„Wasser Marsch“ hieß es bei der Jahreshauptprobe der Brigachtaler Feuerwehr am vergangenen Samstag. Das muss auch Petrus gehört haben, denn auch er hatte zugleich seinen nassen Segen von oben beigesteuert. Angenommen wurde eine Gebäudebrand, verursacht durch Umbauarbeiten an der alten Apotheke in Kirchdorf.

Mit 45 Mann und 6 Fahrzeugen im Einsatz bei der der Brandbekämpfung an der alten Apotheke in Kirchdorf.
Mit 45 Mann und 6 Fahrzeugen im Einsatz bei der der Brandbekämpfung an der alten Apotheke in Kirchdorf. | Bild: Hans-Juergen Goetz

„Das Szenario war für uns ideal, denn wir durften mit allen Einsatzkräften auch das Innere des Gebäudes nutzen. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich“, bedankte sich Kommandant Sascha Eichkorn beim Hausbesitzer, der dieses Gebäude tatsächlich gerade renoviert.

Im Inneren vernebelte der künstliche Rauch alle Räume und überall flackern und blitzen rote Scheinwerfer, um das Feuer zu simulieren. Da sah man seine eigene Hand nicht mehr vor den Augen und der Dauerlärm der Brandmelder in allen Räumen gab einem den Rest.

Das könnte Sie auch interessieren

Für die Feuerwehrleute in ihren schweren Atemschutzanzügen bedeutet das absolute Höchstleistung, schließlich geht es hier im Ernstfall um jede Sekunde und vor allem Menschenleben. Während die Feuerwehrmänner sich kriechend durch alle Räume im Gebäude voran arbeiteten, um die neun Vermissten zu finden und zu bergen, bewundern draußen im Regen die zahlreichen Zuschauer das Spektakel. Auch die Villinger Wehr kam mit ihrer 30-Meter-Drehleiter, um die 45 Brigachtaler Feuerwehrleute tatkräftig zu unterstützen.

Bei der Jahreshauptprobe der Freiwilligen Feuerwehr Brigachtal galt es die Vermissten in der alten Apotheke in Kirchdorf zu retten und gleichzeitig das Übergreifen des Feuers auf die benachbarte St. Martins Kirche zu verhindern.
Bei der Jahreshauptprobe der Freiwilligen Feuerwehr Brigachtal galt es die Vermissten in der alten Apotheke in Kirchdorf zu retten und gleichzeitig das Übergreifen des Feuers auf die benachbarte St. Martins Kirche zu verhindern.

Erstmals vor großem Publikum konnte die Feuerwehr auch ihr neues Schlauch-Fahrzeug präsentieren. „Gerade bei uns auf dem Land ist solch ein Fahrzeug Gold wert und eigentlich noch wichtiger als eine eigene Drehleiter“, erklärt Sascha Eichkorn. Mit diesem Spezialfahrzeug kann die Wehr sehr schnell bis zu zwei Kilometer Schlauchleitung von einem entfernten Hydranten an den Einsatzort verlegen. Trotzdem zeigten sich die Kinder unter den Zuschauern von der großen Drehleiter aus Villingen schwer beeindruckt.