Mit der Gesellschaft für Altertums- und Brauchtumgspflege in Brigachtal erhält die Historie in Überauchen ein Gesicht. Dazu dient nicht nur das Heimatmuseum in Überauchen, sondern auch die verschiedenen Veranstaltungen des Vereins – zum Beispiel der "Tag des alten Handwerks", der erstmals 2016 veranstaltet wurde und jetzt am Sonntag, 23. September, wieder stattfinden soll. Im und vor dem Museum herum wird es viel zu bestaunen geben. "Wir wollen den Leuten das alte Handwerk, wie es früher ausgeführt wurde, nahebringen", erklären der Vorsitzende Volker Effinger und Kassierer Bernd Vollmer. Da wird geflochten, gesponnen, geklöppelt und vieles mehr.

Im Museum in Überauchen gibt es zahlreiche altertümliche Werkzeuge zu bestaunen.
Im Museum in Überauchen gibt es zahlreiche altertümliche Werkzeuge zu bestaunen. | Bild: Naiemi, Sabine

Als Korbflechter zeigt Günter Steuer aus Blumberg-Kommingen seine Kunst. Er gibt übrigens sein Wissen auch bei VHS-Kursen weiter. Er hat sein Handwerk von seinem Großvater erlernt. Wie kreativ man Uhrenschilder bemalen kann, wird von Helga Faller aus Gütenbach gezeigt, und beim Entstehen von Strohschuhen kann man Gertrud Zapf aus Furtwangen über die Schulter schauen. Jutta Grothaus stammt nicht gebürtig aus Villingen, aber sie hat das Spitzenhauben-Klöppeln seit vielen Jahren zu ihrer Passion gemacht. Auch sie wird ihre filigrane Kunst in Überauchen zeigen. Der Schuhmacher musste leider krankheitsbedingt absagen, was aber problemlos aufgefangen wird. So ist zum Beispiel auch Sandra Eder mit ihrer Trachtenstickerei vertreten. Wussten Sie etwa, dass im Brigachtal die alte Tracht aus Fürstenberg/Donaueschinger Tracht getragen wurde und wird? Das Angebot der alten Handwerkskunst wird komplettiert durch Chlothilde Ritzmann am Spinnrad und nicht zuletzt zeigt Steinmetz Humpert Müller aus Tannheim seine Kunst. Was man nicht alle Tage sehen kann, demonstriert Siegfried Kern aus Dunningen. Er zeigt nämlich, wie Dudelsäcke hergestellt werden. Auch die zwei leidenschaftlichen Strohflechterinnen aus Bad Dürrheim, Rosemarie Löhrhoff und Barbara Reith, fehlen nicht.

Wo gehobelt wird, da fallen Spähne – das war auch schon früher so.
Wo gehobelt wird, da fallen Spähne – das war auch schon früher so. | Bild: Naiemi, Sabine

Doch das ist noch lange nicht alles. Die Gesellschaft für Altertums- und Brauchtumgspflege kleckert nicht, sie klotzt. Die Ententürmler – eine Untergruppe des Vereins – schlagen ein Lager auf, Martin Obergfell wird seine alte Moste wieder einmal in Betrieb nehmen und die Besucher werden mit selbstgebackenem Brot und Zwiebelkuchen verwöhnt. Überdies können sich hungrige Mägen und vergnügungswillige Gaumen auf handfeste Kost freuen in Form von Griebenschmalzbrot und gerauchten Bratwürsten. Natürlich fehlen Kaffee und Kuchen nicht.