Neun Gemeinden der Ferienregion Hochschwarzwald nehmen wieder am Wettbewerb familienfreundliches Baden-Württemberg teil, um sich erneut als familienfreundliche Urlaubsregion zertifizieren zu lassen.

Wer sich als Familie für Ferien im Hochschwarzwald entscheidet, findet in familienfreundlichen Gästebetrieben und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten abwechslungsreiche Urlaubsfreuden. Das Badeparadies Schwarzwald in Titisee, Fundorena in Feldberg, der Abenteuer Golfplatz in Lenzkirch-Kappel, Tatzmania Zoo- und Freizeitpark Löffingen und viele kleinere familienfreundliche In- und Outdoor Angebote, sorgen dafür, dass der Urlaub nicht langweilig wird.

1996 wurde der Heilklimatische Luftkurort Lenzkirch mit seinen Teilorten Saig und Raitenbuch als eine der ersten Gemeinden im Hochschwarzwald zertifiziert. Zwischenzeitlich besitzen auch die Gemeinden Feldberg, Hinterzarten, Schluchsee, Titisee-Neustadt, Löffingen, Grafenhausen, St. Märgen und die Bergwelt Todtnau das Zertifikat „Familienfreundlicher Ferienort“. Alle drei Jahre bereist eine Jury diese Ferienorte. Dann werden die kinderfreundlichen Aspekte genau überprüft, bevor die Entscheidung über eine erneute Zertifizierung fällt.

Dieser Tage bereist die Jury mit Pia Wehling von Kohl & Partner und ihre Kollegin Edda Nagel von der Tourismus Marketing Baden-Württemberg, die schon zertifizierten und die neuen Bewerber, um sich ein genaues Bild über das Ferienangebot zu vermitteln. 23 Gastgeber, drei Restaurants, die Leistungsträger Fundorena, Badeparadies und das Schwarzwaldhaus der Sinne sowie zahlreiche Spielplätze und Erlebnispfade, standen auf dem Besichtigungsprogramm.

In Lenzkirch begrüßte Bürgermeister Reinhard Feser die kleine Delegation. „Wir haben den Windgefällweiher, aber keinen Schluchsee und wir haben den Hochfirstturm und nicht den Feldberg“, unterstrich er. „Aber wir sind bei den Übernachtungszahlen von über 300 000 die Nummer fünf“, verdeutlichte Feser das touristische Gewicht seiner Gemeinde, die sich seit einigen Jahren auf Familien spezialisiert hat. Der große Stolz von Lenzkirch ist der erst kürzlich eingeweihte Abenteuerspielplatz. Noch nicht ganz fertig gestellt ist der neue vom Naturpark Südschwarzwald unterstützte Kuhlehrpfad in Saig. Begeistert zeigte sich das Jury Duo vom Kinderlehrpfad „Kuckys Vogelwelt“, auf dem die Kinder spielerisch alles über die Vogelwelt erfahren. Besonders lobenswert empfand sie, dass die Pflege des Pfads von Ehrenamtlichen übernommen wird.

Spielplatz ist gefragt

Das Zertifikat „Familienfreundlich“, erfordert auch bei den Gastbetrieben Einsatz. "Bei den Unterkünften ist es schon wichtig, dass zwei getrennte Schlafzimmer vorhanden sind, eine Spielecke oder ein Spielplatz zur Verfügung steht“, erklärte Anna Lena Varth, die bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH für die Sparte Familienfreundlicher Hochschwarzwald zuständig ist. „Die Gastgeber geben sich große Mühe und sind positiv aufgestellt“, lobte Varth.

Dass Kinder nicht immer einfach zu handhaben sind, weiß auch Hotelier Helmut Schweimler vom "Vier Jahreszeiten". Er zeigt den Kindern gleich am ersten Abend bei einen Knigge-Kurs, wie sich die Kleinen im Hotel benehmen sollen. Außerdem dürfen sich die Kinder alleine einmal eine Stunde am Tag im Hotelschwimmbad richtig austoben. Ein anderer Hotelier hat für die Kleinen eine eigene Speisenkarte parat und ein Teil des Restaurants für Eltern mit Kindern abgetrennt. Dinge, die für die Jury ziemlich wichtig sind. Ein anderes Thema für die Juryentscheidung sind Sicherheit, Kleinkindausstattung und besondere Serviceangebote. In den Restaurants sollten Hochstühle oder Flaschenwärmer vorhanden sein. Genauso müssen drei alkoholfreie Getränke günstiger sein als das billigste Alkoholgetränk. Schon im Vorfeld führt die Jury sogenannte Mysteryanfragen durch und prüft Printpräsentationen sowie die Homepages der Teilnehmer. Spätestens im September erfahren die Gemeinden, ob sie bis 2021 wieder zu den familienfreundlichen Tourismusorten gehören.