Dass eine Gemeinde für ihre Entwicklung Wohnbauland braucht, ist sicherlich unbestritten. Das gilt auch für Brigachtal. Bei der Frage, in welchem Ortsteil gebaut werden soll, scheiden sich dann aber die Geister. Ersichtlich wurde dies in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, bei dem das Gremium über eben diese Frage entscheiden musste.

"Die Baulandentwicklung ist eines der ganz zentralen Themen der Gemeindeentwicklung", sagte Hauptamtsleiter Martin Weißhaar. In Brigachtal seien allerdings keinerlei kommunalen Bauplätze mehr frei. Aus diesem Grund möchte die Verwaltung ein neues Gesetz nutzen, dass die Bundesregierung erst beschlossen hat. Paragraf 13b des Baugesetzbuchs ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen ein vereinfachtes Bebauungsplanverfahren. Damit entfallen die ansonsten notwendigen Umweltprüfungen und Ausgleichsmaßnahmen. Eine Artenschutzprüfung ist aber trotzdem durchzuführen.

Aus Sicht der Verwaltung ließe sich dieser Paragraf auf das Neubaugebiet Bromenäcker II in Klengen anwenden."Wir sind der Meinung, dass 13b hier greifen müsste", sagte Weißhaar. Entstehen sollen hier dann 13 bis 15 Bauplätze. Der Gemeinderat war sich dann auch einig, dass der Bebauungsplan für dieses Gebiet in die Wege geleitet werden sollte.

Für mehr Diskussionen sorgte dann aber das angestrebte Wohnbaugebiet Gaisbergring Süd, das ebenfalls in Klengen entstehen würde. "Wir haben in den letzten Jahren immer in Klengen gebaut", sagte Gemeinderat Markus Rist von der Bürgerinitiative Brigachtal. Es sei an der Zeit, wieder in die anderen Ortsteile zu gehen. Diese Meinung teilten auch die anderen Gemeinderäte, die sich dafür aussprachen, Gaisbergring im Auge zu behalten, aber nicht zu priorisieren.

SPD-Gemeinderat Jens Löw schlug sogar vor, ein Flächennutzungsplanverfahren in Überauchen, beispielsweise auf dem Kranz Areal, in die Wege zu leiten und dafür das Verfahren für Gaisbergring Süd ruhen zu lassen. Allerdings fand sich für diesen Vorschlag keine Unterstützung im Gemeinderat.

Stattdessen wurde mehrheitlich beschlossen, die Flächennutzungsplanung für die beiden Gebiete in Klengen auf den Weg zu bringen und gleichzeitig mögliche Flächen in Kirchdorf und Überauchen zu prüfen. Ob es dann später auch tatsächlich zu einem Bebauungsplanverfahren für das Gebiet Gaisbergring Süd kommt oder ob ein anderer Standort in einem der anderen Ortsteile priorisiert werden soll, darüber kann der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

 

Wohnbebauung

  • Bromenäcker I: Das Neubaugebiet Bromenäcker verfügt über 23 Bauplätze, die allesamt vergeben sind. 17 dieser Bauplätze gingen an Einheimische, drei an ehemalige Brigachtaler und drei an Auswärtige. Derzeitig gibt es 16 Interessente auf der Bewerberliste, davon zwei Einheimische und 14 Auswärtige. Kommunale Bauplätze stehen momentan in Brigachtal nicht zur Verfügung.
  • Bromenäcker II: Die Erschließung des Neubaugebiets Bromenäcker II in Klengen ist voraussichtlich zwischen Herbst 2018 und dem Frühjahr 2019 möglich. Ab Herbst 2019 können dann etwa 13 bis 15 neue Bauplätze am Markt angeboten werden.
  • Innenbereich: Absehbare Wohnbebauung im Innenbereich der Gemeinde ist auf den Grundstücken Hauptstraße 54 und Siedlerstraße 7 im Ortsteil Klengen und auf dem Kranz Areal in Überauchen möglich. (tol)