Das gab es noch nie im Vorfeld einer Kommunalwahl in Brigachtal: Einige Kandidatinnen trafen bei einem rein weiblichen runden Tisch zusammen. Und das sogar fraktionsübergreifend. Von neun Gemeinderatskandidatinnen waren vier mit dabei. Ein Gedankenaustausch, wie zunächst geplant, kam jedoch weniger zustande.

"Mir ist es wichtig, dass in der Gemeinde das Wohnungsangebot generationenübergreifend vorhanden ist und auch ältere Menschen im höheren Alter noch in Brigachtal bleiben können", sagt Brita Krebs.
"Mir ist es wichtig, dass in der Gemeinde das Wohnungsangebot generationenübergreifend vorhanden ist und auch ältere Menschen im höheren Alter noch in Brigachtal bleiben können", sagt Brita Krebs. | Bild: Klaus Dorer

Die Teilnehmerinnen

Teilgenommen hatten Brita Krebs, 52 Jahre (Bürgerinitiative), Diplom-Betriebswirtin und langjährige LTG-Vorsitzende. Sie steht für generationsübergreifendes Wohnen in Brigachtal. Nicole Käding, 31 Jahre (SPD), Finanzbuchhalterin. Die junge Mutter stammt aus Hüfingen und wohnt seit elf Jahren in Brigachtal. Sie hat vor allem junge Familien in Brigachtal im Blick.

"Ich will durch meine Kandidatur den Frauenanteil anheben und mich um verschiedene kommunale Themen kümmern", sagt Simone Wohlgemuth.
"Ich will durch meine Kandidatur den Frauenanteil anheben und mich um verschiedene kommunale Themen kümmern", sagt Simone Wohlgemuth. | Bild: Klaus Dorer

Simone Wohlgemuth, 37 Jahre (CDU): Die Diplom-Betriebswirtin ist vielseitig engagiert und leitet seit einigen Jahren den Gesangverein Harmonie in Brigachtal. Sie will sich als Frau Gehör im Gemeinderat verschaffen.

"Ich möchte mich insbesondere für die ältere Generation einsetzen. Es braucht keine Frauenquote, ich möchte als Person wahrgenommen werden", sagt Renate Pendzialek.
"Ich möchte mich insbesondere für die ältere Generation einsetzen. Es braucht keine Frauenquote, ich möchte als Person wahrgenommen werden", sagt Renate Pendzialek. | Bild: Klaus Dorer

Renate Pendzialek, 67 Jahre, Rentnerin (CDU): Ist im Seniorenverein "Füreinander" aktiv. Sie möchte die Position der Senioren stärken. Bettina Appel, 33 Jahre (Pro Brigachtal): Die diplomierte Betriebswirtin und Englischlehrerin ist neue Vorsitzende der Überauchener Damengymnastik und in Brigachtal aufgewachsen. Sie will für die Menschen in der Gemeinde da sein.

"Ich möchte mich für die Vereine einsetzen. Aber nicht nur die Vereine, auch die Menschen die hier leben, sind mir wichtig", meint Bettina Appel.
"Ich möchte mich für die Vereine einsetzen. Aber nicht nur die Vereine, auch die Menschen die hier leben, sind mir wichtig", meint Bettina Appel. | Bild: Klaus Dorer

Initiiert hatte die Veranstaltung Bettina Appel von Pro Brigachtal, die einen konstruktiven Austausch untereinander angeregt hatte.

Kritik an Veranstaltung

Das Ganze wollte aber nicht so recht in Schwung kommen. "Ich weiß eigentlich gar nicht so recht, was ich hier soll", fragte sich beispielsweise Brita Krebs, die nicht unbedingt als Frau, sondern als Individuum wahrgenommen werden möchte, wie sie sagte. Simone Wohlgemuth möchte hingegen schon Ratsthemen aus dem Blickwinkel einer Frau betrachtet wissen: "Denn ich argumentiere vermutlich härter als ein Mann", sagte Simone Wohlgemuth.

Eine Frage der Neutralität

Insgesamt war die Stimmung jedoch ziemlich frostig. Das bekam vor allem Gemeinderat Josef Vogt zu spüren, der sich als alter "Gemeinderats-Hase" für die Moderation zur Verfügung gestellt hatte und eigentlich als Ratgeber fungieren wollte. "Von Neutralität kann hier aber wohl keine Rede sein", gab Krebs mit Blick in Richtung Vogt zu bedenken, der für Pro Brigachtal kandidiert.

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"Warum denn so feindselig", wollte Vogt wissen. Auf jeden Fall fehle es den weiblichen Gemeinderäten an Konstanz, meist sei nach nur einer Amtszeit Schluss, bedauerte Vogt. Zum gut gemeinten Gedankenaustausch, beispielsweise einer innerörtlichen Wohnbebauung oder dem geplanten Gewerbegebiet Kreuzäcker, sollte es gar nicht erst kommen.

Klare Absage an Frauenquote

Dies sei nicht der richtige Rahmen, über die internen Ziele der jeweiligen Fraktion zu sprechen, meinten die Frauen einhellig. Einvernehmen in der Runde herrschte indes im Bestreben, so viele weibliche Mitglieder wie möglich in den örtlichen Gemeinderat zu bekommen. Eine Frauenquote halten alle Kandidatinnen jedoch für falsch.

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