Alle Sommermonate Juni, Juli und August waren im Landkreis-Breisgau Hochschwarzwald überdurchschnittlich heiß. Mit einer Durchschnittstemperatur von mehr als zwei Grad über den Normalwerten näherte man sich schon einem Mittelmeersommer an. Darunter hatte insbesondere der Wald zu leiden. So erlitten die Bäume in diesem Jahr erhebliche Schäden. Neben der direkten Einwirkung von Hitze und Trockenheit gewannen durch die damit verbundene Schwächung der Bäume auch Schadorganismen wie Borkenkäfer oder Pilze die Oberhand. Nach Ansicht von Hans-Ulrich Hayn, Forstbezirksleiter in Kirchzarten, war nicht nur das aktuelle Jahr entscheidend. Auch in den Jahren 2015 und 2016 gab es längere Trockenzeiten. Im letzten Winter fiel wenig Schnee und Regen. Damit waren an vielen Standorten die Wasservorräte im Unterboden gering, was den Trockenstress durch den warmen Sommer erhöhte.

Fichte mit höchsten Verlusten

Nun zieht die Forstverwaltung des Landkreises Bilanz. In der Summe hatten alle Baumarten unter den erhöhten Temperaturen zu leiden. Die Fichte weist die höchsten Verluste auf, verursacht vor allem durch die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher, die sich in gestressten Wäldern sehr rasch vermehren. Die Ausmaße sind teilweise flächig bis zur Größe von mehr als einem Hektar, so dass an einigen Orten sofort junge Bäume gepflanzt werden müssen, was erheblich Kosten verursacht. Die Tanne, normalerweise deutlich stabiler, hat ebenfalls hohe Verluste. Hier treten neben Käferschäden auch direkten Dürreschäden, ausgelöst durch die geringen Niederschläge der Vorjahre auf.

Die Tanne wurzelt tiefer, was ihre Stabilität bei Sturm erhöht, und in normalen Zeiten kommt sie damit auch länger an Wasser. Allerdings war es vor allem in den tieferen Lagen mit geringer Meereshöhe im Unterboden so trocken, dass sie diesen Vorteil 2017 nicht mehr ausspielen konnte. Die Schäden in Tannenwäldern sind im Regelfall kleinflächig, so dass hier die Folgekosten geringer sind.

Beim Laubholz wirkt sich der Schaden durch Pilzbefall an der Esche sehr negativ aus. Dieser Pilz stammt aus Asien und die einheimische Esche hat kaum Abwehrkräfte. Dieser hängt ursächlich nicht mit dem Trockensommer zusammen, aber es können Verstärkungen auftreten. Buche, Eiche und Ahorn sind dagegen deutlich besser durch den Sommer gekommen, als es der Mittelwert für die Laubbäume ausdrückt. Zunächst überrascht hat die Förster der geringe Schaden an der Douglasie, mit nur 0,7 Prozent Verlust im Verhältnis zum Zuwachs.

Erkennbar wird die positive Wirkung der Douglasie auch, wenn man einzelne Wälder vergleicht. So hat der Staatswald am Rosskopf, auf der Gemarkung Wildtal Gundelfingen, mit 17 Prozent einen relativ hohen Douglasienanteil. Er liegt in den tieferen Lagen, so dass die Temperaturen eher höher sind. Zusätzlich bedingen auch hohe Alt- und Starkholzanteile eigentlich stärkere Schäden. Dennoch stabilisiert die Douglasienmischung den Wald hier bei den ungünstigen Rahmenbedingungen. 2017 war der Schadholzanfall deutlich unterdurchschnittlich im Vergleich zum gesamten Staatswald. Neben den Douglasienanteilen schützte auch die gute Durchmischung mit vielen verschiedenen Baumarten diesen Wald.

Die Douglasie ist mit gutem Wachstum und hohen Holzerlösen gleichzeitig die betriebswirtschaftlich leistungsfähigste Baumart. Beide Faktoren ermöglichen einen Ertrag, der doppelt so hoch wie bei Fichte und Tanne und rund fünfmal so hoch wie bei der Buche liegt.