Ein Bräunlinger Venedig: Die Breg und der Brändbach sind am vergangenen Freitag über die Ufer getreten. Grund hierfür war die Brändbachsperre in Unterbränd. Denn die automatisierte Schleuse der Sperre öffnete sich und ließ somit Wassermassen aus dem Kirnbergsee abströmen. Durch diese Wassermassen erhöhte sich der Pegel des Baches, welcher auch über die Ufer des Landschaftsschutzgebiets getreten war.

Die Natur des Landschaftsschutzgebiets um den Kirnbergsee war überflutet.
Die Natur des Landschaftsschutzgebiets um den Kirnbergsee war überflutet. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Unterbränd

Den Betreibern zufolge handelte es sich um einen technischen Defekt. Dieser sei nach Wartungsarbeiten am Sensor aufgekommen. Aber genauere Angaben zu den Ursachen des Vorfalls kann die Stadtverwaltung Bräunlingen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.

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Sobald ein gewisser Pegel überschritten sei, würde ein automatischer Pegelalarm einen direkten Notruf an die Leitstelle der Feuerwehr im Schwarzwald-Baar-Kreis senden, erklärt Michael Becker von der Freiwilligen Feuerwehr Unterbränd. Die Leitstelle koordiniere das weitere Vorgehen: „Um etwa Viertel nach Fünf erreichte mich der Notruf der Leitstelle. 20 Einsatzkräfte mit zwei Feuerwehrautos machten sich direkt auf den Weg an die Talsperre nach Unterbränd„, erzählt Unterbränds Abteilungskommandant Becker.

Es blieb bei Überschwemmungen

„Glücklicherweise war der Sensor nach gut einer Viertelstunde repariert und die automatisierte Schleuse konnte geschlossen werden.“ Deshalb, so Becker, sei auch nicht wirklich viel passiert. Die Überschwemmungen seien die einzige Folge gewesen.

Michael Becker, Feuerwehr-Abteilungskommandant von Unterbränd
Michael Becker, Feuerwehr-Abteilungskommandant von Unterbränd | Bild: Simon, Guy

Ungewöhnlich ist es laut Becker, dass es keinen ersichtlichen Grund für den technischen Defekt gab: „Nach elf Jahren bei der Feuerwehr ist mir so etwas Erstaunliches noch nie passiert.“ Die Staumauer sei bereits mehrmals saniert worden – wie beispielsweise im Jahr 2000, als erste abgedichtete Staumauer Deutschlands mit einer Kunststoff-Dichtungsbahn. Abgesehen davon stand das Wasserwerk an der Brändbachsperre auch oftmals in der Kritik, denn die Erhaltungskosten der Staumauer und des Werkes sind – laut Jahresbericht der Stadt Bräunlingen 2019 – deutlich höher als der Ertrag.

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Hauptamtsleiter Jürgen Bertsche erklärt allerdings, dass der technische Defekt zu keiner Zeit eine Gefahr darstelle. Denn der Pegelalarm sei eine Messeinrichtung, um die Stadt vor Hochwasser zu schützen. Falls das Hochwasserbecken, der Kirnbergsee, zehn Zentimeter an Wasserpegel zunehme, würde nach einem Alarmplan die Feuerwehr und das Rathaus alarmiert werden. „Es hat ja nicht sonderlich viel geregnet, da war der Stadt schnell klar, dass es sich um einen technischen Defekt handeln muss.“ Der Stauwärter habe dann die Klappe geöffnet und somit ein Ablaufen des Wassers ermöglicht. Dadurch wurde der automatische Pegelalarm wieder abgestellt.

Bild: Freiwillige Feuerwehr Unterbränd

Nicht zuletzt wunderten sich viele Bürger über den erhöhten Wasserstand – auch wenn der Pegel keinesfalls mit dem Jahrhunderthochwasser vor 30 Jahren zu vergleichen war.

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