Der Jakobsweg im Hochschwarzwald kann jetzt auch mit Rollstühlen befahren werden: Die feierliche Einweihung des „Jakobusweg für alle“ findet am Freitag, 21. Juli, statt. Die kommunale Zusammenarbeit aller Gemeinden für die Alternativroute zeigt auch der Ablauf der Feier. Start der Pilgerwanderung ist um 10 Uhr, ab 11 Uhr werden die Gäste und Pilger an der Hagelbodenbrücke über der Gauche beim Alten Pumphaus in Dittishausen erwartet. Nach den Begrüßungen und Ansprachen werden die Löffinger Pfarrerin Annegret Krieg und Pastoralreferentin Dorothea Welle den Weg einweihen, anschließend ist gemütliches Beisammensein.

Der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien ist sicherlich der bekannteste seiner Art, der vor allem nach dem Besuch des Papstes Johannes Paul II im Jahr 1982 einen riesigen Aufschwung erlebt. Die Wege führen aus ganz Europa nach Spanien, seit 2011 führt ein Stück dieses berühmten Pilgerwegs auch durch den Hochschwarzwald. Die Ausweitung von Hüfingen nach Himmelreich hat der im Jahr 2009 gegründete Förderverein realisiert. Der landschaftliche Reiz, verbunden mit den sakralen Orten, führt vor allem über die Wanderwege des Schwarzwaldvereins.

Nun wurde dieser Himmelreich-Jakobusweg auch für Rollstühle oder für Kinderwagen ausgebaut. Die Idee des Fördervereins, einen Jakobusweg für alle zu schaffen, beschäftigte ein Projektteam seit 2005. Integriert in diesem Team, so die beiden Vorsitzenden Georg Körner und Peter Spiegelhalter, waren auch Rollstuhlfahrer mit denen die einzelnen Abschnitte untersucht und befahren wurden. „Bei Aktion Mensch wurde ein Antrag auf Zuschuss gestellt, der wurde nicht nur bewilligt, sondern in kürzester Zeit auch die erforderlichen Eigenmittel aufgebracht“, informiert Jürgen Dangl. So fiel der offizielle Projektstart am 27. Juli 2015. Es war kein leichtes Unterfangen, vor allem nicht für die sechs Rollstuhlfahrer, die über die Waldwege der Baar und Hochschwarzwald sowie durch die Weinberge des Markgräfler Landes geschoben werden mussten. Die körperlich große Herausforderung wurde dank der Firma Föhl wesentlich erleichtert, da diese unentgeltlich bis zum Projektende den in Sekundenschnelle zu montierenden Outdoor-Vorsatz kostenlos zur Verfügung stellten. Diese Erfahrung der Hilfe führte beim Vorstand zur Überlegung für jeden Abschnitt einen solchen Outdoor-Vorsatz bereit zu stellen.

Der gesamte Himmelreich-Jakobusweg von Hüfingen bis Weil mit einer Länge von 170 Kilometer wurde in drei Abschnitte untergliedert. Der erste Abschnitt von Hüfingen bis Freiburg ist für Rollstuhlfahrer in acht Etappen aufgeteilt, der zweite Abschnitt bis Mühlheim in vier Etappen und der letzte Abschnitt bis Weil nochmals in vier Etappen.

Jakobsweg

Zwischen Hüfingen und Freiburg wurden 2014 in kommunaler Zusammenarbeit mit den Gemeinden Bräunlingen, Löffingen, Friedenweiler, Titisee-Neustadt, Hinterzarten, Breitnau, Stegen/Eschbach und Kirchzarten neue Infotafeln aufgestellt. Es ist der erste Pilgerweg in der Region Hochschwarzwald, der zwar nicht barrierefrei, aber mittels Begleitung rollstuhlgeeignet ist. Alle Etappen sind mit Wegeplan und speziellen Hinweisen für Rollstuhlfahrer in einer Faltmappe erfasst. Bestehende Abweichungen vom Pilgerweg sind mit der Jakobsmuschel und einem Schild für Rollstuhlfahrer gekennzeichnet. (pb)