Schon zum inzwischen vierten Mal fährt in der nächsten Woche ein Lastwagen nach Ghana. Beladen ist er mit ungefähr 400 Gebrauchtfahrräder, die zum Teil in Bräunlingen repariert wurden. Gleichwohl war das Einladen am Freitagnachmittag keineswegs Routine. Denn royaler Glanz wertete das Verladen der in Ghana wichtigen Wirtschaftsgüter auf.

In den Overall geschlupft

Kräftig mit angepackt hat Céphas Bansah. Er fungiert in seiner Heimat als König für seine Landsleute, die in Togo und Ghana leben. Wie ein König sah er nicht aus. In seinem Overall und mit einem kernigen „Jetzt wird gearbeitet“ wirkte er eher wie ein Automechaniker.

Annähernd 400 Fahrräder werden am Freitag in den Lastwagen geladen.
Annähernd 400 Fahrräder werden am Freitag in den Lastwagen geladen. | Bild: Dagobert Maier

Dieser Eindruck war nicht falsch. Denn Bansah lebt schon etliche Jahre in Deutschland. Er betreibt in Ludwigshafen am Rhein eine eigene Werkstatt im Autobereich und hat schon 18 Auszubildende zum Gesellenbrief geführt.

König baut Brunnen

Seinem Heimatland ist er nicht nur repräsentativ, sondern auch ganz praktisch verbunden. Inzwischen hat er in Ghana bereits 28 Brunnen gebohrt, da dort die Wasserknappheit immer stärker zunimmt.

Martina Braun (von links), König Céphas Bansah, Derya Türk Nachbaur und Bürgermeister Micha Bächle freuen sich über den erneuten ...
Martina Braun (von links), König Céphas Bansah, Derya Türk Nachbaur und Bürgermeister Micha Bächle freuen sich über den erneuten Fahradtransport nach Ghana | Bild: Dagobert Maier

Bevor er bei den Drahteseln zupackte, trug der König, der für etwa eine Million Untertanen eine repräsentative Funktion hat, allerdings Krone, Schmuck und Festgewand.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Hauptorganisatoren der Fahrradtransporte sind Ewald Baumann und Thomas Ackermann, denen es um praktische Entwicklungshilfe geht. Die Fahrräder stellten für sein Land wichtige Entwicklungsbausteine dar, so Bansah. Das Fahrrad bedeute in Afrika ein Stück Freiheit, den Weg zur Bildung, ein einfacherer Weg zu Wasserstellen.

Das ganze Lagerhaus an der Kirchstraße ist voll mit gebrauchten Fahrrädern.
Das ganze Lagerhaus an der Kirchstraße ist voll mit gebrauchten Fahrrädern. | Bild: Dagobert Kohlmeyer