Wolfgang Winterhalder, 28 Jahre alt, und Nikolaus König, 32 Jahre, besser bekannt als "Bure zum Alange", werden am Samstag, 27. Oktober, um 20 Uhr in der Kirchdorfer Festhalle auftreten. Gastgeber ist der Überauchener Sportverein, der in den vergangenen Jahren immer wieder namhafte Kabarettisten nach Brigachtal geholt hat und damit sehr erfolgreich war.

"Mit den 'Bure zum Alange' konnten wir diesmal echte Stars der Comedy-Szene verpflichten", berichtet Jürgen Effinger vom SV-Förderverein. Im Schwarzwald sind die Bure zum Alange längst Kult und sogar weit über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus bekannt. In keinem anderen Bundesland gibt es Landwirte, die am Tag als Bauern schaffen und am Abend als Kabarettisten darüber sinnieren.

So hat das Spaß-Duo bei vielen Auftritten in den vergangenen gut zehn Jahren Kabarett vom Feinsten geboten. Die beiden gelernten Landwirtschaftsmeister spinnen zwar nicht wie im Märchen Stroh zu Gold, aber sie machen "us dem Mischt auf de Höf Kunscht". Kennengelernt haben sich Winterhalder und König bereits bei der Landjugend. König interessierte sich für Kleinkunst und Winterhalder hat schon als kleiner Bub die Dialekte von Kurgästen nachgeplappert, besonders liebte er die rheinische Sprachfärbung.

Als die BSE-Krise ausbrach und sich mancher Politiker "§wahnsinniger aufführte als die Viecher", haben sie sich von Berufs wegen mit dem Thema beschäftigt und den Irrsinn auch zu Witzen verarbeitet. Bald hatten sie als "Wälderbure" ein erstes, bühnenreifes Kabarettprogramm erarbeitet. Während König auf der Bühne den zupackenden Bauern mimt, verwandelt sich Winterhalder in Hermann Schwaderlappen, einen besserwisserischen Urlauber aus dem Rheinland. Unverblümt, philosophisch und manchmal derb lassen sie sich über die Tücken und Widrigkeiten, aber auch über die Freuden des Landlebens aus.

Auch wenn sie nicht in Stallkleidung auf die Bühne kommen, kann man die Gülle riechen und die Heckschaufel sehen, die Heckschuffle, die bei ihnen zur "Handtasche des Schwarzwälders" wird. Neben Missständen, unsinnigen Verordnungen in der Landwirtschaft oder dem Höfesterben thematisieren sie die Liebe zu ihrer Heimat, so wie in den Liedern "Du mein Hof, ich Dein Bur" oder "Tief im Schwarzwald, da sind wir daheim". Nicht selten lachen die Besucher Tränen, wenn die Akteure Einblicke in den Schwarzwälder Pragmatismus und das landwirtschaftliche Berufsverständnis geben. Aus dem Hobby, für das die Freunde anfangs mit Wurstsalat entlohnt wurden, ist fernsehreife Kunst geworden.