Mit einem kleinen weißen Eimer ist Gemeinderat Josef Vogt von Pro Brigachtal entlang der Marbacherstraße zwischen Brigachtaler Festplatz und Bahnhof unterwegs und wirft immer wieder kleine Metallstücke in besagten Behälter. Beim Landhaus warten bereits die weiteren Gemeinderats- Kandidaten seiner Fraktion, da heute ein druckfrischer Flyer und die Themen vorgestellt werden sollen.

Ein Thema ist der in die Kritik geratene Schrottplatz; für viele Brigachtaler Bürger ein Ärgernis, die Fraktion sieht dringenden Handlungsbedarf.

Innerhalb von zehn Minuten hat Gemeinderat Josef Vogt viele scharfkantige, spitze Gegenstände gesammelt, die von der Brigachtaler Metallrecyclinganlage stammen sollen.
Innerhalb von zehn Minuten hat Gemeinderat Josef Vogt viele scharfkantige, spitze Gegenstände gesammelt, die von der Brigachtaler Metallrecyclinganlage stammen sollen. | Bild: Klaus Dorer

"Innerhalb von nur zehn Minuten habe ich gerade eben diesen ganzen Metallschrott eingesammelt", berichtet Vogt bei seiner Ankunft beim Landhaus. Es sind spitze oder scharfe Gegenstände, die da zum Vorschein kommen. "Alles Dinge, die die Transportfahrzeuge der Metallrecyclinganlage der Brigachtaler Firma Scholz verloren haben", behauptet Vogt.

Das berge durchaus Gefahren, denn Kinder können damit in Berührung kommen, ebenso Tiere. Auch so mancher Auto- oder Zweiradreifen hat mit solch spitzen Schrottteilen bereits unliebsamen Kontakt gehabt und den ein oder anderen Platten davongetragen.

Immer mehr Lastwagen

"Deshalb meide ich die Bahnhofstraße seit Längerem", berichtet auch Ratskandidat Wolfgang Neininger. "Wir wollen den Druck auf die Verwaltung erhöhen, die Situation zu verbessern", sagt Vogt bei diesem Vororttermin. Das ganze Dilemma hat eine lange Vorgeschichte: Schon Anfang der 1950-er Jahre fing die Firma als kleiner Schrotthändler an, wuchs mit den Jahren jedoch zu einer stattlichen Recyclinganlage.

"Von Jahr zu Jahr kommen immer mehr Lastwagen mit Containern, die von überall her, jegliche Art von Metallabfällen in die Mitte der Gemeinde transportieren, damit sie dort sortiert, geschnitten, gepresst und dann wieder über die Ortsstraßen von Brigachtal abtransportiert werden", prangert Vogt an.

Lastwagen verlieren Ladung

Selbst die Nachbargemeinde Marbach sei bereits ans Brigachtaler Rathaus herangetreten mit der Forderung, man möge hier endlich Abhilfe schaffen. "Gerade in den Kurven verlieren die schlecht gesicherten Container offenbar immer wieder Teile der Ladung, die zudem mit Schadstoffen wie Bohröl belastet sein dürften", vermutet Vogt.

Durch Umladeprozesse, den Einsatz von Hochleistungsscheren und dem Pressen des Metalls erreichen die Lärmwerte bis zu 130 Dezibel und werden dadurch zu einer unerträglichen Lärm- und Geruchsbelästigung für die Anwohner, beklagt Vogt. Außerdem seien die Container nicht gerade ein schöner Anblick.

Für Gewerbegebiet und Osttangente

Laut Schätzungen von Gemeinderats-Kandidat Albrecht Sieber dürften es an die 300 Metallcontainer sein, die sich entlang der Bahnhofstraße zwischenzeitlich angehäuft haben. "Hier vorne ist auch die Bushaltestelle, ein Unding, direkt daneben solche Container zu lagern, zumal sich hier auch Kinder aufhalten", schimpft Sieber.

Gerade deshalb sei das Gewerbegebiet mit Anbindung an die Osttangente so wichtig, betonen die Kandidaten einhellig. Die Fraktion will nun zusammen mit dem Bürgermeister Möglichkeiten erarbeiten, wie sich Betriebe auslagern lassen, lautet der abschließende Konsens von Pro Brigachtal.

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Weitere Ziele der Fraktion: Am runden Tisch ließ Vogt das Erreichte nochmals Revue passieren. So unterstützt die Fraktion seit Längerem das Gewerbegebiet, mit der Umgehungsstraße in Richtung Osten. Wie Vogt sagte, sei dies ein Anliegen der ersten Stunde.

Neben der auf den Weg gebrachten Ortskernsanierung Überauchens mit dem Bau des Dorfhauses sieht Pro Brigachtal auch weiterhin die Bebauung von zentral gelegenen Brachflächen als wichtiger Beitrag für die Innenentwicklung des Ortes. Auch die Attraktivität für junge Familien will Pro Brigachtal steigern, hieß es abschließend.

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