Der Brigachtaler Gemeinderat hat den aktualisierten Entwurf des Haushaltsplanes 2020 diskutiert.

  • Steuereinnahmen: Rechnungsamtsleiter Harald Maute konnte nun unter anderem die neusten Daten der Steuerschätzung vom Oktober einarbeiten. Diese fiel nun doch positiver aus, als noch im September erwartet und so darf die Gemeinde für 2020 mit über 6,1 Millionen Euro aus der Steuerzuweisung rechnen. Im Gegenzug rechnet Maute für 2020 aber auch mit einer Erhöhung der Kreisumlage. Darüber wird der Kreistag aber erst in einer der nächsten Sitzungen zu entscheiden haben.
  • Glasfaser: Erfreulicherweise wirft der Glasfaser-Eigenbetrieb erstmals Gewinn ab. Mit 2 100 Euro ist das noch ein zartes Pflänzchen, dessen Erträge aber nun über die Jahre stetig zulegen werden. Das liegt zum einen an den zusätzlich neu angeschlossenen Haushalten, zum anderen aber auch an den neuen Erträgen aus der Vermietung von bestehenden Glasfaserleitungen für den Netzwerk-Backbone, dem Rückgrat des Netzwerkes, des Landkreises.
Die Zentrale des Brigachtaler Glasfaser-Netzwerks. Von hier werden alle Hausanschlüsse zentral mit Internet, Telefon und hunderten von Fernsehprogrammen versorgt.
Die Zentrale des Brigachtaler Glasfaser-Netzwerks. Von hier werden alle Hausanschlüsse zentral mit Internet, Telefon und hunderten von Fernsehprogrammen versorgt. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Damit können nun auch die seinerzeit dafür aufgenommenen Kredite wesentlich schneller getilgt werden, als ursprünglich geplant. Hier zeigt sich, dass sich eine weitsichtige und mutige Investitionsentscheidung auszahlen kann, vom unmittelbaren Nutzen für die Einwohner gar nicht erst zu sprechen.

  • Bauland: Ebenfalls positiv entwickelt sich der Haushalt des Eigenbetriebs „Bauland“. Hier fließen erhebliche Erträge aus dem Verkauf von Bauland und Erlöse von Erschließungsmaßnahmen in den Haushalt zurück und können nun zur Tilgung von Darlehn verwendet werden.
  • Wasser: Beim der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung werden hingegen Mehrausgaben auf die Gemeinde zukommen. Dies hat zum einen mit verschiedenen geplanten Sanierungsmaßnahmen in der Ahrenbergstraße, Schützenstraße, dem Öschleweg und dem Regenrückhaltebecken Bondelbach zu tun.
Wassermeister Gotthard Klocker bei der Entnahme einer Wasserprobe im Hochbehälter Überauchen.
Wassermeister Gotthard Klocker bei der Entnahme einer Wasserprobe im Hochbehälter Überauchen. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Zum anderen aber auch mit Neubauprojekten im Bereich Gaisberg-Süd und vor allem dem geplanten gemeinsamen Wasserwerk „Oberried“, zusammen mit der Stadt Bad Dürrheim. Für diese Vorhaben wird eine Kreditaufnahme in Höhe von 243 500 Euro geplant. Auf mittlere Sicht ist hier auch mit einer Erhöhung der Wasser- und Abwasserpreise zu rechnen. Über deren Höhe wird der Gemeinderat in der nächsten Sitzung zu beraten haben.

  • Dorfhaus und Tagesstätte: Im Kernhaushalt sind die geplanten Kosten für das Dorfhaus in Höhe von 4,1 Millionen Euro bereits eingeplant. Neu kommt nun aber die Kostenplanung für den geplanten Neubau der Bondelbach-Kindertagesstätte dazu. Hierfür veranschlagt Rechnungsamtsleiter Harald Maute im Haushaltsplan von 2020 bis 2023 einen Finanzierungsbedarf in Höhe von 4,6 Millionen Euro.
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Die erstmalige Nennung dieser Summe ließ ein Raunen durch die Reihen der Gemeinderäte ziehen. Auch wenn zum Neubau der Kita im Ortsteil Überauchen bereits Konsens im Rat bestand, schienen die Räte ob dieses Kostenvolumens doch überrascht worden zu sein. Im Gespräch mit dieser Zeitung betonte Maute, dass die 4,6 Millionen Euro die „maximale Summe“ für den Neubau wäre. Noch sei nicht entschieden, ob die Kita so gebaut werde. Bisher gebe es nur eine grobe Skizze zum Entwurf. Bürgermeister Michael Schmitt ergänzte dazu, dass der Neubau entsprechend den bisherigen Beschlüssen für fünf Gruppen ausgelegt werden soll. Die genaueren Planungen wird der Gemeinderat in einer der kommenden Sitzungen diskutieren.

  • Finanzierungsmöglichkeiten: Für etwas Entspannung sorgte dann doch noch die abschließende Aufstellung von Harald Maute, die aufzeigt, dass der Gemeinde in den kommenden Jahren durchaus auch größere Finanzierungsmöglichkeiten aus Grundstücksverkäufen, Rückflüssen aus Zuschüssen und Beteiligungen und Vermögensverkäufen in Höhe von rund 9,3 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Somit stimmte der Rat einstimmig einer geplanten Kreditaufnahme in Höhe von 500 000 Euro für 2020 zu.