Es dürfte wie einst bei der Erschließung des Landes mit dem seinerzeit modernsten Verkehrsmittel gewesen sein: der Eisenbahn. Überall wurde damals Erde bewegt, um per Schienenstrang die Menschen näher zu bringen.

Zwischen Brigachtal und Grüningen lässt der Zweckverband Breitband eine zusätzliche Glasfaserleitung (Backbone) brigachabwärts verlegen.
Zwischen Brigachtal und Grüningen lässt der Zweckverband Breitband eine zusätzliche Glasfaserleitung (Backbone) brigachabwärts verlegen. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

In diesen Wochen und Monaten sieht man landauf, landab kleine Bagger, die sich grabend durch die Straßen bewegen, damit wenige Augenblicke später schwarze Leerrohre in die Erde versenkt werden können. So auch in Brigachtal, wo seitens der Kommune weite Teile des Gemeindegebietes und der Außenbezirke bereits vor Jahren mit Glasfaserkabeln erschlossen wurden.

Ballett der Bagger in der Brigachtaler Steigstraße weisen auf umfangreiche Grabarbeiten für das Kabelverlegen hin.
Ballett der Bagger in der Brigachtaler Steigstraße weisen auf umfangreiche Grabarbeiten für das Kabelverlegen hin. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Nachdem vor Jahren die Telekom kein Interesse an der Breitbandversorgung gezeigt hatte, war es die Gemeinde, die in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Stiegeler IT die Erschließung des Ortes per Glasfaserkabel in Eigenregie in die Hand genommen hatte. Aus diesem Grund wurde auch der Eigenbetrieb Glasfasernetz Brigachtal ins Leben gerufen, der die Finanzierung der Infrastrukturmaßnahme übernommen hat.

Allenthalben gebaggert wird im Auftrag der Telekom derzeit in Überauchen.
Allenthalben gebaggert wird im Auftrag der Telekom derzeit in Überauchen. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die Gemeinde Brigachtal damit Pionierarbeit geleistet hat, noch bevor der Zweckverband Breitbandversorgung des Landkreises gegründet wurde. Inzwischen nutzen knapp 600 von 800 angeschlossenen Haushalten in Brigachtal via Glasfaserkabel die Vorteile des schnellen Internets. Mit steigender Tendenz, wie der Internetanbieter Stiegeler IT mitteilte.

Allenthalben gebaggert wird im Auftrag der Telekom derzeit in Überauchen.
Allenthalben gebaggert wird im Auftrag der Telekom derzeit in Überauchen. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Offensichtlich hat die Telekom nun erkannt, dass auch ihre Kunden einen zeitgemäßen Internetzugang fordern, und hat umfangreiche Baumaßnahmen in Gang gesetzt, damit schnellere Internetanschlüsse möglich werden. Das führte dazu, dass in Brigachtal allenthalben Gehwege und Straßen abermals aufgerissen werden um Leerrohre und Kabel zu verlegen. Das wird nicht nur von den Gemeinderäten mit Stirnrunzeln wahrgenommen.

Ballett der Bagger in der Brigachtaler Steigstraße weisen auf umfangreiche Grabarbeiten für das Kabelverlegen hin.
Ballett der Bagger in der Brigachtaler Steigstraße weisen auf umfangreiche Grabarbeiten für das Kabelverlegen hin. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Auch die Bevölkerung äußert Unmut über das abermalige Aufreißen von Gehwegen und Straßen, wird der Flickenteppich im Straßenbelag doch deutlich bunter. Dass die Telekom wenig Interesse am dem Bekanntwerden hat, wer da in der Gemeinde buddelt, zeigt das Fehlen von Hinweisschildern, wie sie in anderen Fällen gerne aufgestellt werden. Eine Stellungnahme zum Ausbau seitens der Telekom AG war trotz wiederholter Anfragen nicht zu erhalten.

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Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen in der Region verweist der Zweckverband Breitbandversorgung auch darauf hin, dass zwischen Brigachtal und Grüningen derzeit eine Versorgungsleitung (Backbone) zur weiteren Erschließung der Region verlegt wird. Der Hauptknotenpunkt befindet sich auf der Gemarkung Brigachtal, von wo aus dann auch brigachabwärts gelegene Ortschaften versorgt werden sollen. Auch weiter entfernt liegende Anwesen kommen dann in den Genuss eines direkten Glasfaseranschlusses. Im nahen Villinger Ortsteil Marbach sind gegenwärtig ebenfalls Grabarbeiten zugange.

Zwischen Brigachtal und Grüningen lässt der Zweckverband Breitband eine zusätzliche Glasfaserleitung (Backbone) brigachabwärts verlegen.
Zwischen Brigachtal und Grüningen lässt der Zweckverband Breitband eine zusätzliche Glasfaserleitung (Backbone) brigachabwärts verlegen. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Nach Aussage von Ortsvorsteherin Diana Kern-Epple verlegt ein Subunternehmen der Telekom derzeit Kabel für das Vectoring-Verfahren. Dabei werden Glasfaserkabel an Verteilerkästen in Marbach gelegt. Von diesen Knotenpunkten werden die Häuser dann via Kupferkabel mit dem Internetsignal versorgt. Dieses Verfahren birgt jedoch deutliche Nachteile gegenüber dem direkten Glasfaseranschluss in den Häusern, verschlechtert sich doch die Datenrate mit der Entfernung von den Knotenpunkten via Kupferkabel drastisch. Der Zweckverband Breitbandversorgung bietet dagegen den direkten Glasfaseranschluss zu Hause an.