Im Schwarzwald-Baar-Kreis sammelt die Initiative gebrauchte Fahrräder und verschifft diese (seit rund 20 Jahren) nach Afrika. Nach einem Hilferuf an alle Bürgermeister, als die Räumung in Schwenningen bevorstand und kein Ausweichquartier vorhanden war, erfolgte die Nachricht, dass es in Bräunlingen eine Übergangsmöglichkeit bis kommenden April gebe.

Die Bäckerei Schmid und die Stadt Bräunlingen haben Ende 2019 an der Dögginger Straße ein großes landwirtschaftliches Gebäude erworben, das auf seinen Abriss wartet, um neue Entwicklungsmöglichkeiten am Stadteingang zu eröffnen. Familie Schmid und Bürgermeister Micha Bächle boten der Initiative an, bis im April kommenden Jahres ihre Fahrräder unentgeltlich an der Dögginger Straße einzuladen. Anfang August zog Baumann mit der Initiative nach Bräunlingen um, in Schwenningen war schon ein Seecontainer zur Abreise vorgesehen, musste nun aber umgezogen werden. Im Gebäude befinden sich daher schon mehrere hundert Fahrräder.

Die nächste Seefracht wird bereits organisiert

Bürger aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis können nun immer samstags zwischen 14-17 Uhr gebrauchte Fahrräder dort anliefern, die dann repariert und nach Afrika geschickt werden. Mit Thomas Ackermann hat Baumann bereits einen Unterstützer aus Oberbränd gefunden. Die Initiatoren werden die Fahrräder annehmen und freuen sich auch auf weitere Unterstützer. Baumann ist gerade dabei, die nächste Seefracht nach Afrika zu organisieren. Neben den gebrauchten Fahrrädern werden auch Fahrräder zum Ausschlachten, Zubehör, Rollstühle, Gehhilfen, Reparaturwerkzeug auch sowie englisch- und französischsprachige Literatur und GEO Magazine und National Geographic-Hefte auf Deutsch speziell für Schulen in Afrika angenommen.

In Afrika werden die Fahrräder vielseitig verwendet in der Landwirtschaft, im Krankentransport oder für den Schulweg. Baumann hat die Initiative „Fahrräder für Afrika“ vor rund 20 Jahren in Stuttgart gegründet, seit 2015 war diese im Schwarzwald-Baar-Kreis. Von Villingen-Schwenningen aus erfolgte die Versendung von bisher insgesamt zwölf Hochseecontainern nach Eritrea, Tansania, Burundi und Ghana, insbesondere mit Fahrrädern (Ersatzteile), aber auch Werkzeugen, Maschinen (Holz/Metall), Nähmaschinen und Nebelnetzen zur Trinkwassergewinnung. Das Motto lautet: Hilfe zur Selbsthilfe.

Staatliche Finanzierung der Transportkosten

Die Transportkosten werden von Engagement Global, einem Ableger des Bundeministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, finanziert, darüber hinaus hat sich die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg zu 25 Prozent an den Transportkosten nach Burundi beteiligt. „Gerne unterstützen wir das Projekt, damit alte Fahrräder bei uns in Afrika eine neue Verwendung finden“, so Sarah Schmid von der Bäckerei Schmid und Bürgermeister Micha Bächle. Die Stadt wird auch die Fundfahrräder zur Verfügung stellen.

Während der Annahmezeiten kann man sich auch vor Ort über das Projekt und die vielfältige Verwendung der Fahrräder informieren. Für Rückfragen steht Ewald Baumann unter Telefon (0151) 15 29 24 07 bereit. Auch projektbezogene Spenden für das Afrika-Fahrrad-Projekt sind möglich.

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