Dass geplante Investitionskosten der Kommunen für Objekte, wie Brücken, Hallen oder Kindergärten kostentechnisch den Vorentwurf übersteigen, ist keine Seltenheit. So geschehen nun auch in Brigachtal, wo das Überauchener Dorfhaus nun deutlich mehr kostet, als zunächst errechnet. Am Ende stimmte der Gemeinderat der vorgelegten Entwurfsplanung mit dazugehöriger Kostenberechnung zu.

Hatten die veranschlagten Gesamtkosten lange Zeit bei gut drei Millionen Euro gelegen, weist die finale Planung nun 3,7 Millionen Euro aus. Diese neue Zahl wurde nun bei der Gemeinderatsitzung am Dienstagabend im Brigachtaler Rathaus aufgetischt.

„Ich bin richtig erschrocken, als ich die neusten Zahlen gesehen habe“, sagte Gemeinderat Ferdinand Ritzmann. Problem sind einzelne in den vergangenen Gemeinderatssitzungen beschlossene bauliche Elemente, wie die Unterkellerung oder baurechtliche Erfordernisse. Diese waren in der Machbarkeitsstudie bisher nicht berücksichtigt worden, hieß es.

Die damit verbundenen gestiegenen Kosten mit der weiterentwickelten Vorentwurfsplanung des Dorfhauses wurden von den Architekten, Christian Kuberczyk und Siyami Akyildiz im Detail erläutert. Laut der vorgestellten Kostenberechnung einschließlich der angepassten Mehraufwendungen kostet alleine die Unterkellerung 180 000 Euro.

Ungewöhnlich hoch erschienen Gemeinderat Joachim Eichkorn die Kosten für die Brandmeldeanlage in Höhe von 30 000 Euro. Dies sei ein Schlimmster-Fall-Betrag, wie Bürgermeister Michael Schmitt es ausdrückte; diese Zahl könne also durchaus noch nach unten korrigiert werden.

Da es aus dem Gemeinderat in der vergangenen Sitzung einige Anregungen zu weiteren möglichen Heizsystemen gab, wurde Fachplaner für Haustechnik, Michael Hägele zur Sitzung eingeladen. So standen vor allem die verschiedenen Beheizungssysteme der Halle zur Debatte. Nicht jedes Heizsystem passe zu jeder Mehrzweckhalle, sagte Hägele, der die diversen Systeme in der Sitzung dann fachlich erläuterte und das für und wider abwägte. Eine Holzschnitzelanlage, eine Luftwärmepumpe oder eine Beheizung der Halle durch Erdwärme wurden mangels Eignung oder Rentabilität durch den Fachberater von vornherein ausgeschlossen.

Am Ende blieben zwei Visualisierungen, die seitens des Planbüros favorisiert werden. So sieht die momentane Planung eine bivalente Anlage, bestehend aus einer Pellets-Kesselanlage, als Grundlastkessel und einem Gasspitzenkessel für die Spitzenlast vor.

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Zweifel am Heizkonzept gab es zum Thema Heizverbund. So wurde am Ratstisch angeregt, dass neben der Mehrzweckhalle, möglichst auch das Museum und die geplante Kindertagesstätte als Ganzes beheizt werden können. Dies wäre natürlich die optimale Lösung, lasse sich jedoch momentan aus Zeitgründen nicht abschließend planen, wie es hieß.

Die Zeit drängt. Ein Antrag auf Fördermittel aus dem kommunalen Ausgleichstock ist als Entwurfsplanung samt Kostenberechnung bis spätestens zum 31. Januar 2019 beim Freiburger Regierungspräsidium einzureichen. „Es wäre doch fatal, wenn wir nochmals ein Jahr länger warten müssten“, warnte Gemeinderat Josef Vogt, die Angelegenheit nochmals aufzuschieben. Die Verwaltung werde die entsprechenden Unterlagen nun bei der Förderstelle einreichen, hieß es abschließend.