Nicht wie üblich in der Cafeteria des Seniorenzentrums, sondern im Ratssaal fand die 47. Verbandsversammlung des Seniorenzentrums Bräunlingen statt. Und die stand ganz im Zeichen von Corona. Erste Maßnahmen habe man Ende Februar ergriffen, berichtete Bürgermeister Micha Bächle, nun sei er froh, dass „unser Seniorenzentrum verschont geblieben ist.“ Gleichzeitig warnte er, wachsam zu sein, die Gefahr sei noch nicht gebannt.

„Die Krise hat uns mitgerissen“

Bianca Braunersreuther, Leiterin des Seniorenzentrums, gab den Anwesenden Einblicke in eine Zeit mit Betretungs- und Besuchsverbot, die für die 28 Bewohner ganz schrecklich gewesen sei: „Die Krise hat uns mitgerissen“. Vor allem Senioren und Seniorinnen mit beginnender Demenz hätten unter der Trennung von ihren Angehörigen gelitten.

Andererseits habe man mit Angehörigen zu kämpfen gehabt, die das Besuchsverbot einfach ignoriert und sich Zugang verschafft hätten, zum Teil ohne Maske. Als dann zwei Besucher zugelassen waren, war es immer noch sehr schwierig. Denn wer darf kommen und wer nicht? Es gab einen Bewohner, der im Krankenhaus war und dann zwei Wochen in Quarantäne musste. Das hieß vier Wochen Einsamkeit.

Pflege mit Mundschutz ist anstrengend

Toll sei hingegen der Zusammenhalt im Team gewesen. Denn man habe ja nicht gewusst, was kommt. Am Anfang habe man keine Masken gehabt, doch die Mitarbeiter seien dank der Hilfe von außen schnell ausgerüstet worden. Die Pflege mit Mundschutz bei manchmal 30 Grad sei sehr anstrengend.

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Die Cafeteria ist noch geschlossen, weil hier zu viele Leute von außen kommen. Insgesamt sei das Seniorenzentrum gut durch die vergangenen Monate gekommen, freute sich Bianca Braunersreuther. Ulrich Mehnert vom Förderverein Seniorenzentrum erklärte, der Verein habe im Hintergrund weitergearbeitet, doch alle Veranstaltungen zur Unterhaltung der Senioren mussten abgesagt werden.

Jahresabschluss verabschiedet

Einstimmig stimmte die Verbandsversammlung dem Jahresabschluss zu, der von Anita Durler erstmals mit doppischen Rechnungswesen erstellt wurde. Den ausgewiesenen Jahresverlust von 26.337,94 Euro gleicht die Stadt Bräunlingen aus. Im Seniorenzentrum leben 22 Frauen (Durchschnittsalter: 87,16 Jahre) und sechs Männer (Durchschnittsalter: 86,33 Jahre).

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