Wenn das Jahr 2020 nun zu Ende geht, wird es als das Jahr der Corona-Pandemie seinen Weg in die Geschichtsbücher finden. Viele sprechen von einem außergewöhnlichen Jahr, die meisten Bürger wohl von einem ausgefallenen Jahr.

Viele Jubiläen nicht veranstaltet

Zahlreiche Ausfälle hatten auch die Brigachtaler Vereine zu verkraften. Vieles war geplant. Alles sollte jedoch ganz anderes kommen. Veranstaltungen, Konzerte, Jubelfeiern und Versammlungen wurden reihenweise abgesagt. Insbesondere der Brigachtaler Fußballverein, der Ratsportverein oder der Gesangverein Harmonie planten ihre 100-jährigen Jubiläen mit einigen größeren Veranstaltungen. 100 Jahre gibt es auch schon Theater in Brigachtal. Aus diesem Anlass hatte die Theatergruppe des Musikvereins einige Extra-Vorführungen versprochen. Trotz der Ausfälle kam das Vereinsleben nie ganz zum Erliegen und bei sinkenden Corona-Zahlen kehrten ab Sommer viele Aktivitäten zurück.

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Gelungener Jahresauftakt

Das Brigachtaler Gemeindezentrum leuchtet in vorweihnachtlicher Stimmung.
Das Brigachtaler Gemeindezentrum leuchtet in vorweihnachtlicher Stimmung.

Zum Jahreswechsel herrschte noch weihnachtliche Stimmung im Ort vor. Krippenbauer Max Hirt hatte bis Mitte Januar zur Krippenausstellung in den Martinssaal geladen. Ungewöhnlich viele Besucher kamen, um die sieben Meter lange biblische Darstellung um Jesu Geburt hautnah mitzuerleben. Die erste Veranstaltung des Jahres, das Cego-Turnier des FC Brigachtal, fand dann wie immer mit vielen Teilnehmern im Vereinsheim in Klengen statt. Am Ende wurde Roland Weißhaar zum strahlenden Sieger gekürt. Als nächster Höhepunkt stand der Neujahresempfang in der Kirchdorfer Halle an, zu dem Bürgermeister Michael Schmitt eingeladen hatte. Viele Ehrungen, unter anderem für fleißiges Blutspenden und langjähriges Engagement in den Vereinen wurde von Bürgermeister Michael Schmitt hervorgehoben. Anschließend wurde gefeiert und noch völlig ohne Mindestabstand und Masken kräftig auf das neue Jahr angestoßen.

Die närrischen Tage

Schlüsselübergabe mit Hindernissen: Beim Kampf um den Schlüssel zwischen Günter Obergfell (links) und Maik Friedrich (rechts) von der Narrenzunft zerbricht der. Bürgermeister Michael Schmitt nimmt es mit Humor.
Schlüsselübergabe mit Hindernissen: Beim Kampf um den Schlüssel zwischen Günter Obergfell (links) und Maik Friedrich (rechts) von der Narrenzunft zerbricht der. Bürgermeister Michael Schmitt nimmt es mit Humor.

Start der Fastnachtssaison war der Sportlerball in Überauchen am 8. Februar. Viel Tanz und Spaß wurden geboten beim letzten Ball in der alten Mehrzweckhalle. Eine Woche später folgte der Lumpenball mit dem FC Brigachtal, der schon seit Jahrzehnten immer viele Besucher anlockt. Einige Narrengruppen zeigten auf der Bühne ihr Können – es wurde unbeschwert gefeiert, getanzt und gelacht. Herrliches Wetter herrschte dann auch bei der eigentlichen „Brigädäler Fasnet“. Der Schmutzige Donnerstag startete mit der Schülerbefreiung und der Übernahme der Ortsgewalt durch die Narren. Vor dem Überauchener Narrengericht musste sich diesmal Gemeinderat Joachim Eichkorn verantworten. Auch die Senioren, die katholische Frauengemeinschaft und die Amselgruppe feierten im Martinssaal ausgelassen. Der große Umzug am Montag wurde bei frühlingshaften Temperaturen zum kunterbunten Vergnügen für die Akteure, samt der Zaungäste. Regen und viele Tränen gab´s zum Abschluss am Fastnachts-Dienstag, 25. Februar, als die Fastnacht durch die Narrenzunft für beendet erklärt wurde.

Die Brigachtaler große Garde der Narrenzunft bietet mit „Hey Wicki, Hey“ beim Zunftball im Februar eine stürmisch bejubelte Darbietung.
Die Brigachtaler große Garde der Narrenzunft bietet mit „Hey Wicki, Hey“ beim Zunftball im Februar eine stürmisch bejubelte Darbietung.

