"Ich mache auf gar keinen Fall weiter", sagte der langjährige Vorstandssprecher des Brigachtaler Martinschors, Gerold Häßler, beim Jahrestreff des mit 311 Jahren ältesten Brigachtaler Vereins. Dass er nicht mehr kandidieren wolle, hatte der 75-jährige bereits vor genau einem Jahr bei der letzten Hauptversammlung angekündigt. In der Folgezeit wollte sich dann partout kein Nachfolger für ihn finden, sodass der Chor nun ohne offizielle Führungsspitze dasteht. Häßler war jedoch bereit, den Verein noch bis zum 11. März kommissarisch zu leiten. Bis dann soll geklärt werden, ob es laut den Statuten der Freiburger Diözese möglich ist, das operative Geschäft auf mehrere Schultern zu verteilen.

Eine gravierende Änderung gab es im vergangenen Jahr auch bei der musikalischen Leitung. Chorleiterin Baika Urka hatte den Kirchenchor in den vergangenen zwei Jahren mit viel Engagement geleitet. Aufgrund von Gastspielen im In- und Ausland und dem damit verbundenen Zeitmangel, gab die Dirigentin zum 30. April ihren Rückzug bekannt. Seit Mai 2018 leitet nun Thomas Schneider den 38 Mitglieder umfassenden Martinschor.

Eine äußerst erfreuliche finanzielle Bilanz zog Kassierin Birgit Ohmann. Am Ende blieb ein nettes Sümmchen übrig. Dass der Chor auch singt und den liturgischen Dienst bereichert, versteht sich von selbst: Insgesamt 47 Proben und Auftritte hatte der Chor übers Jahr verteilt, das berichtete Schriftführer Leonard Gut. Neben kirchlichen Auftritten, bereicherte der Chor auch weltliche Feiern, wie runde Geburtstage.

Im Mittelpunkt des sakralen Klangerlebnisses stand das Patrozinium am 11. November: Dargeboten wurde die Orgelsolomesse "Missa brevis Sancti Joannis de Deo", von Joseph Haydn. Beim "Laudate Dominum", von Wolfgang Amadeus Mozart, hatte Baiba Urka nochmals einen Gastauftritt mit ihrem ehemaligen Chor.

Bei den Ehrungen wurde Emma Willmann, die seit 70 Jahren Vereinsmitglied ist und Pina Eichkorn, die dem Chor seit 40 Jahren die Treue hält, noch mit Geschenken und Urkunden bedacht.