Gestern Abend ist das große Feuerwehrfest mit Klängen der einheimischen Biergartenmusik und dem Konzert der Brotäne Herdepfl zu Ende gegangen. Zuvor hatten nochmals die drei Kindertagesstätten mit Tanz und Gesang das Publikum begeistert.

Viel Andrang herrscht stets am Eisstand, denn die brütende Hitze macht natürlich Lust auf Kühlung. Hier richtet Andreas Strobel von den Landfrauen gerade ein Eisbecher.
Viel Andrang herrscht stets am Eisstand, denn die brütende Hitze macht natürlich Lust auf Kühlung. Hier richtet Andreas Strobel von den Landfrauen gerade ein Eisbecher.

Insgesamt 400 Jahre Feuerwehrwesen in Brigachtal – für dieses besondere Jubiläum wurde auch besonders viel Vorarbeit geleistet. Alles war auf den Beinen und half tatkräftig. Am Ende kann die Feuerwehr nun einen Haken unter ihr Fest machen. Die Bilanz könnte man mit Höhe und Tiefen kurz umreisen.

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Zur Eröffnung präsentierte sich das Festareal bestens vorbereitet. Die Biertischgarnituren waren auf dem Rund vor dem Feuerwehrgerätehaus bestens platziert worden, die runden Lampions und Strahler hingen sicher über dem Platz. Und auch der Himmel strahlte in Azurblau, was das Zeug hielt.

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Beim Eröffnungs- Zeremoniell dankten Bürgermeister Michael Schmitt und Kommandant Sascha Eichkorn den vielen Helfern. Zur Eröffnungsfeier rollte dann noch ein liebevoll restauriertes Altvehikel der Feuerwehrkollegen aus dem eidgenössischen Schaffhausen nach Brigachtal. Besetzt war das Vehikel aus dem Jahr 1940 mit einer Blasmusik-Combo der etwas anderen Art: Die Schluuchmusig Schaffhuuse spielten Dixiemusik, das Fest begann mit dem Fassanstich. Am Samstagabend bestiegen die Albkracher zu etwas vorgerückter Stunde die Bretter und läuteten den ersten Bühnenabend ein. Dieser Show-Akt sollte eigentlich der Höhepunkt des Festes werden – am Ende war es der einzige Programmpunkt, der mehr Gäste hätte vertragen können.

Mittagstisch läuft super

Besser lief der Mittagstisch am Sonntag. Viele Besucher kamen, bei noch erträglichen Temperaturen, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Dann stiegen die Temperaturen noch mehr, der Festplatz leerte sich mehr und mehr. Auch die Vorführungen wurden, trotz der fast unerträglichen Hitze, durchgezogen. Einige Unermüdliche verfolgten mit Interesse das Geschehen vor der Kirche. Hier konnte die Feuerwehr richtig tolle Werbung für sich machen. Insbesondere die Nachwuchsretter traten mit einer imposanten Truppenstärke an. Ende gut alles gut, am Sonntagabend spielte noch die Band Cobrass und sorgte nochmals mächtig für Stimmung.

Schreck in der Kirche

Nach dem Schreck mit ohnmächtigen Festgottesdienst-Besuchern am Sonntag gibt es indes immer noch Diskussionen über den Vorgang in der Kirche. Außer einem 80-jährigen Kameraden aus Marbach und Feuerwehrkommandant Sascha Eichkorn ist offenbar weietr auch noch eine junge Dame in der Messe ohnmächtig geworden. Sie wurde, so berichten Augenzeugen, aus der Kirche getragen. Im Vorraum sei ihr Wasser gereicht worden, „sie ist rasch wieder auf die Beine gelangt“, berichtet eine Brigachtalerin.

Der Gottesdienst soll trotz der Geschnisse nicht unterbrochen worden sein. Helfer hätten rasch reagiert und die Geschwächten aus der Kirche getragen. Zu den Ursachen gibt es nur wohlmeinende Vermutungen. Die Kombination aus Schlafmangel und enorm feuchter Hitze in der schlechtgelüfteten Kirche hätten vermutlich zu den gehäuften Ohnmachtsanfällen am Sonntagmorgen geführt, berichtet ein Helfer. Die Kirche in Brigachtal ist keine klassisches Gotteshaus aus Stein, sondern eine moderne Holzkonstruktion mit großer Dachfläche, die bei Sonneneinstrahlung die Hitze besonders gut aufnimmt und speichert.

Mangelnde Belüftungsmöglichkeiten in der Kirche sorgten bereits an Fronleichnam für die Häs- und Uniformträger während des seinerzeitigen Gottesdienstes zu unangenehmen und kritischen körperlichen Zuständen, berichtet eine Brigachtalerin. Trotz der nicht allzu hohen Temperaturen staute sich auch an diesem Tag die feuchtwarme Luft in der Kirche und konnte auch durch Lüften nicht rasch entweichen, heißt es abschließend.