Das erste Halbjahr 2018 wurde in der Gemeinde Brigachtal insbesondere durch neue Angebote für die Bürger geprägt. Im Sommergespräch mit dem SÜDKURIER spricht Bürgermeister Michael Schmitt darüber, wie diese Angebote angenommen werden und was noch auf die Gemeinde zukommen wird, und wirft einen Blick auf die anstehende Bürgermeisterwahl.

  • Neue Angebote: Ende Januar wurde das Seniorenzentrum in Betrieb genommen, in das die Gemeinde rund vier Millionen Euro investiert hat. Das Fazit ist bislang durchwachsen. Während beim Betreuten Wohnen alle Wohnungen vermietet und mit der Apotheke und der katholischen Sozialstation zwei Langzeitmieter eingezogen sind, gibt es bei der Pflege-WG noch Verbesserungspotenzial. "Da scheint unser Angebot noch nicht ganz angekommen zu sein", vermutet der Rathauschef. Fünf der zwölf Appartements seien noch zu haben. Die Tagesbetreuung, die Anfang April gestartet ist, sei in den Anfangszügen und werde sich entwickeln. "Ich bin davon überzeugt, dass wir ein gutes Angebot haben."
  • Das Bürgerbüro: Es wurde ebenfalls im Rathaus eröffnet, das den Brigachtalern als zentrale Anlaufstelle dienen soll. "Es gibt viele positive Rückmeldungen. Es wird auch gut angenommen", sagt Bürgermeister Schmitt. Allerdings sei die Nutzung in der Mittagszeit noch gering. Er zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Nachfrage positiv entwickeln wird, sofern die Öffnungszeiten bei der Bevölkerung angekommen sind.
  • Die Ausgaben: Größe Projekte stehen in der Gemeinde an oder sind in der Umsetzung. Allen voran, die Ortskernsanierung Überauchen. Dort werde momentan ein Planer gesucht, der aufbereitet, sagt Bürgermeister Schmitt. In diesem Rahmen soll auch der Kindergarten Bondelbach neu entstehen. Außerdem sollen die Bau- und Gewerbegebietsentwicklungen weiterverfolgt werden. Die Verwaltung sei bemüht, diese Projekte so umzusetzen, dass sie gut geschultert werden können, so der Bürgermeister. "Auch wenn mal Gelder aufgenommen werden müssen." Zum einen seien dies Kredite, andererseits aber auch Fördermittel. So habe das Land weitere 300 000 Euro für die Ortskernsanierung bewilligt. "Da bin ich sehr dankbar."
  • Das Vereinsleben: Eine beachtliche Unterstützung hat der Gemeinderat dem FC Brigachtal für sein Kunstrasenprojekt in Klengen zugesichert. Insgesamt 500 000 Euro wird die Gemeinde zusteuern. Es bestehe der Wunsch, den Verein zu unterstützen, sagt Michael Schmitt. Und die Gemeinde könne sich die Investition auch leisten. Zumal die Konzentration des Spielbetriebs in Klengen auch mehrere Vorteile mit sich bringe. Durch den Wegfall des Sportgeländes in Kirchdorf entfalle nicht nur die Unterstützung für den Unterhalt, die die Gemeinde bisher geleistet hat, sondern so werde das Gelände frei für das geplante Gewerbegebiet Kreuzäcker. Dass die Finanzspritze Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen weckt, glaubt Michael Schmitt nicht. "Wir haben immer gezeigt, dass wenn Bedarf besteht, wir immer da waren", sagt Schmitt. "Die Gemeinde hat ein offenes Ohr für ihre Vereine." Kein Verein sollte sich benachteiligt fühlen. Er habe nicht den Eindruck, dass Missverhältnisse bestehen.
  • Wohnen und Gewerbe: Im ländlichen Raum habe das Augenmerk nicht auf Mietwohnraum gelegen, berichtet Bürgermeister Schmitt. Die Ausgangslage habe sich aber verändert, Senioren wünschen sich kleinere Einheiten, finanzschwächere Familien brauchen Raum für das Zusammenleben. "Wir sehen einen Bedarf, den wir unterstützen möchten so gut es geht." Gleichzeitig bestehe aber weiterhin die Nachfrage von Eigenheimen. "Ohne die Möglichkeiten, ein Eigenheim zu schaffen", funktioniert es nicht. "Da sind wir im Spagat."
  • Das geplante Gewerbegebiet: Kritik kam von Anwohnern bezüglich Kreuzäcker. "Wir wollen das verträglich miteinander hinbekommen", sagt Michael Schmitt. Man wolle darauf achten, dort Gewerbe mit geringen Immissionen, beispielsweise im EDV-Bereich, anzusiedeln. "Ich würde mich freuen, wenn solche Firmen sich das interessiert anhören. Wir möchten für die etwas schaffen."
  • Die Bürgermeisterwahl: Michael Schmitt wird nach acht Jahren im Amt erneut kandidieren. "Es macht mir Freude bisher. Und ich hoffe, dass ich die Projekte, die begonnen wurden, weiterführen kann. Ich möchte mich gerne einbringen und den Weg weiter gehen."