Dass Projekte von Bund, Ländern oder der Kommunen meist mehr kosten, als zunächst veranschlagt, ist keine Seltenheit. Bestes Beispiel ist der Berliner Flughafen, der sich im Laufe der Jahre von 2,5 auf 6 Milliarden Euro verteuerte. Oder Stuttgart 21, dessen Kosten von 4,5 auf über 6,5 Milliarden anstiegen. Freilich, viel kleinere Dimensionen hat eine hundsnormale Mehrzweckhalle auf dem Lande, wie sie ab Herbst im Brigachtaler Teilort Überauchen entstehen soll. Dennoch ist im Vergleich zu den ersten Berechnungen auch hier ein ganz enormer Anstieg der Kosten zu erkennen.

Ganz am Anfang, vor über zwei Jahren, war man von einer Investitionssumme von 2,5 Millionen Euro ausgegangen. Eine Zahl, die wohl eher "ins Blaue" geschätzt war, wie Hauptamtsleiter Martin Weißhaar beim jüngsten Ratstreff sagte. Verlässlicher waren da schon die 3,1 Millionen, die lange als feste Größe im Raum standen. Allerdings war das noch ohne die nachträglich aufgenommene Unterkellerung, die allein schon 180 000 Euro kostete. Andere baurechtliche Erfordernisse des Dorfhauses kamen auch noch dazu.

Also musste auch dieser Betrag nach oben korrigiert werden. Anfang des Jahres 2019 war man nun mit 3 698 000 Euro gut eine halbe Million über dem ursprünglichen Wert und hoffte auf das Ende der Fahnenstange. Die neueste Berechnung, die nun am Ratstisch vorgestellt wurde, weist nun auf einmal einen Endbetrag von 3 935 000 Euro aus. Die Erhöhung ergibt aus Kosten für den Nahwärmeverbund, Kosten für die Fachplaner sowie Kosten in Höhe von 95 000 Euro für die Fernwärmeleitungen von Kindertagesstätte und Museum. "Es wäre schon sinnvoll, wenn wir jetzt mal eine Kostenbremse reinhauen würden und das Ganze deckeln könnten", befand Gemeinderat Olaf Faller. Man darf gespannt sein, ob das gelingt oder ob auch hier, wie bei vielen solchen Projekten, noch mal finanziell nachgebessert werden muss. Und einen Vorteil hat das Ganze jedoch: Durch die Erhöhung der Gesamtkosten erhöhen sich auch die Zuschüsse vom Land. Derzeit sind es gut 500 000 Euro.