Brigachtal – Brigachtals Seniorenverein "Füreinander" geht jetzt ganz neue Wege. Denn per Verordnung kann der Seniorenverein nun einen gewissen Betrag für Hilfestellungen an pflegebedürftigen Personen mit den örtlichen Krankenkassen abrechnen. Voraussetzung sei gewesen, dass der freiwillige Helfer eine entsprechende Qualifikation, beispielsweise aus dem pflegerischen Bereich, vorweisen könne, sagte Seniorenvereinsvorsitzende Max Hirt beim Jahrestreff im Gasthaus Bahnhof.

In der Brigachtalerin Cornelia Lienert konnte offenbar rasch eine solche Spezialkraft gefunden werden. Lienert, die auf Vorschlag Hirts nun auch als Beisitzerin das neunköpfige Vorstandsteam verstärkt, wird sich ab sofort als examinierte Krankenschwester um das niedrigschwellige Betreuungsangebot kümmern. Neben dieser gravierenden Neuerung konnte Hirt das abgelaufene Jahr wiederum als äußerst positiv abhaken. Es sei zwar viel Arbeit gewesen, wie Gründungsvater Hirt betonte, dennoch sei die Euphorie auch nach fünf Jahren noch immer deutlich spürbar.

Das belegen auch die aufgewendeten Stunden bei der Inanspruchnahme des Seniorenvereins; seit der Gründung wurden exakt 2215 Arbeitsstunden abgeleistet. Besonders erfreulich sei zudem die Tatsache, dass es am 7. März 2017 den 1000. Einsatz gab, was Hirt nicht ohne Stolz verkündete. Auch bei den Mitgliederzahlen ist man auf Rekord-Niveau: So hat sich die Zahl von 100 Mitgliedern anno 2013, nun mehr als verdoppelt und liegt derzeit bei 214 (Vorjahr 204) Mitgliedern. Zweidrittel sind Frauen, und die meisten Mitglieder sind 70- bis 80-jährig, hieß es.

Neben den Hilfestellungen gab es wiederum zahlreiche gesellige Treffen, wie Besichtigungstouren oder einen Ausflug nach Bad Säckingen, was Schriftführer Reinhard Poschmann nochmals ins Gedächtnis rief. Zudem gab es einige interessante Vorträge, wie beispielsweise zum Thema "Neuseeland", den Regina Trilling bot. Höhepunkt des Jahres sei jedoch die Fertigstellung der vereinseigenen Krippe mit anschließender Präsentation gewesen, sagte Hirt. Der sichtlich gerührte Vorsitzende danke besonders den Helfern Ernst Mehlfeld, Reinhard Poschmann, Bruno Braun, Ernst Hauger und Horst Nunnenmacher, die es erst ermöglicht hätten, eine Krippe dieser Größenordnung innerhalb von lediglich gut sechs Monaten fertig zu stellen. Die Ausstellung während der Weihnachtszeit sei ein großer Erfolg gewesen.

Bürgermeister Michael Schmitt war voll des Lobes für so viel geleistetes Engagement: "Sie bringen sich vielfach unterstützend zum Wohle der älteren Einwohner ein", betonte Schmitt. Neben dem Dank für die geleistete Arbeit regte Schmitt an, dass noch mehr ältere Brigachtaler dem Verein betreten sollten. Wie gut der Verein auch im finanziellen Bereich funktioniert, zeigte eine nahezu ausgeglichene Bilanz, die wiederum Kassiererin Brunhilde Trewer vorlegte. Ein Blick aufs Konto zeigt, dass noch genügend Finanzreserven vorhanden sind und somit weitere Projekte angestoßen werden können. Beim Ausblick nannte Hirt noch den geplanten Ausflug auf die Mainau im Juni. Am 5. Juli 2017 jährt sich der Tag der Gründung von Brigachtals Seniorenverein "Füreinander" zum fünften Mal. Daher plant der Seniorenverein an diesem Tag eine kleine Feierstunde.

Neues Betreuungsangebot

Zum 1. Januar 2017 wurde statt dem Begriff „Betreuungs- und Entlastungsangebote“ der neue Begriff „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ (niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote) eingeführt. Alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad eins bis fünf erhalten pro Monat 125 Euro. Dieses Angebot, das von der Pflegeversicherung sowie durch Bund, Länder und Kommunen gefördert wird, bietet die Möglichkeit für geschulte Ehrenamtliche unter pflegefachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen im häuslichen Bereich zu übernehmen oder Pflegepersonen zu entlasten und/oder sie beratend zu unterstützen. Dazu gehört beispielsweise auch die Betreuung von Demenzkranken. Damit sollen Pflegebedürftige möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause führen können. (kd)