Das Kirchenkonzert des Brigachtaler Musikvereins wurde einmal mehr zu einem wahren Hörgenuss. Und am Ende klatschten die Besucher in der gut gefüllten Allerheiligenkirche lange voller Begeisterung. Dirigent Volker Rückert lächelte zufrieden und verneigte sich immer wieder vor dem fachkundigen Publikum.

Zuvor hatte das Erste Orchester im Kirchenrund einen couragierten Eindruck hinterlassen und alles geboten, was konzertante Blasmusik so ausmacht: facettenreiche Blasmusik auf hohem Niveau, von fantasievoll bis kraftvoll und dann wieder ganz leise. Das Thema „Heimat“ stand diesmal im Fokus – eine Idee, die Dirigent Volker Rückert bei einem Besuch der Vogtsbauernhöfe aufgegriffen hatte. Die Stücke zogen sich dann dem Motto entsprechend wie ein roter Faden durch das Programm.

Die 60 Musiker und Dirigent Volker Rückert (rechts) bieten ein formidables Kirchen-Konzert. Im Hintergrund sind die Foto-Kunstwerke des Künstlers Sebastian Wehrle zu sehen. Bilder: Klaus Dorer
Die 60 Musiker und Dirigent Volker Rückert (rechts) bieten ein formidables Kirchen-Konzert. Im Hintergrund sind die Foto-Kunstwerke des Künstlers Sebastian Wehrle zu sehen. Bilder: Klaus Dorer
  • Die Nachwuchs-Kapelle: Seit September 2018 gibt es die erfolgreiche Kooperation zwischen den Kapellen aus Brigachtal und Tannheim sowie der Musik- und Trachtenkapelle aus Pfaffenweiler. Nun zeigten die Nachwuchstalente ihre Fortschritte. Gleich mit dem ersten Stück „The Adventure begins“, geschrieben von Matt Conaway, mit seiner schönen eingängigen Melodie schaffte das Jugendorchester „Dreiklang“ eine bombastischen Einstieg. Dirigentin Christine Wigant strahlte entsprechend zufrieden. Das nächste Stück „Around the world in 80 days“, arrangiert von Otto Schwarz, handelte von einer abenteuerlichen Weltreise, die schön interpretiert wurde. Es folgte das Stück „Das ist meine Heimat, das ist meine Generation“ aus dem bekannten Film „Greatest Showman“. Das Werk sei voll am Puls der Zeit und am Puls der Musik, wie es die beiden Ansagerinnen Lisa Schuhmann und Emma Behrens umschrieben. Sehr schön kamen bei diesem Vortrag einige Soli mit Flöte, Klarinette und dem Saxophon zur Geltung. Mit einem etwas eigenwilligen Arrangement wurde das Stück „Fantasie von Süßer die Glocken nie klingen“ neu interpretiert. Als Zugabe luden die Nachwuchsmusiker die Gäste dann noch auf eine schwungvolle Schlittenfahrt im Schwarzwald ein.
  • Die Hauptkapelle: Nach einer Pause betraten dann an die 60 Musiker der Hauptkapelle die Bühne im Kirchenrund. Mit „Homeland“, einem beeindruckenden Werk, das Otto Schwarz arrangiert hat, startete die Hauptkapelle gleich ungemein professionell. Das Musikstück soll eigentlich die Bergwelt Österreichs darstellen, lasse sich aber sehr gut auch auf den Schwarzwald adaptieren, wie Ansagerin Lisa Bucher erklärte. „Furusato“, ein Werk von Stephan Melillo, ist ein opulentes Tongedicht mit einer ganz speziellen Klangwelt. Die Komposition „Aan Mijn Vaderland“, deutsch „An mein Vaterland“, eine Sinfonie des Holländers Bernard Zweers, lebte von einer enormen Klangfülle. Überraschte Gesichter gab es, als plötzlich die Orgel der Kirche erklang und so einen fulminanten Schlussakkord einleitete. Die Orgel hatte Thomas Schultis gespielt. Es folgt „Silva Nigra“, was so viel wie Schwarzwald heißt. Das Stück ist eine Auftragskomposition von Markus Götz und stellt einen musikalischen Bilderbogen über den Schwarzwald dar. Das modere Blasmusikstück beinhaltet einen tänzerischen Teil mit einem religiösen Rhythmus. Schwungvoll war auch das Stück „The Musical Village“ von Jacob de Haan, das gegen Ende des Konzerts präsentiert wurde; ein Werk, das abwechslungsreiche Bilder eines Dorfes darstellen soll. Vorweihnachtlichen Zauber bot die Zugabe. Es erklangen abschließend „Silent Night“ (Stille Nacht) und „Oh, du Fröhliche“, was die zahlreichen Besucher mit warmem Applaus bedachten.
  • Die Ausstellung: Als Ergänzung zum Thema Heimat gab es mit dem zwischenzeitlich sehr bekannten Künstler Sebastian Wehrle aus Simonswald eine Ausstellung. Er hat sich zum Ziel gemacht, dem Schwarzwald einen modernen Rahmen zu geben und das Konzertmotto „Heimat“ bildreich zu untermauern. So gab es zahlreich Porträts, meist mit traditioneller Kopfbedeckung aus dem Schwarzwald. Um das Thema Heimat zu unterstreichen, kamen einige Besucher sogar in einheimischer Tracht in die Kirche, was sehr gut zum angesagten Motto passte.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.