Auch wenn man mit dem neuen Baugebietsnamen „Im Grüble“ eher ein tiefer liegendes Gelände verbinden dürfte, werden sich die künftigen Häuslebesitzer entlang der Siedlerstraße eher oberhalb der Nebelzone wiederfinden. Die Eckdaten des Neubaugebiets im Ortsteil Klengen stellte jetzt Rainer Christ vom Planungsbüro BIT dem Gemeinderat vor. Dem Bebauungsplan stimmte der Rat schließlich ohne Gegenstimmen zu.

Der Lageplan zeigt links das geplante Regenwasserrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubikmetern. Grafik: Bauamt Brigachtal
Der Lageplan zeigt links das geplante Regenwasserrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubikmetern. Grafik: Bauamt Brigachtal
  • Grundstücke: Es werden acht Wohnbaugrundstücke für Ein- oder Zweifamilienhäuser auf einer zur Vermarktung anstehenden Fläche von 5500 Quadratmetern nach der Erstellung des Bebauungsplanes zur Verfügung stehen. Da das Gelände sich im Besitz der Gemeinde befindet, wird diese es auch vermarkten.
  • Erreichbarkeit: Entlang der Baugrundstücke wird ein drei Meter breiter gepflasterter Parkstreifen angelegt, über den auch die Erschließung der Grundstück erfolgen wird. Entlang des Hanges soll ein 2,5 Meter breiter Wirtschaftsweg das Baugebiet abschließen.
  • Abwasser: Das Abwasser wird per Trennsystem in einen Schmutzwasserkanal und einen Oberflächenabwasserkanal abgeleitet. Ein gut 150 Kubikmeter großes Regenwassersammelbecken im Westen des Baugebiets soll die tiefer liegenden Wohngebiete Klengens bei Starkregengüssen vor Überschwemmungen schützen. Ein Entwässerungsgraben wird das wild zufließende Wasser aus Richtung der Hanggrundstücke abfangen und es dem Sammelbecken zuführen. Alle Bauherren müssen zudem auf ihrem Grundstück eine Zisterne mit mindestens 3000 Liter Fassungsvermögen einbauen. Damit können Regenwasserspitzen abgepuffert werden. Die Zisternen können zudem für die Gartenbewässerung genutzt werden und entlasten so die Trinkwasserversorgung.
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  • Versorgungsleitungen: Die Stadtwerke Villingen werden eine Gashauptleitung entlang des Neubaugebietes verlegen. Gleichzeitig wollen andere Versorger ihre Anschlüsse mit einbringen. Dass alle Neubauten auch mit einem Glasfaseranschluss versehen werden, dürfte sich von selbst verstehen.
  • Kosten und Zeitplan: Bevor der erste Bagger anrollt, muss die Gemeinde laut Kostenberechnung 546 000 Euro an Erschließungskosten aufbringen. Die Maßnahmen selbst sollen bis Ende September 2021 abgeschlossen sein.
Auf diesem Grundstück „Ob der Wanne“ soll ein Sechsfamilienhaus entstehen. Die Planungen verstoßen aber gegen den Bebauungsplan. Bild: Jörg-Dieter Klatt
Auf diesem Grundstück „Ob der Wanne“ soll ein Sechsfamilienhaus entstehen. Die Planungen verstoßen aber gegen den Bebauungsplan. Bild: Jörg-Dieter Klatt
  • Weiteres Bauprojekt: Deutliche Kritik fand dagegen ein Bauantrag in der Straße Ob der Wanne. Hier soll ein Sechsfamilienhaus in einer Baulücke entstehen, das weder bei den betroffenen Nachbarn noch bei den Räten Gefallen findet. Durch die Anzahl der Gaupen und der Überdachung der Balkone wird die Geschossflächenzahl deutlich überschritten und es entstehen drei Vollgeschosse, obwohl der Bebauungsplan nur eine zweigeschossige Bauweise vorsieht. Außerdem sieht die Planung eine Überschreitung des Baufensters an drei Seiten des geplanten Gebäudes vor. Um einem weiteren Wildwuchs von Befreiungsanträgen entgegenzutreten, versagte der Rat das kommunale Einvernehmen bei diesem Bauantrag. Dem Bauherren wird nun als Hausaufgabe eine Bauantragsänderung unter Einhaltung der Bebauungsvorschriften auf den Weg mitgegeben. Gemeinderat Josef Vogt gab außerdem zu bedenken, dass durch die Genehmigung zum Bau von Mehrfamilienhäusern hausgemachter Quellverkehr generiert wird. Dies soll bei künftiger Straßenplanung berücksichtig werden.