Der künftige Gemüseacker war fast in Sichtweite, als Hardy Bisinger und seine Mitstreiter ihre Idee der solidarischen Landwirtschaft im Sporthäusle in Überauchen vorstellten. Dort, nur einen Steinwurf vom Sportplatz entfernt, kann der neue Verein Baarfood künftig sein eigenes Gemüse anbauen.

Deshalb bezeichnete Hardy Bisinger, einer der Initiatoren und Vorsitzender des Vereins Baarfood, den letzten von vier Infoabenden über das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft auch als "Heimspiel." Ziel sei, dass gesundheits- und ernährungsbewusste Menschen die Möglichkeit haben, "etwas zu tun, was früher selbstverständlich war, nämlich, sich selbst zu versorgen."

Mit dem Unterschied, dass die Mitglieder des Vereins nicht unbedingt selbst auf dem Feld stehen müssen. Das übernimmt mit Anni Kohnle eine ausgebildete Bio-Gärtnerin, die von dem Verein fest angestellt wird. Die Mitglieder wiederum teilen sich die Finanzierung, Verantwortung und Risiko und natürlich auch die Ernte. "Sie finanzieren die Produktion anstelle von Lebensmitteln", machte Bisinger deutlich.

Die einzelnen Vorstandsmitglieder stellten verschiedene Aspekte der solidarischen Landwirtschaft genauer vor. So stehen der ökologische Mehrwert und die biologische Vielfalt im Vordergrund. Die Mitglieder erhalten regionale, saisonale und qualitativ hochwertige Lebensmittel und werden für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen sensibilisiert. Ebenso eine Rolle spielt der Umweltschutz. Verpackungsmaterial fällt weg.

Das frisch geerntete Gemüse wird einmal pro Woche an verschiedene Verteilstellen gebracht, dort können die Mitglieder ihr Gemüse dann abholen. Um jedes Mitglied gleichermaßen an der Ernte zu beteiligen, wird jeweils genau aufgelistet, wie groß die Menge ist, die er sich selbst in seine Gemüsekiste abfüllen kann.

Voraussetzung dafür, in den Genuss des selbst angebauten Gemüses zu kommen, ist der Erwerb eines Gemüseanteils. Dieser kostet einen monatlichen Beitrag, dessen Höhe richtet sich nach den jährlichen Gesamtkosten, verteilt auf die Mitglieder, die einen solchen Gemüseanteil erwerben.

Wie Biogärtnerin Anni Kohnle sagte, soll es im April mit der Bewirtschaftung der beiden Felder losgehen. Während in Überauchen die große Gemüsevielfalt von Blumenkohl über Rote Bete, Gurken, Karotten verschiedenen Kohlsorten und vielem mehr angebaut werden soll, werden auf einem zweiten Acker in der Nähe der Polizeihochschule in Schwenningen vorwiegend Kartoffeln und Kürbisse angebaut.

Bei entsprechender Witterung könnte bereits im Mai die Ernte der ersten Salate und Bundzwiebeln eingeholt werden. "Zwischen Juli und Oktober haben wir dann Hochsaison", machte Anni Kohnle den Interessierten Appetit auf eine reiche Ernte und gut gefüllte Gemüsekisten.

 

Geräte noch gesucht

Um richtig loslegen zu können, benötigt der Verein Baarfood noch verschiedene Arbeitsgeräte wie Hacken, Spaten, Leitern, Gießkannen und Schubkarren. Außerdem sucht der Verein noch Möglichkeiten zur Einlagerung von Kartoffeln für den Winter. Interessenten melden sich per Mail bei Hardy Bisinger unter hardybisinger@gmail.com. (spr)