Da werden die Kinder aber Augen machen: Wenn heute der städtische Kindergarten wieder in den reduzierten Regelbetrieb geht, hat sich einiges verändert. Vieles ist corona-bedingt, doch einiges wird auch für Freude sorgen und den Kindergarten die nächsten Jahre schmücken. Denn in der Corona-Zeit waren die Leiterin Veronika Schweizer und ihr Team fleißig. Nicht nur die Notbetreuung haben sie gestemmt und sich auf die besondere Situation eingestellt und beinahe täglich neue Verordnungen umgesetzt. Sie haben auch gemalt, gewerkelt und gehämmert.

Ein letzter Pinselstrich: Heike Zandona komplettiert das Werk.
Ein letzter Pinselstrich: Heike Zandona komplettiert das Werk. | Bild: Jakober, Stephanie

Am deutlichsten wird das gleich an der Fassade. Sie ist nun nicht mehr einfach nur weiß. Dort wo im Außenbereich die Kinder gerne auf einem Schiff spielen, sind jetzt Möwen, Wellen und ein fünf Meter hoher Leuchtturm zu entdecken. Im Dinosaurierbereich wachsen Blumen an der Wand und dort, wo auf Holzstangen balanciert wird, gibt es Häuser und Blumen. „Wir hatten das ja schon lange vor, aber wir hatten nie Zeit dazu“, sagt Schweizer. Und so haben Irena Rütschle, Carina Ketterer, Julia Obrowski und Helga Zandano in den vergangenen Wochen eifrig den Pinsel geschwungen.

„Jeder war in irgendeiner Form tätig.“
Veronika Schweizer

Doch auch die anderen Erzieherinnen waren neben der Kinderbetreuung im Einsatz: Möbel wurden abgeschliffen und neu lackiert, ein Traumgarten wurden gebastelt, eine Kräuterküche gebaut, Kissenbezüge und Vorhänge genäht. „Jeder war in irgendeiner Form tätig“, erklärt die Kindergartenleiterin.

Ralf Hildebrandt und Silvio Horn bereiten den Außenbereich vor.
Ralf Hildebrandt und Silvio Horn bereiten den Außenbereich vor. | Bild: Jakober, Stephanie

Und auch für sie gibt es gerade einiges zu tun. Nachdem das Land nicht nur entschieden hat, dass die Kindergärten und Kindertagesstätten wieder einen reduzierten Regelbetrieb aufnehmen können, sondern auch dann noch irgendwann mitgeteilt hat, wie das genau ablaufen soll, ging es dann vergangene Woche endlich auch ans Organisieren vor Ort. Und nachdem seit vergangenen Freitag die Anmeldungen vorliegen, gibt es seit Montagmorgen auch eine Gruppeneinteilung. Das war die Wochenendaufgabe von Veronika Schweizer.

Denn ganz so einfach ist das dann auch nicht

Es wird sechs Gruppen mit jeweils zehn Kindern geben. Für jede Gruppe sind drei Erzieherinnen verantwortlich. Doch wie teilt man die Kinder dann ein? „Wir bieten wieder alle Betreuungsangebote an“, sagt die Leiterin. Doch es muss bei der Einteilung berücksichtigt werden, wie lange die Kinder da sind. Nicht dass dann nachher eines erst um 17 Uhr abgeholt wird, der Rest der Gruppe aber schon um 15 Uhr. Das wäre für das eine Kind sicher kein Vergnügen, denn in eine andere Gruppe darf es nicht. Auch nicht ideal: Eine Gruppe mit neun Jungen und einem Mädchen. „Es war wie ein gordischer Knoten“, erklärt Schweizer.

Die Geduld ist langsam erschöpft

Derweil stellt der Bauhof im Außenbereich gerade Gitte auf. Eigentlich sind die ja für den Marathon, nun sollen sie die einzelnen Gruppen voneinander trennen, dazwischen ein Niemandsland, damit sich die Kinder ja nicht berühren. Es ist ein bisschen wie an der Grenze zur Schweiz. Und das ist das Stichwort für die Leiterin: „Wir haben ja am Anfang alles mitgetragen, aber so langsam wäre es schon schön, wenn wieder alle Kinder kommen dürfen.“ So eben wie in der Schweiz, wo das seit 11. Mai der Fall ist.

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