Bei der Planung der Neugestaltung der Ortsmitte Überauchen wurde ein wichtiger Schritt nach vorne getan. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung dem aktuellen Konzept zu und brachte die weitere Planung für das Dorfhaus auf den Weg. Diskussionen gab es am Ende über die Höhe, die das Gebäude haben soll.

  • Neuer Ort für Vereine: Das zentrale Element der Konzeption ist das Dorfhaus, das auf dem ehemaligen Hirt-Areal entstehen soll. Das ursprünglich schlanke Design habe durch einen Anbau erweitert werden müssen, um dem Wunsch nach einem Multifunktionsraum gerecht zu werden, sagte Bernhard Storz von Architekturbüro Storz. Dieser ist nötig, da eine Sanierung der bestehenden Halle aus finanzieller Sicht nicht sinnvoll ist und sie deshalb abgerissen werden soll, die Vereine dann aber einen anderen Ort für Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten benötigen. Bei der größeren Variante, die am Ende die Zustimmung des Gemeinderats erhielt, hat der Multifunktionsraum eine Größe von zwölf mal 20 Metern. Das Gebäude selbst wäre rund 14,6 Meter hoch und orientiere sich damit an den bestehenden Gebäuden. Bei der kleineren Variante mit einer Gebäudehöhe von 12,5 Metern wäre der Raum laut Plan zehn mal 16 Meter groß. Die Kosten liegen voraussichtlich bei rund 3,1 Millionen Euro für die größere Variante und rund 2,4 Millionen Euro für die kleinere. Bernhard Storz plädierte mit Blick auf den Mehrzweckraum für die größere Variante. "Wir müssen diesen großen Raum so integrieren, dass er funktioniert", sagte er.
  • Vier Betreuungsgruppen: Auch beim Neubau der Kindertagesstätte Bondelbach auf dem Gelände der derzeitigen Halle tendiert die Gemeindeverwaltung zur großen Variante. Nach dem vorgestellten Plan soll ein zweigeschossiges Gebäude entstehen, das Platz für vier Gruppen hat. Auch der Ganztagsbetrieb und die Betreuung von Kleinkindgruppen seien möglich. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf rund 2,1 Millionen Euro belaufen, wobei aber Ausstattung und Außenanlage zusätzlich zu Buche schlagen werden, erklärte Architekt Storz. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Heimatmuseum sei, was die Nutzung des Außenbereich anbelange, eine Verbindung der beiden Einrichtungen sinnvoll. Das Museumsgebäude sollte aus zwei Gründen in Gemeindebesitz bleiben, meinte Christian Sammel vom Stadtplanungsbüro FSP. Zum einen seien Konflikte zwischen eventuellen Bewohnern eines möglichen Wohnprojekts und Veranstaltungen im Dorfhaus, beispielsweise was Lärmbelastung angeht, möglich. Zum anderen habe das Gebäude großen Wert für die Zukunftsentwicklung, über das dann weiterhin die Gemeinde verfügt.
  • Potenzial für Mietwohnungen: Neuer Wohnraum ist hingegen fest auf dem ehemaligen Kranz-Areal vorgesehen. Dieses Areal wurde in zwei Bereiche unterteilt. Im hinteren Bereich sieht das Konzept die Bebauung mit Einfamilienhäusern vor, auf dem vorderen Bereich, der direkt an der Bondelstraße liegt, soll ein Mehrfamilienhaus errichtet werden. Darüber freute sich Gemeinderat Josef Vogt (Pro Brigachtal), der die Möglichkeit für Mietwohnungen sieht. "Es ist gut, dass man auf dem Kranz-Areal Etagenwohnbau plant. Es braucht in Brigachtal mietbaren Wohnraum."
  • Möglicher Parkplatzmangel: Die aktuelle Planung sieht insgesamt 45 öffentliche und zwölf private Parkplätze vor, erklärte Bernhard Storz. Das sei das Minimum, das erreicht werden müsse. Daher könnte es bei größeren Veranstaltungen im Dorfhaus zu Engpässen kommen. Bürgermeister Michael Schmitt betonte allerdings, dass die Zahl der Parkplätze eine Verbesserung zum Ist-Zustand darstelle.