Für die kommenden drei Monate ist die Ortsdurchfahrt in Brigachtal erschwert. Konkret geht es um die Baustelle des Kreisverkehrs an der nördlichen Ortseinfahrt, von Marbach her kommend.

Die Umleitungsstrecke während der Vollsperrung führt über Überauchen – Tannheim -Pfaffenweiler – Rietheim – Marbach.
Die Umleitungsstrecke während der Vollsperrung führt über Überauchen – Tannheim -Pfaffenweiler – Rietheim – Marbach. | Bild: Schönlein, Ute

Die Gemeinde muss dort den Kanal erneuern und nutzt die Gelegenheit, an der selben Stelle den lange geplanten Kreisverkehr zu bauen. Das bedeutet eine Vollsperrung für den Durchgangsverkehr.

Die Kreisverkehr-Baustelle wird auch die Verkehrsteilnehmer bis Dezember mit Umleitungen auf Trab halten.
Die Kreisverkehr-Baustelle wird auch die Verkehrsteilnehmer bis Dezember mit Umleitungen auf Trab halten. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Bauarbeiten an Kanal und Kreisel

Der Generalentwässerungsplan machte es notwendig, dass der Abwasserkanal in diesem Gebiet vergrößert werden musste. Hinzu kommt eine Verlegungsmaßnahme im Kreuzungsbereich, da der bisherige Kanal über Privatgrundstücke verlief. Für diese Bauarbeiten sind 440 000 Euro veranschlagt.

Parallel-Baustelle in der Gewerbestraße. Hier wird der Kanal verlegt.
Parallel-Baustelle in der Gewerbestraße. Hier wird der Kanal verlegt. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Da die Kreuzung an dieser Stelle stark und schnell befahren wird, gab es seit einigen Jahren Diskussionen, ob man die Verkehrssituation an dieser Stelle eventuell durch einen Kreisverkehr entspannen könnte. Hinzu kommt ein erhebliches Gefährdungsrisiko für kreuzende Radfahrer und Fußgänger. Mit knapper Mehrheit hatte der Gemeinderat letztes Jahr den Beschluss gefasst, bei dieser Gelegenheit die stark frequentierte Kreuzung zu einem Kreisverkehr umzubauen.

Kosten und Förderungen

Der Bau des Kreisverkehrs belastet den Gemeindehaushalt mit 630 000 Euro. In dieser Summe enthalten sind diverse Baumaßnahmen im Umfeld, wie die Verlegung und barrierefreie Gestaltung der Bushaltestelle am Friedhof. Desweiteren werden entlang der Marbacherstraße neue Leuchten installiert. Bisher waren Fußgänger und Radfahrer dort im Dunkeln unterwegs.

Im Gegenzug erhält die Gemeinde eine Förderung in Höhe von 65 000 Euro für den Bau eines Fußgänger- und Radüberweges am Rande des Kreisverkehrs. Eine weitere Kostenersparnis ergibt sich auch aus der Tatsache, dass durch die Verbindung mit den Arbeiten am Kanal gewisse Synergien erzielt werden können.

Yvonne Roth vom Hauptamt, Bürgermeister Michael Schmitt und Ortsbaumeister Patrick Lutz über den Bauplänen.
Yvonne Roth vom Hauptamt, Bürgermeister Michael Schmitt und Ortsbaumeister Patrick Lutz über den Bauplänen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Da die ausführende Baufirma angeboten hatte, zusätzlich eine zweite Baukolonne einzusetzen, hatte man sich für einen zeitnahen Baubeginn im Herbst entschieden. Das verringert die Zeit der Vollsperrung und stellt sicher, dass der Bau voraussichtlich vor dem Winter fertiggestellt werden kann. Um das Tempo zu erhöhen und die Qualität der Bauausführung zu steigern, war eine halbseitige Vollsperrung notwendig. Da die Gewerbebetriebe in der Industriestraße keine andere Zufahrtsmöglichkeit haben, war es nicht möglich, eine andere Variante zu wählen.

Folgen für den Straßenverkehr

Im ersten Schritt wird die nördliche Seite des Kreuzunsgbereichs gesperrt. Das bedeutet, dass eine Zufahrt von und nach Marbach nicht mehr möglich ist. Nur der innerörtliche Anliegerverkehr kann zwischen der Kälberweid, der Gewerbestraße und der Marbacherstraße im Kirchdorfer Bereich verkehren. Sobald dieser Teilbereich fertig gestellt ist, wird in etwa drei Wochen die Sperrung auf die andere Seite verlegt. Dann können aller Voraussicht nach zumindest Anlieger auch wieder von und nach Marbach in die Kälberweid und die Gewerbestraße einfahren.

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Während der gesamten Bauzeit wird der Verkehr über Überauchen nach Tannheim, Pfaffenweiler und Rietheim umgeleitet. Die Abkürzung zwischen Überauchen und Rietheim wird auf maximal 2,8 Tonnen beschränkt und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Km/h eingeführt, so dass dort keine LKWs fahren dürfen. Eine Ausnahme gibt es für den Linienbus.

Verspätungen für Busse

„Durch diesen Umweg wird es während der Bauzeit auch zu deutlichen Verspätungen im Busfahrplan kommen“, so Yvonne Roth vom Hauptamt. „Dafür ist aber sichergestellt, dass die indirekt betroffenen Bushaltestellen an der St. Martinskirche und am Friedhof weiterhin bedient werden.“

„Fußgänger und Radfahrer werden voraussichtlich die ganze Zeit den Weg von und nach Marbach nutzen können“, erklärt Ortsbaumeister Patrick Lutz. „Sobald in den nächsten Wochen der neue Radweg zwischen Brigachtal und Marbach fertiggestellt sein wird, wird sich auch hier die Lage entspannen.“

Radweg-Baustelle Brigachtal, Blick nach Norden Richtung Rietheim/Marbach
Radweg-Baustelle Brigachtal, Blick nach Norden Richtung Rietheim/Marbach | Bild: Hans-Juergen Goetz

Diskussion um den Kreisverkehr

Neben der Kostenfrage gab es im Vorfeld Diskussionen über die Funktionalität des Kreisverkehrs. Speziell der LKW-Verkehr aus der Gewerbestraße in Richtung Marbach muss einmal um den Kreis herum fahren. Um sicherzustellen, dass große Fahrzeuge das problemlos bewältigen können, werden an den entsprechenden Stellen sogenannte Überfahrbereiche eingebaut. Um deren Dimensionen genau festlegen zu können, hatte man in der Planungsphase spezielle Tests und Fahrversuche mit entsprechenden Fahrzeugen vorgenommen.

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Für überlange Sattelschlepper besteht die Möglichkeit, den Kreisverkehr gegen den Regel-Verkehr zu durchfahren. Dies geschieht mit Hilfe der Polizei, die dort den Verkehr für ein bis zwei Minuten anhalten muss. Was merkwürdig klingt, wird bereits heute dort so praktiziert, kommt aber eher selten vor.

Gespräche mit Betrieben

Im Vorfeld wurde seitens der Gemeinde mit allen Gewerbebetrieben gesprochen, um eventuelle Probleme während der Bauzeit so gut wie möglich verhindern zu können. „Wir haben sehr viel Zuspruch und Unterstützung durch die dortigen Anlieger“, so Bürgermeister Michael Schmitt. „Alle ziehen an einem Strang und die ausführende Baufirma hat das Ziel, so schnell wie möglich fertig zu werden.“