Brigachtal – Dicke Regenwolken hängen über dem Klengener Höhenstadion. Dennoch ist schon von weitem fröhliches Stimmengewirr zu hören. Die Stimmung scheint trotz der drohenden Gewitterschauer nicht schlecht zu sein. Vor dem FC-Vereinsheim sind zwei Tipp-Kicker aufgebaut. „Das ist eine schöne Freizeitbeschäftigung während der Mittagspause, insofern ist der Regen gar nicht so schlimm“, berichtet Edmund Rottler, der seit über einem Jahrzehnt in Brigachtal ein Fußballcamp anbietet und auf diese Weise den Nachwuchs in Sachen Fußball auf die Sprünge hilft. Denn welcher Junge und manches Mädchen träumt nicht von der großen Profi-Karriere in einem noch größeren Fußballstadion?

Nach dem erfolgreichen Tipp-Kicker bekommen die Besten von Trainer Edmund Rottler einen kleinen Preis, den Spielführer Yannik Bosch entgegen nimmt.
Nach dem erfolgreichen Tipp-Kicker bekommen die Besten von Trainer Edmund Rottler einen kleinen Preis, den Spielführer Yannik Bosch entgegen nimmt. | Bild: Klaus Dorer

Doch zunächst widmen sich die 25 Buben und zwei Mädchen dem Tippkicker. Eben ist das Finale zu Ende gegangen. Die Basilianer haben Uruguay geschlagen und bejubeln diesen Sieg ausgelassen. Dann kommt langsam wieder die Sonne zum Vorschein und es geht auf den Rasen, wo das Training vom Vormittag fortgesetzt wird. Mit dabei sind wiederum Buben und Mädchen im Alter von sieben bis 14 Jahren, um sich im Camp spielerisch zu verbessern. Die Nachwuchstalente kommen aus Brigachtal und Umgebung sowie Bad Dürrheim, Villingen-Schwenningen oder Deißlingen. Mit dem elfjährigen Tim kam sogar ein Junge aus Dürbheim.

Bereits vor 14 Jahren hatte Edmund Rottler die Idee, eine eigene, regionale Fußballschule zu gründen. Seither bietet Rottler in Brigachtal, in Obereschach, in Deißlingen oder im österreichischen Brand zusammen mit einem kleinen Betreuerstab über die Sommermonate unterschiedliche Trainingscamps an. Damit bietet der gebürtige Obereschacher sportbegeisterten Kindern mit seinem ausgetüftelten Trainingsprogramm die Möglichkeit, an ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Zudem werden neue Tricks und Kniffe ums runde Leder vermittelt.

Der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Bayer 05 Uerdingen und Energie Cottbus hatte auch diesmal das Camp gleich nach Pfingsten, einmal mehr in Kooperation mit dem FC Brigachtal, initiiert. Unterstützt wurde Rottler beim Camp von zwei professionellen Trainern, Dominik Beha und Patrick Detta. Und auch diesmal machte der Betreuerstab die drei Tage für die Nachwuchskicker zu einem besonderen Erlebnis.

„Die Kinder gingen wieder mit viel Ehrgeiz, aber auch Spaß am Fußballsport zur Sache“, berichtete Rottler. Patrick Detta ist neben seiner Betreuertätigkeit selbst noch aktiv und spielt in der Verbandsliga. Der 26-jährige Bad Dürrheimer bezeichnet das Camp als äußerst vielseitig und geradezu ideal für Kinder in diesem Alter. Der 35-jährige Dominik Beha, der eine B-Trainerschein-Lizenz besitzt, ist voll des Lobes für Eddi (Edmund Rottler), der die Kinder immer wieder richtig toll motivieren könne.

Und in der Tat, das Training wird nach den neuesten fußballtechnischen Erkenntnissen angeboten: So gibt es fußballspezifisches Koordinationstraining, ein spezielles Torhütertraining und neueste Trainingsmethoden nach dem Prinzip der so genannten Life-Kinetik, was man kurzum als Gehirn-Jogging bezeichnen kann. Die Kinder absolvierten jeweils den gesamten Trainingstag in einer Gruppe. Die Trainingseinheiten rotierten dann aber auch, so dass jeder der Trainer jedes Kind mindestens einmal in seiner Gruppe coachte.

Neben dem Fußball gefällt den Kindern auch das ganze Drumherum. „Mir hat der Tipp-Kicker am meisten Spaß gemacht“, sagt Lian. „Auch die Trainer sind echt super“, lobt Tim. Und Yannick freut sich am meisten über den Fußball und ein Trikot, die als Erinnerung ans Trainingscamp 2018 am dritten Tag ausgehändigt wurden. Nur bei der Frage „Wer wird Fußballweltmeister?“ waren sich nicht alle einige. Neben Deutschland wurden auch immer wieder Brasilien und Spanien genannt.

Auch Rottler zog am Ende eine durchweg positive Bilanz. Zwar würden solche Camp-Tage viel Kraft kosten, doch für ihn sei es wichtig, positive Nachwuchsarbeit in der Region zu bewirken. Am Ende des Camps wird noch ein Soccer-König gekürt. Das Kind, das am Ende die besten Entwicklung gemacht hat, kann am Schluss einen schönen Pokal mit nach Hause nehmen.