Während sich in Villingen die Wahlschlacht um den Rathaussessel längst zuspitzt, sei es in Brigachtal wohl noch nicht bei allen so richtig angekommen, dass auch in der Gemeinde Bürgermeisterwahlen stattfinden, sagte Josef Vogt von Pro Brigachtal im Café im Dorf. Dort sprach Bürgermeister Schmitt erstmals über seine Kandidatur, die Errungenschaften während seiner bisherigen Amtszeit und über seine Pläne für die Zukunft.

Bisher gibt es in Brigachtal mit dem amtierenden Bürgermeister lediglich einen Kandidaten. „Ich habe meine Bewerbung gleich am ersten Tag der Frist abgegeben“, sagte Schmitt. Damit wollte er unterstreichen, wie gerne er weiterhin Bürgermeister von Brigachtal bleiben will. Denn Brigachtal sei nach wie vor gut aufgestellt und er wolle dieser positiven Entwicklung auch weiterhin Rechnung tragen. Gerade mit der geplanten Neugestaltung der Überauchener Ortsmitte, mit Dorfhaus (Mehrzweckhalle in Überauchen) sowie dem Neubau des Kindergartens sei ein großer Sprung für diesen Teilort gelungen, so Schmitt.

  • Drei Säulen: Schmitt wagte einen Blick zurück auf drei Höhepunkte seiner Amtszeit. Zunächst sprach er die Breitbandversorgung an: „Mit dem 100-prozentigen Ausbau sind wir ganz vorne mit dabei“, so Schmitt. Für ihn sei sicher, dass sich gerade deshalb neue Kleinbetriebe hier angesiedelt hätten. Die wirtschaftliche Konjunktur habe sich, wie vielerorts, spürbar gut entwickelt. Auch die Kinderbetreuung liegt dem dreifachen Familienvater am Herzen. „Da hat Brigachtal sogar ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte Schmitt. Man habe frühzeitig mit einem neuen pädagogischen Konzept begonnen, was sich nun auszahle. Dass der Bedarf der Kinderbetreuung weiterhin steigt, gibt dem Schultes Recht, entsprechend frühzeitig Maßnahmen getroffen zu haben. Als dritten Punkt nannte Schmitt das Angebot für Senioren. „Es ist mir wichtig, dass unsere Bürger auch im Alter in der Gemeinde bleiben können und nicht wegziehen müssen“, so Schmitt. Hierfür entstand in den letzten Jahren nach und nach ein zeitgemäßes Seniorenzentrum. Gerade die Pflegegruppe sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Auch um die Barrierefreiheit für ältere oder behinderte Menschen im Ort müsse man sich verstärkt kümmern, kündigte Schmitt an.
  • Rede und Antwort: Den Ausführungen des Bürgermeisters schloss sich eine Frage- und Antwortrunde an. Das zu kalkhaltige Wasser wurde von einem Versammlungsteilnehmer moniert. Man wolle sich hier kümmern, zur Verbesserung der Wasserqualität seien bereits konstruktive Gespräche geführt worden, so Schmitt. Ein Dorn im Auge ist offenbar vielen das zunehmende Gewerbetreiben mitten im Ort. Das sei sicherlich eine Mammut-Aufgabe und ein schwieriger Spagat, hier Lösungen zu finden, meinte Schmitt. In diesem Zusammenhang wurde auch das schwierige Thema Verkehrsberuhigung mit einer vieldiskutierten Entlastungsstraße angesprochen. Hier gab es auch die meisten Wortmeldungen. Manche sind der Meinung, dass eine Umleitung beim Bärenkreisel in Richtung Steinbruch die beste Lösung sei. „Der Verkehr in Brigachtal könnte nur durch eine tangential angelegte Umgehung entlastet werden“, denkt hingegen Wolfgang Neininger aus Überauchen. Als favorisierte Lösung sieht Gemeinderat Vogt ebenfalls eine Spange mit einer Straßenführung bei der Nahtstelle Kirchdorf und Marbach. Zum Schluss des abendfüllenden Treffens wurde noch die Einrichtung eines Bürgerworkshops oder einer Zukunftswerksstatt, angeregt. Dass Bürger an der Zukunftsgestaltung mitwirken, hält Schmitt für gut. Allerdings müssten solche Impulse von außen kommen und nicht vom Rathaus initiiert werden, sagte Schmitt.