Nach den vergangenen Sommerwochen ähneln die Rasenflächen in deutschen Vorgärten und Parks einer abgetretenen Fußmatte. Statt saftigem Grün dominiert fleckiges Braun das Stadt- und Landschaftsbild. Auch das Unterholz in den Wäldern ist ausgetrocknet. Ein einzelner Funke könnte reichen, um einen Waldbrand zu verursachen. Aus diesem Grund hat die Gemeindeverwaltung Brigachtal beschlossen, den Grillplatz Brigachtal-Beckhofen zu schließen.

"Nach Rücksprache mit dem Forstamt Schwarzwald-Baar-Kreis haben wir diesen Schritt beschlossen", sagt Christine Schafbuch, Assistentin des Hauptamtsleiters Martin Weißhaar. "Die Sperrung ist auf unbestimmte Zeit verhängt. Das Wetter muss sich erst ändern, bis wir den Grillplatz wieder freigeben können." Vorgekommen sei das in den vergangenen drei Jahren noch nicht.

Auch Yvonne Roth, die für das Ordnungsamt zuständig ist, kann sich an keine Sperrung in der Vergangenheit erinnern. "Wir haben am Dienstag vor einer Woche Schilder aufgestellt und den Grillplatz mit rot-weißem Band abgesperrt", sagt sie. Nur die Kontrollen gestalten sich schwierig: "Wir können nicht jede Nacht raus fahren um zu schauen, ob dort jemand grillt", sagt Roth.

Sven Jager vom Forstamt Schwarzwald-Baar-Kreis schätzt die Situation als "brandgefährlich" ein. "Es gibt fünf Waldbrandstufen. Ab Stufe drei ist das Grillen verboten, wenn die Grillstelle weniger als 100 Meter entfernt vom Waldrand ist", sagt Jager. Der Deutsche Wetterdienst schätzt die Gefahr hoch ein: Waldbrandstufe fünf sei bereits im Schwarzwald-Baar-Kreis ausgerufen worden. "Deswegen ist es keine Frage, ob ein Grillplatz geschlossen werden muss. Jetzt ein Feuer in Waldnähe zu machen, wäre fahrlässig." Laut Sven Jager sei es so trocken, dass auch eine Stunde Regen nicht mehr helfen könne. "Das würde einfach verdunsten", sagt er.

Woher kommen die Warnungen?

Neben Hitze- und Unwetterwarnungen kommt auch die Warnung vor Waldbränden vom Deutschen Wetterdienst. Andreas Brömser ist Diplommeteorologe und der agrarmeteorologische Berater für den Wetterdienst und erklärt, was es mit den Waldbrandwarnungen auf sich hat.

  • Ein Modell berechnet die Warnstufen. Ab Stufe drei werden Grillplätze geschlossen, bei der Maximalstufe fünf herrscht akute Gefahr. "Das Modell bezieht sich dabei auf den Wetterverlauf der vergangenen Tage und die Vorhersagen für die kommenden", sagt Andreas Brömser. Die Stufen vier und fünf seien aktuell in Deutschland weit verbreitet.
  • Entwarnung werde es wohl schon diese Woche geben. "Am Donnerstagnachmittag zieht vom Westen her ein Unwetter auf und wird in Deutschland für flächendeckenden Regen sorgen", sagt der Meteorologe. Überschwemmungen seien dabei nicht auszuschließen, aber Brömser schätzt die Wahrscheinlichkeit dafür eher gering ein.
  • Erosion sei laut dem Meteorologen die größere Gefahr. "Freiliegende Flächen werden durch die Hitze ausgetrocknet. Bei Starkregen werden diese Flächen vor allem an steilen Hängen einfach weggespült." Dadurch gehe reichhaltiger Boden verloren. Das stelle vor allem die Landwirtschaft vor Probleme, da sie auf die Nährstoffe im Boden angewiesen ist. Durch den beschriebenen Vorgang, landen diese Stoffe allerdings in den Flüssen.