Lange wurde darüber diskutiert, nun sieht es so aus, als ob er realisiert wird: der Kreisverkehr am Brigachtaler Ortseingang Richtung Marbach. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für eine grundsätzliche Umsetzung des Projekts. Bis es aber tatsächlich konkret wird, müssen noch einige Punkte geklärt werden.

Stadtplaner Henner Lamm und Ingenieur Marcus Greiner stellten die Ziele und voraussichtlichen Kosten des Projekts vor. Man wolle vier Ziele mit dem Kreisverkehr erreichen, erklärte Lamm: eine Geschwindigkeitsreduzierung, einen deutlich erkennbaren Ortsbeginn, eine erhöhte Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer und eine Entsiegelung von Flächen. Aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) sei für die Planung um den Kreisverkehr eine Förderung von rund 65 000 Euro bewilligt worden. Der Kreisel selbst sei nicht förderungsfähig. Insgesamt werden sich die Kosten voraussichtlich auf etwa 623 000 Euro belaufen, erläuterte Marcus Greiner. Hinzu kommen dann noch zu ermittelnde Kosten für Kanalarbeiten, die gleichzeitig umgesetzt werden sollen.

Ein wesentlicher Diskussionspunkt war, ob der Kreisverkehr ein unüberwindbares Hindernis für den Lastverkehr des Gewerbegebiets darstellen könnte. CDU-Gemeinerat Theobald Effinger bezweifelte, dass ein langer Sattelzug um den Kreisverkehr kommen wird, ohne die Mitte oder die Verkehrsinseln zu überfahren. "Wir verschlechtern uns auf jeden Fall", sagte er. Er ließ sich aber von der Versicherung der Planer überzeugen, dass der Kreisverkehr so gebaut werden kann, dass ihn auch überlange Fahrzeuge, bei denen dann ohnehin die Polizei beteiligt sein wird, passieren können. SPD-Gemeinderat Jens Löw betonte, dass auch während der Bauarbeiten soweit möglich auf die Bedürfnisse der ansässigen Unternehmen geachtet werden sollte.

Gemeinderat Olaf Faller von der Bürgerinitiative Brigachtal wollte klargestellt wissen, ob eine Zustimmung zum jetzigen Zeitpunkt bedeute, dass der Kreisverkehr auf jeden Fall kommt. Es gehe zwar nicht gleich in die Ausschreibung, antwortete Bürgermeister Michael Schmitt. Dennoch gehe es nun um einen klaren Grundsatzentscheid für oder gegen das Projekt. "Man bekennt sich jetzt zum Kreisverkehr, oder nicht", sagte er.

Am Ende stimmte eine Mehrheit von neun zu vier Gremiumsmitgliedern für den Kreisverkehr. Bei der weiteren Projektplanung sollen überlange Sattelzüge berücksichtigt und verschiedene Möglichkeiten, den Geh- und Radweg zu verlegen geprüft werden. Parallel soll die Planung für die Arbeiten am Abwasserkanal weiter ausgearbeitet werden, damit eine gemeinsame Umsetzung möglich ist.