Nach den Kommunalwahlen am kommenden Sonntag, 26. Mai, endet bald auch eine fünfjährige Legislaturperiode. Dann heißt es mit einem neuen Gemeinderat kommende Aufgaben oder begonnene Projekte anzugehen. Wahlen bieten auch Gelegenheit zurückzublicken. Die Gemeinde Brigachtal, mit Bürgermeister Michael Schmitt an der Spitze, hat in den letzten fünf Jahren ein enormes Packet an Aufgaben geschnürt und viele ehrgeizige Ziele ungesetzt.

  • 2014: Mit dem Ausbau des kommunalen Glasfasernetzes startet Bürgermeister Schmitt im Jahr 2014 ein ehrgeiziges Vorhaben. Nur wenige Gemeinden waren diesbezüglich bereits so weit vorangeschritten wie Brigachtal. Die Realisierung sei ein großartiger Erfolg für die Gemeinde, sagte Schmitt nach Abschluss. Bereits in den letzten Dezembertagen des Jahres 2014 kamen die ersten Brigachtaler in den Genuss der Breitbandversorgung. Die Schule Brigachtal konnte am 19. Dezember, nach insgesamt fünf Jahren, den Abschluss der Sanierungsarbeiten feiern. Der Start der Ganztagsschule, bereits ab Klassenstufe 1, wurde vollzogen. In die Planung ging auch der Neubau der Kindertagesstätte St. Martin, mit veranschlagten Kosten von knapp zwei Millionen Euro. Für Häuslebauer wurde „Ob dem Dorf II“ mit elf Bauplätzen erschlossen. Auch die Ortskernsanierung in Überauchen beschäftigte bereits den Gemeinderat und die Planung begann.
Mit einem symbolischen Spatenstich Ende Juli 2016 wird der Start des neuen Seniorenzentrums eingeläutet. Mit dabei sind Marc Zenc (von links), von der FWD Hausbau- und Grundstücksgesellschaft aus Dossenheim, Otto Sieber und Michael Stöffelmaier (beide Caritas), Architekt Georg Denninger, Matthias Günther (FWD), Brigachtals Bürgermeister Michael Schmitt, Landrat Sven Hinterseh und Alexander Tröndle, damals Bauamtsleiter in Brigachtal.
Mit einem symbolischen Spatenstich Ende Juli 2016 wird der Start des neuen Seniorenzentrums eingeläutet. Mit dabei sind Marc Zenc (von links), von der FWD Hausbau- und Grundstücksgesellschaft aus Dossenheim, Otto Sieber und Michael Stöffelmaier (beide Caritas), Architekt Georg Denninger, Matthias Günther (FWD), Brigachtals Bürgermeister Michael Schmitt, Landrat Sven Hinterseh und Alexander Tröndle, damals Bauamtsleiter in Brigachtal. | Bild: Klaus Dorer
  • 2015: In diesem Jahr stand Brigachtal im Zeichen der 1250-Jahrfeier, als die ursprünglich eigenständigen Gemeinden Klengen, Kirchdorf und Überauchen, an die urkundliche Erwähnung anno 765 erinnerten. Das mehrtägige Fest beinhaltete ein Festbankett und einen großen Festumzug. Bei bestem Sommerwetter herrschte Hochbetrieb auf der Festwiese. Und auch die 30-jährige Partnerschaft mit der französischen Stadt Essey lès Nancy stand im Focus. Auf kommunaler Seite wurde das Glasfasernetz nun fertiggestellt und auch die Arbeiten an den Außenanlagen der Schule wurden abgeschlossen. Die bestehende Kindertagesstätte St. Martin wurde abgerissen. Bald danach wurde mit dem Neubau der Kita begonnen. Und auch das Hallenumfeld der Kirchdorfer Halle erfuhr eine deutliche Verjüngungskur. Das Seniorenzentrum Brigachtal mit der geplanten Erweiterung des bestehenden Gebäudetraktes für betreutes Wohnen nahm konkrete Formen an. Die Beschlüsse wurden noch in 2015 gefasst und der Spatenstich konnte dann, mit ein wenig Verzögerung, Ende Juli 2016 erfolgen.
  • 2016: In diesem Jahr konnte die Gemeinde zuvor Begonnenes fortsetzten oder abschließen. Dazu gehört auch die Einweihung des Seniorenzentrums mit den ergänzenden Angeboten der Pflege- und einer Tagesbetreuungsgruppe. Mit der Fertigstellung der Kindertagesstätte Froschberg und dem Einzug der bisher eigenständigen Kitas St. Martin und Schlupfwinkel in das neue Gebäude hat die Gemeinde nun ein weiteres zeitgemäßes Angebot für die Kinderbetreuung geschaffen. Beim neuen Wohnbaugebiet Bromenäcker war ein Großteil der Bauplätze bereits vor dem Jahreswechsel 2016/17 vergeben. Eine gravierende Änderung gab es in der Überauchener Dorfmitte. Das ehemalige Gasthaus „Kranz“ und das Schlachthaus wurden abgerissen. Im Anschluss wurde für die Ortsmitte ein Planungswettbewerb initiiert.
