Eine mangelhafte Informationspolitik seitens der Gemeindeverwaltung bemängeln die Mitglieder der Interessengemeinschaft Kreuzäcker, so der Tenor eines Pressegespräches mit dem SÜDKURIER. Vor fast genau einem Jahr hatte die Gemeindeverwaltung Brigachtal zu einem Informationsabend über die Gemeindeentwicklung eingeladen, bei der auch über Standorte künftiger Gewerbeansiedlungen diskutiert wurde.

Andreas Thomma, Uwe Rehnert, Udo Mayer, Maria Jose Rocha, Daniel Daucher, Thomas Disch engagieren sich in der Interessengemeinschaft Kreuzäcker.
Andreas Thomma, Uwe Rehnert, Udo Mayer, Maria Jose Rocha, Daniel Daucher, Thomas Disch engagieren sich in der Interessengemeinschaft Kreuzäcker. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Im Zentrum des Interesses stand seinerzeit schon das Gewann Kreuzäcker, unmittelbar nördlich des Steinbruches gelegen. Hier soll mittelfristig ein rund zehn Hektar großes Gebiet als Gewerbefläche ausgewiesen werden. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft befürchten, dass dieses Gewerbegebiet die Wohnqualität im Ortsteil Kirchdorf nachhaltig verschlechtert. Mit einem umfangreichen Themenkatalog hinterfragen sie die Sinnhaftigkeit dieser Planung. Grundsätzlich, so wird von der IG betont, sei man nicht gegen eine sinnvolle und zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung. Ob dies über die Ausweisung von Gewerbeflächen zu erreichen ist, wird mit Fragezeichen versehen.

  • Drei Problemfelder: Die IG nennt drei Problemfelder auf ihrem umfangreichen Fragenkatalog, auf die aus ihrer Sicht bislang keine schlüssigen Antworten gegeben wurden. Zum einen gehe es um den „immensen“ Landschaftsverbrauch, der ein „Filetstück“ der Baar für immer vernichte. „Wir sprechen hier von gut 20 bis 30 Hektar Gesamtflächenverbrauch“, so Andreas Thomma von der IG, „denn die Erschließungsstraße in Richtung Osten muss man dazurechnen.“ Das zweite Problem sehen die Betroffenen in der zunehmenden Verkehrsbelastung. Es wird befürchtet, dass die geplante Entlastungsstraße weiteren Verkehr in die schon jetzt stark belastete Ortsmitte ziehen wird. Das würde der angestrebten Verkehrsberuhigung in Brigachtal zuwider laufen. Problematisch wird vor allem der starke Anstieg in der Schützenstraße in Richtung Osten gesehen. Über allen Maßnahmen schwebe, so die Mitglieder der IG einhellig, als drittes Problem auch die Frage der Finanzierung der Infrastruktur und des Grunderwerbs. Größte Zweifel hegt Uwe Rehnert an der Aussage der Gemeindeverwaltung, dass sich das Ausweisen des Gewerbegebiets jemals rechne.
  • Alternative: Ein sinnhaftes Entwicklungspotential sieht die IG dagegen in der Nutzung des Steinbruchs, wo laut Aussagen der Mitglieder die Inhaberin eine Fläche von einigen Hektar für eine Gewerbeansiedlung zur Verfügung stellen könne. Laut der IG werde dieses Konzept aber nicht mit der notwendigen Dringlichkeit verfolgt. Da der Steinbruch auf absehbare Zeit seine Abbautätigkeit einstelle, sieht die IG hier rein flächenmäßig deutliche Vorteile zur Ansiedlung von Gewerbe, zumal die Lärmemissionen in Richtung Wohngebieten aufgrund der natürlichen Schallschutzwände gering gehalten werden könnten. Allein der zunehmende Lieferverkehr würde keine Entlastung für Brigachtal mit sich bringen.
  • Gerüchte: Die IG Kreuzäcker möchte mit ihrem Drängen nach Informationen auch der brodelnden Gerüchteküche entgegentreten. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Gemeindeverwaltung anlässlich der Infoveranstaltung vom Herbst 2017 große Offenheit in der Planungsphase versprochen hatte.