Kulturelle Höhepunkte

Josef Vogt (rechts), Organisator des kulturellen Herbstes, ist es gelungen, das „Gebert-Ensemble“ aus Villingen nach Brigachtal zu holen. Bei ihrem klassischen Konzert mit Flötistin Gundula Bolanz (von links), Charlotte Kawohl (Bratsche), Friedemann Kawohl am Cembalo und Rahel Klein (Viola da Gamba) zeigen die Musiker ihr Können. Bilder: Klaus Dorer
Josef Vogt (rechts), Organisator des kulturellen Herbstes, ist es gelungen, das „Gebert-Ensemble“ aus Villingen nach Brigachtal zu holen. Bei ihrem klassischen Konzert mit Flötistin Gundula Bolanz (von links), Charlotte Kawohl (Bratsche), Friedemann Kawohl am Cembalo und Rahel Klein (Viola da Gamba) zeigen die Musiker ihr Können. Bilder: Klaus Dorer

Recht arm an echten Höhepunkten im kulturellen Bereich war das abgelaufene Jahr. Noch ohne Corona startete am 1. Februar die Theatergruppe mit einer umjubelten Aufführung. Als Ort des Geschehens wurde der „Sternen“ in Klengen bewusst gewählt. Dort hatte vor genau 100 Jahren alles begonnen. Weitere Theateraufführungen in Gaststätten waren zwar geplant, dann aber abgesagt worden. Die verschobene Freilicht-Theateraufführung wurde auf der neuen Terrasse beim „Löwen“ gezeigt. Alle weiteren Veranstaltungen, dazu gehören auch die Weihnachts-Theater von Musik- und Gesangverein, wurden wegen der Pandemie für 2020 abgesagt. Ein bisschen besser lief es im Sommer. Denn aufgrund der äußerst geringen Zahlen im Schwarzwald-Baar-Kreis, flammten hier und da gewisse Aktivitäten auf. Dazu gehörte auch der kulturelle Herbst. Dass in der altehrwürdigen Kirche überhaupt Konzerte stattfanden, ist einmal mehr dem Organisator Josef Vogt zu verdanken. Er konnte wenigstens ein kleines Herbst-Programm „Light“ auflegen. So konzertierte Ende September unter den gebotenen Sicherheitsvorkehrungen das Villinger Gebert-Ensemble. Kurz darauf kamen mit Anissa Baniahhmad und Jesse Flowers, als „Duo Revelio“ zwei junge, hochbegabte Künstler mit internationalem Format in die altehrwürdige Martinskirche. Zum Abschluss der Konzertreihe wurde noch dem einheimischen Opernstar Johann Baptist Krebs gedacht. Sopranistin, Lea Sophie Decker und Sebastian Schäfer (Bariton) umrahmten die Gedenkfeier, zu der auch Bürgermeister Schmitt sprach. Wegen steigender Zahlen wurde dann das Orgelkonzert in der Allerheiligen-Kirche abgesagt und auf das Frühjahr verschoben.

Die neuen Frontleute

Der frisch gewählte FC-Vorsitzende Andreas Klink hält seine Antrittsrede im Oktober 2020 in der Kirchdorfer Halle.
Der frisch gewählte FC-Vorsitzende Andreas Klink hält seine Antrittsrede im Oktober 2020 in der Kirchdorfer Halle.

Ungewöhnlich viele Änderungen bei den Vorstandsämtern gab es im Laufe des Jahres 2020: Anfang März übernahm Bernd Wolf den Vorsitz der Angler. Er folgte dem langjährigen Angler-Chef Armin Eder. Im März wurde bei den Klengener Gymnastikdamen das Führungsduo ausgetauscht. Die Neuen sind: Barbara Effinger und Eva Stadelmann. Erst im Juli wurde die ausgefallene Jahreshauptversammlungen der Musiker nachgeholt. Vollblutmusiker Udo Fünfschilling hörte nach über einem Jahrzehnt auf. Es folgte die langjährige Jugendleiterin, Daniela Effinger auf den Chefsessel. Der Gründer des neuen gemeinsamen Fußballclubs, Frank Ritzmann, war nach 15 Jahren amtsmüde und legte den Vorsitz in jüngere Hände: Zum neuen FC-Chef wurde Andreas Klink gewählt. Auch beim SV Überauchen änderte sich einiges. SV-Urgestein, Otmar Fehrenbacher, gab das Amt des ersten Vorsitzenden im Juli an den 50-jährigen Waldemar Folwaczny ab. Eine neue Chefin hat auch der Pfarrgemeinderat der Seelsorge-Einheit „Zwischen Brigach und Kirnach“: Janine Günter folgte der langjährigen Vorsitzenden Inge Häßler. Im September hatte dann auch die Vorsitzende der Überauchener Damen-Gymnastik, Betina Appel zurückgezogen. Derzeit wird der Verein kommissarisch von Alexandra Effinger (zweite Vorsitzende) und Julia Genter (Schriftführerin) weitergeführt.

Neuer im Rat

Eine Änderung gab es auch im Brigachtaler Gemeinderat: Lothar Bertsche musste krankheitsbedingt seinen Rückzug bekannt geben. Ihm folgte Andreas Käfer als Ersatzmitglied ins Gemeindegremium.