Rund drei Millionen Euro für das Dorfhaus und rund zwei Millionen für den Kindergarten: Der Ortskern von Überauchen wird neu gestaltet. Die Gemeinde hat bei einem Bürgerinformationsabend am vergangenen Mittwoch die aktuellen Umbaupläne vorgestellt. Darin enthalten waren auch Kennzahlen rund um Kosten und Zeitplan. Das zentrale Element auf dem Dorfplatz soll ein Dorfhaus werden. Darin soll auch eine Mehrzweckhalle integriert werden. "Uns ist wichtig, dass dort Sportvereine untergebracht werden und auch Veranstaltungen stattfinden können", sagte Bürgermeister Michael Schmitt. Architekt Bernhard Storz plädierte am Informationsabend für eine große Holzverkleidung im Dorfhaus. Das lasse einen kargen Raum nicht nach einer Turnhalle aussehen und werte die Halle auf.

  • Tempo 30 gewünscht: Neuer Fahrbahnbelag soll dazu dienen den Verkehrsbereich rund um den Ortskern zu beruhigen. In der anschließenden Fragerunde waren sich viele Besucher einig, dass es sinnvoll wäre, eine Tempo-30-Zone an der vorbeiführenden Hauptstraße einzuführen. Das Problem: Es ist eine Kreisstraße. Die Gemeinde darf nicht eigenständig entscheiden, welches Tempolimit gilt. Bürgermeister Schmitt nahm den Vorschlag zur Kenntnis und möchte sich bei den zuständigen Behörden um ein Tempolimit bemühen. "Es liegt nicht an uns. Wir sitzen in einem Boot. Wenn wir aber gute Argumente vorlegen können, dann ist es möglich, den Vorschlag umzusetzen", versprach der Bürgermeister.
  • Dorfhaus mit Mehrzweckhalle: Für das Dorfhaus kommen zwei unterschiedliche Varianten in Frage. Bei der größeren Variante hat der Multifunktionsraum eine Größe von zwölf mal 20 Metern. Das Gebäude selbst wäre rund 14,6 Meter hoch und orientiere sich an den bestehenden Gebäuden in der Umgebung. Bei der kleineren Variante mit einer Gebäudehöhe von 12,5 Metern wäre der Raum laut Plan zehn mal 16 Meter groß. Die Kosten liegen voraussichtlich bei rund 3,1 Millionen Euro für die größere Variante und rund 2,4 Millionen Euro für die kleinere. Bernhard Storz fokussierte sich am Informationsabend vor allem auf die größere Variante. Sie eigne sich besser, weil die Mehrzweckhalle größer sei.
  • Moderner Kindergarten: Der Nachwuchs kommt im neuen Ortskern nicht zu kurz. In Planung ist eine große Kindertagesstätte, die vor allem modern daherkommen soll. Storz warf Bilder von einem Kindergarten in ovaler Form auf die Leinwand. Auch eine eckige Variante wurde vorgestellt. Gleichzeitig drosselte er die Erwartungen der Zuschauer: "Das sind lediglich Beispiele, an denen wir uns orientieren. Das sind keine fertigen Baupläne", sagte er. Auch beim Kindergarten sind zwei Varianten denkbar. Möglichkeit eins: ein ebenerdiger Kindergarten mit drei Gruppen. Möglichkeit zwei: ein zweistöckiges Gebäude, das vier Kindergruppen ermöglicht. Für die größere Variante muss Brigachtal tief in die Tasche greifen. Rund zwei Millionen Euro wären laut Architekt Bernhard Storz dafür voraussichtlich fällig.
  • Mehrfamilienhaus: Auf dem ehemaligen Kranz-Areal soll ein barrierefreies Mehrfamilienhaus entstehen. Wie groß die Wohnungen sein werden, ist noch nicht klar. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht wichtig zu wissen, wie viele Wohnungen wir brauchen. Wir wollen uns am Bedarf orientieren. Den kennen wir heute noch nicht", sagte Storz. Klar ist: Das Gebäude wird nah an der Hauptstraße errichtet. So bleibt hinter dem Mehrfamilienhaus mehr Platz für weite Grünflächen. Carports halten das Eckhaus optisch zusammen. Auf dem Steildach werden voraussichtlich Dachziegel verlegt. Dachgauben zeigen zur Straße hin. Das Haus wird keine Balkone oder Vordächer haben. Die Fenster und Türen werden mit Holz gestaltet.
  • Bürger sind zufrieden: "Wir sind gut informiert und freuen uns auf den neuen Ortskern", sagte Dietmar Wehrle nach der Veranstaltung. Obwohl seine Kinder nicht mehr in den Kindergarten gehen, freue er sich vor allem über die Planung für den Nachwuchs. "Für unsere Gemeinde ist das sehr wichtig", sagte der Brigachtaler. Elenore Wehrle liegen die zahlreichen Vereine in der Gemeinde am Herzen. Ihr sei wichtig, dass sie ein neues Domizil im Ortskern finden. "Ich bin froh, dass an die Vereine gedacht wurde und sie in die Mehrzweckhalle ziehen können. Unklar ist aber noch was mit dem Radsport passiert. Die haben wahrscheinlich keinen Platz in der Mehrzweckhalle."