile in Höhe von 400 000 Euro werden nicht ausgeglichen. Die werden uns dieses Jahr fehlen“, so Maute. Wie das Jahr 2020 weitergehen wird, dazu äußerte sich Maute vorsichtig: „Die Gewerbesteuererträge sind Anfang April deutlich nach unten gegangen, haben sich aber bislang auf dem Niveau halten“, sagt Maute. Beim Eigenbetrieb Glasfasernetz seien die 600 Anschlüsse, die den Eigenbetrieb die Gewinnzone bringen würde, nahezu erreicht.

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  • Beruhigter Bürgermeister: Bürgermeister Michael Schmitt zeigte sich beruhigter angesichts dieser Ankündigungen: „Das Land und der Bund haben tolle Zahlen in Aussicht gestellt und ein deutliches Signal gegeben, dass die Kommunen Unterstützung bekommen.“ Als Fazit kann Brigachtal jetzt beruhigter auf 2020 blicken, die Liquidität ist derzeit gesichert und die Gewerbesteuer ist bis dato nicht stärker eingebrochen. Die am 26. Mai beschlossene Haushaltssperre in Höhe von 580 000 Euro bleibe bestehen. „Bei uns scheint es einigermaßen erträglich abzulaufen, und hier gilt mein Dank unseren örtlichen Gewerbebetrieben“, so Schmitt.
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  • Erfolgreiches Jahr 2018: Welchen Stellenwert das Gewerbe für die Gemeinde hat, zeigte das überaus erfolgreiche Jahr 2018. Die Gewerbesteuereinnahmen mit rund 950 000 Euro Mehreinnahmen spülte ein sattes Plus in die Gemeindekasse, was aus dem Jahresabschluss 2018 von Maute hervorging. Insgesamt konnten 1,6 Millionen Euro in die Rücklagen gepackt werden, womit sich das Eigenkapital auf 32 Millionen Euro erhöht. Bei einer Bilanzsumme von 48 Millionen Euro ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 67 Prozent.
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  • Dorfhaus Überauchen: „Beim derzeitigen Baufortschritt des Dorfhauses Überauchen wird davon ausgegangen, dass im September oder Oktober das Dach aufgerichtet wird“, so Bauamtsleiter Patrick Lutz. Für den weiteren Bauablauf galt es für den Gemeinderat, den Weg für die Ausschreibungen der Dachdecker- und Blechnerarbeiten inklusive Photovoltaikanlage und die Sonnenschutzanlage freizumachen. Architekt Christian Kuberczyk stand Rede und Antwort zu Fragen und Bedenken der Räte in Bezug auf die in das Dach integrierte Photovoltaikanlage und den Raff-Lamellen für den Sonnenschutz an der Süd- und Westseite des Gebäudes. „Die Photovoltaik mit einer Leistung von 45 Kilowatt peak können wir unauffällig in das Dach integrieren“, so Kuberczyk. Interessant sei dabei, dass es einen Systemhersteller gebe, der die Systemgarantie übernehme und über die Dachdeckerarbeiten ausgeschrieben werden könne. Bedenken der Gemeinderäte, dass es zu Wassereinbrüchen durch die integrierte Anlage kommen könnte, räumte Kuberczyk aus.
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  • „Wir haben ein wasserdichtes Unterdach, das über die Regenrinnen entwässert werden kann. Der Dachaufbau ist physikalisch überprüft und seitens der Bauphysik sollte kein Problem entstehen“, versichert Kuberczyk. Planerisch sei alles abgehandelt, Bauschäden würden durch unsachgemäße Verarbeitung hervorgerufen. „Der Sonnenschutz ist ein sensibles Thema, bei dem nicht alle Eventualitäten abwendbar sind“, so der Architekt, der Raff-Lamellen als effektivste Lösung für den Sonnenschutz hält. Bei zwei Enthaltungen stimmten die Gemeinderäte dem Beschlussvorschlag zu, dass die Ausschreibung der Indach-Photovoltaik-Anlage und der Sonnenschutz mit Raff-Lamellen erfolgen kann. Auf eine dritte Außentür beim Bühnenbereich wird verzichtet. Die Türen an der Glasfront werden in Holzoptik ausgeführt.
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  • Glasfaser: Der Ausbau des Glasfasernetzes im Brigachtal schreitet weiter voran, und da macht es Sinn, wenn die Stadtwerke Villingen-Schwenningen (SVS), die gerade in einer 270 Meter langen Ausbaustraße im Bereich Kreuzung Siedlerstraße/Mittelbergstraße/Schillerstraße und hangläufig in den Öschleweg ihr Gasrohrnetz erweitern, gleich Glasfaserleerohre mit verlegen. Damit könnte das Ortsnetz nachverdichtet werden und das geplante Neubaugebiet „Im Grüble“ mit acht Bauplätzen erschlossen werden. Die Kosten für die Gemeinde Brigachtal würden sich auf 35 000 Euro belaufen, was bei den Räten auf größtes Unverständnis stieß. „35 000 Euro sind Wucher“, sagte Gemeinderat Joachim Eichkorn. „Wir sind in einer Defensivsituation und müssen daraus lernen und in den sauren Apfel beißen“, so Gemeinderat Josef Vogt. „Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, unser Dorf mit Glasfaser zu versorgen – gerade dann, wenn wir ein Baugebiet erschließen“, sagte Vogt. Würde man es später tun, käme es bestimmt noch teurer. „Ich werde das Gespräch mit der Geschäftsführung der SVS suchen und vielleicht ergibt sich ein Weg, kooperativ unterwegs zu sein“, so Bürgermeister Schmitt, der dies als Hausaufgabe mitnahm.

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