  • 2017: Das Jahr 2017 stand ganz im Bestreben, die Ortskernsanierung von Überauchen voranzubringen. Der Planungswettbewerb wurde abgeschlossen. Damit hatte man nun konkrete Ausbaupläne vorliegen. „Im weiteren Verlauf wird noch mit dem Abriss der bisherigen Mehrzweckhalle, dem Neubau der Kindertagesstätte Bondelbach, der Neugestaltung des Vorplatzes, der Sanierung des Heimatmusemus sowie der Wohnbebauung des gegenüberliegenden Kranz-Areals das Herz von Überauchen ein neues, interessantes Gesicht bekommen“, kündigte der Bürgermeister zum Jahreswechsel 2017/18 an. Immer wieder im Rat diskutiert wurde auch der geplante Kreisverkehr Kälberweid/Gewerbestraße, der zukünftig für eine geänderte Verkehrssituation sorgen wird. Eine gravierende Änderung gab es bei den bisher eigenständigen Fußballvereinen Klengen und Kirchdorf, die seit dem 11. März 2016 als FC Brigachtal gemeinsam kicken. In diesem Zug wurde das Gewann Kreuzäcker, beim Sportgelände Kirchdorf, als neu geplantes Gewerbegebiet ausgewiesen. Dieses Gelände, mit einer Fläche von zirka zehn Hektar, wurde in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Denn wie es aus dem Rathaus hieß, besteht im Gemeinderat Einigkeit darüber, dass für das heimische Gewerbe die Flächen auszuweiten sind.
Brigachtals Bürgermeister Michael Schmitt (links) erneuert nach seiner Wiederwahl am 29. Januar 2019 seinen Amtseid. Der stellvertretende Bürgermeister, Theobald Effinger, nimmt den Eid ab.
Brigachtals Bürgermeister Michael Schmitt (links) erneuert nach seiner Wiederwahl am 29. Januar 2019 seinen Amtseid. Der stellvertretende Bürgermeister, Theobald Effinger, nimmt den Eid ab. | Bild: Klaus Dorer
  • 2018: Gleich zu Jahresbeginn wurde die Einweihung des neu geschaffenen Erweiterungsbaus beim Seniorenzentrum gebührend gefeiert. Ebenso wurde im Juni, beim Tag der Gemeinde, das neue Bürgerbüro im Rathaus eingeweiht. Für die Entwicklung vor dem Seniorenzentrum und dem Umbau der Kreuzung Gewerbestraße zu einem Kreisverkehr wurde durch das Förderprogramm „Ländlicher Raum“ ein Zuschuss von 205 000 Euro bewilligt. Der Spatenstich für die Flurneuordnung mit der ersten Tranche war am 29. März. Für dessen Ausbau flossen Fördergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro, sodass ein Großteil des 2,1 Millionen Euro teuren Projekts über diese Schiene abgedeckt war. Eine besondere Investition stellt der geplante Kunstrasen des FC Brigachtal dar. Hier greift die Gemeinde dem Verein mit einer halben Million Euro unter die Arme. Über ein neues Fahrzeug konnte sich die Brigachtaler Feuerwehr freuen. Der neue Gerätewagen (GW-L2), der 265 000 Euro kostete, wurde am 6. Dezember an die Wehr ausgeliefert. Die Überauchener Ortskernsanierung hat mit der Ausschreibung für die Planung des Dorfhauses ihre Fortsetzung gefunden. Neue Bebauungsfläche für Häuslebauer sollen in 2019 neben dem Gebiet Bromenäcker II auch die Innenentwicklungsflächen, unter anderem beim Kranz-Areal, sein, hieß es im Rathaus. Für Bürgermeister Schmitt war seine Wiederwahl mit großer Mehrheit am 28. Oktober 2018 ein persönlicher Meilenstein. Bei seiner Antrittsrede sagte der Bürgermeister: „Es ist mit eine Freude, mich weiterhin für die Entwicklung der Gemeinde einbringen zu dürfen“. Seine feierliche Vereidigung für weitere fünf Jahre fand am 29. Januar 2019 im Ratssaal statt.
  • 2019: Mit zwei Hauptthemen beschäftigen sich die Gemeinderäte aktuell: Die Ortskernsanierung in Überauchen, wo auf der bereits geschaffenen Freifläche der neuen Mehrzweckhalle, dem sogenannten Dorfhaus, eigentlich nichts mehr im Wege stehen dürfte. In der Gemeinderatsitzung vom 22. Januar wurde der Entwurfsplanung zugestimmt. Allerdings kann sich das Großprojekt noch ein wenig hinziehen. Erst Ende Januar 2019 konnten die Fördergelder beim Freiburger Regierungspräsidium beantragt werden. In der Gemeinderatsitzung vom 9. April standen nochmals die Kosten auf der Agenda. So gab es immer wieder Anpassungen der Aufwendungen, die sich nun zuletzt auf rund vier Millionen Euro addierten. Beschlossen ist auch der Kreisverkehr bei der Kälberweid/Gewerbestraße. Auch hier waren die hohen Kosten und der zeitliche Rahmen der Umsetzung nochmals am Ratstisch diskutiert worden. Zusammen mit dem Kanalbau soll der Kreisverkehr nach den neuesten Berechnungen rund eine Million Euro kosten. Die Planungen sehen den Abschluss der Kanalmaßnahme zwingend für Dezember 2019 vor. Je nach Wetterlage ist die Fertigstellung des Kreisverkehrs wohl erst im Frühsommer 2020 abgeschlossen.