Wer selbst nicht mehr in der Lage ist, erhält Hilfe und Unterstützung bei rechtlichen Belangen vom SKM, dem katholischen Verein für soziale Dienste. Hier handeln ehrenamtliche Betreuer für Menschen, die aufgrund ihres Alters, Behinderung oder Krankheit ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können.

Durch die Berufung und unter Kontrolle des Betreuungsgerichtes kümmern sie sich um den Bedarf der zu betreuenden Personen. Das reicht von der Gesundheits- und Vermögenssorge über Aufenthaltsbestimmungen und vor allem behördlichen und finanziellen Angelegenheiten aller Art. Es ist eigentlich kaum zu glauben, das geschieht heute alles immer noch noch analog. So entstehen pro Betreuungsfall Berge von Papier mit Schriftwechsel, Formularen und Rückmeldungen, gesammelt in Aktenordnern.

Jeder Fall ist zwar anders, die eigentlichen Vorgänge sind dabei grundsätzlich immer gleich. Und genau hier greift der Wunsch und die Vision von Josef Vogt. „Es wäre schön, wenn man diese Prozesse digitalisieren könnte“, erklärt er. Den heute binden sie wertvolle Kapazitäten und schrecken viele Interessierte Personen ab, ehrenamtlich tätig zu werden. Die behördlichen Verfahren und Anträge können bisweilen auch sehr kompliziert sein.

„Mein Wunsch ist es, für all diese Prozesse, Dokumente, Formulare und Textbausteine ein digitales Portal im Internet zu entwickeln“, sagt Vogt. Idealerweise könnten die ehrenamtlichen Betreuer dann mittels Laptop, Smartphone oder Tablet jederzeit darauf zugreifen. Natürlich muss bei solch einem Portal auch ganz besonderes Augenmerk auf den Datenschutz gelegt werden. Es geht ja schließlich um personenbezogene Daten.

Zukünftig könnte dann auch der komplette Schriftverkehr mit den diversen beteiligten Institutionen und Behörden direkt integriert werden, anstatt unzählige Aktenordner zu füllen. Damit wäre dann auch sicher gestellt, dass die gesetzlichen Auflagen zur Dokumentations- und Aufbewahrungspflicht einheitlich und nachprüfbar erfüllt werden. Auch die Schulungen und Unterstützung neuer Mitarbeiter wird dadurch wesentlich vereinfacht.

Der Entwicklungsaufwand für eine erste Stufe einer derartigen digitalen Lösung beläuft sich auf runde 8000 Euro. Danach könnte es dann Stück für Stück wachsen und von den ehrenamtlichen auch mit ihrem Wissen gefüllt und bereichert werden. Und als Ergebnis hätten die Mitglieder des SKM endlich wieder mehr Zeit um sich intensiver um die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten Bedürftigen zu kümmern. Die Mitglieder hoffen daher auf einen Erfolg beim Vereinswettbewerb 2019.