• Die Initiatoren: Frank Bauermeister und Helmut Gerlach vermochten mit kurzen Worten und ausdrucksstarken Skizzen die Folgen der geplanten Ostanbindung der Gemeinde an die Kreisstraße zwischen Marbach und der Bundesstraße 33 aufzuzeigen. Dabei kristallisierten sich vier Themenschwerpunkte heraus, die den Anwesenden unter den Nägeln brannten.
  • Verkehrsbelastung: Auslöser für die Bildung einer Interessengemeinschaft war ein Artikel im SÜDKURIER vom 15. Januar, in dem die geplante Ostanbindung Brigachtals zur Sprache kam. Derzeit strömt der Verkehr parallel zur Brigach zwischen Villingen und Donaueschingen. Die Kreisstraße zwischen Überauchen und Tannheim nimmt den Ost-West-Verkehr in Richtung Bregtal und Freiburg auf. Mittlerweile wurde bekannt, dass im Zuge des geplanten Gewerbegebiets Kreuzäcker in Kirchdorf eine neue, für den Schwerlastverkehr taugliche Verbindungsstraße zwischen der Kreisstraße Marbach – B33 und dem Bärenkreisel in der Brigachtaler Ortsmitte entsteht. Diese Anbindung schaffe eine neue, leistungsfähige überregionale Ost-West-Verbindung, so die Befürchtungen, und werde bis zu 4000 zusätzliche Fahrzeuge pro Tag durch die Mitte Brigachtals bringen. „Neue Straßen ziehen zusätzlichen Verkehr an“, so ein Bürger und weiter: „Während andere Gemeinden sich seit Jahren für Umgehungsstraßen einsetzen und für Ruhe im Ort kämpfen, geht Brigachtal den entgegengesetzten Weg.“ Insbesondere wurde in der regen Diskussionsrunde die ins Auge gefasste Schließung der Verbindungsstraße Marbach – B 33 kritisiert. Diese lenke den Verkehr zwangsläufig auf die künftige Ost-West-Achse durch Überauchen und Kirchdorf um. Die damit verbundene Entlastung von Marbach, Rietheim und Pfaffenweiler ginge allein zu Lasten von Brigachtal, so die deutliche Kritik der Anwesenden.
  • Verkehrsentlastung: In einer aufwendigen Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2017 wurde festgestellt, dass eine Ostumfahrung die derzeit einzig sinnvolle Möglichkeit darstelle, den Ort vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Obwohl sich alle politischen Gruppierungen und auch die Verwaltungsspitze die Verkehrsentlastung seit Jahren auf die Fahnen geschrieben haben, wurde diese Machbarkeitsstudie 2018 per Gemeinderatsbeschluss als nicht mehr zu verfolgend zu den Akten gelegt.
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  • Gewerbegebiet: Unter den Anwesenden befanden sich auch Andreas Thomma und Thomas Disch von der IG Kreuzäcker. Diese möchte eine Gewerbeansiedlung im Bereich des ehemaligen Kirchdorfer Sportplatzes verhindern. Deckungsgleich mit der neu gegründeten IG „Ostanbindung Brigachtal – so nicht!“ ist die Ablehnung einer Straße in Richtung Osten. So ist eine enge Zusammenarbeit beim Verfolgen dieses Zieles angestrebt, was bei den Anwesenden breite Zustimmung fand.
  • Bürgerunmut: In zahlreichen Wortbeiträgen äußerten Bürger aller drei Ortsteile ihren Unmut über derartige Planungen sowie über das Vorgehen der Rathausverwaltung. Demnach sollen zahlreiche themenbezogene Fragen der Bürger bislang unbeantwortet geblieben sein. Hervorgehoben wurden die hohe Wohnqualität in allen drei Ortsteilen sowie die Solidarität aller Brigachtaler Bürger bei diesem Thema. „Es kann nicht sein, dass ein Ortsteil gegen einen anderen ausgespielt wird“, hieß es. Frank Bauermeister ermutigte wiederholt dazu, an künftigen Gemeinderatssitzungen teilzunehmen und die Frageviertelstunde zu nutzen um konkrete Informationen zu erhalten.