Dass beim Brandschutz im Rathaus gehandelt werden muss, steht für Bräunlingens Stadtbaumeister Volker Dengler außer Frage. Thematisiert wurde das auch schon Ende des vergangenen Jahres im Gemeinderat. „Wir brauchen dringend ein Konzept. Schon beim Reingehen sind Mängel erkennbar“, sagte Dengler im Dezember.

Zwar kam vonseiten der Räte keine Ablehnung, doch zumindest beim Zeitplan des Tätigwerdens konnte man Differenzen feststellen. So fragte die Gruppe 84, ob das denn direkt im mittlerweile laufenden Jahr 2021 sein muss. Und CDU-Fraktionssprecher Michael Gut merkte an: „Ohne Frage ist Brandschutz wichtig, schließlich müssen alle Mitarbeiter und die Besucher geschützt werden. Aber macht es Sinn, das auf die Schnelle umzusetzen, wenn danach ohnehin ein Sanierungsplan für das gesamte Rathaus kommt?“ Vielmehr können Brandschutz und Sanierung nur Hand in Hand gehen und müssen nahtlos übergehen, lautete seine Einschätzung. Dem entgegnete Volker Dengler: „Wir haben hier Gefahr im Verzug und müssen im Brandfall die Sicherheit gewährleisten.“ Ausschließlich das Rathaus als Gesamtkonstrukt zu betrachten, das sei falsch.

Gutachten soll Aufschluss bringen

Nun drängt sich für den außenstehenden Bürger die Frage auf, wie dringlich der Handlungsbedarf beim Brandschutz im Rathaus tatsächlich ist. Die Verwaltung wolle den Brandschutzsachverständigen erst mal sein Gutachten machen lassen, sagt Dengler jetzt auf SÜDKURIER-Nachfrage. Danach habe man eine fundierte Aussage, an der man das weitere Vorgehen ausrichten könne. „Brandschutz ist ein sensibles Thema und es gibt verschiedene Kompensierungsmaßnahmen“, schildert der Stadtbaumeister. Gut sei jedenfalls, dass der Handlungsbedarf erkannt worden sei. Dies sei der Grundbaustein dafür, um nun geeignete Lösungen zu finden.

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Für Pessimisten gibt er indes Entwarnung: Zwar sei es wichtig, den Brandschutz neu zu denken und in diesem Bereich tätig zu werden. Aber ganz so drastisch sei die Lage dann doch nicht. „Wir müssen etwas machen, bevor ein massives Problem entsteht. Und deshalb frühzeitig vorausdenken und das Rad ins Rollen bringen“, so Dengler. Denn lägen erst einmal massive Mängel vor, dann müsse sofort gehandelt werden. Derzeit komme jeder an eine bereits installierte Fluchttreppe heran; alles sei im Ernstfall zusammen mit der Feuerwehr lösbar. „Ein massives Problem sehe ich nicht. Anders wäre das natürlich in einer Schule, wo noch viel mehr Personen unterwegs sind.“

Konkretes muss erarbeitet werden

Details, wie der Brandschutz im Inneren des Rathauses zukünftig aussieht, könne Bräunlingens Stadtbaumeister bis dato nicht nennen. Das Gutachten müsse zeigen, wie die vorhandenen Mängel am besten und am nachhaltigsten beseitigt werden können. Generell sei es so, dass eine Brandmeldeanlage womöglich andere, damit zusammenhängende Mängel kompensieren könne. Aber im konkreten Fall des Rathauses seien solche Aussagen zumindest nach jetzigem Stand spekulativ.

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Das Gutachten muss laut Volker Dengler in Gemeinschaftsarbeit erstellt werden. „Nächstes Jahr müssen wir im Haushalt sicherlich Gelder für diese Maßnahme bereitstellen“, so der Stadtbaumeister. Frühzeitige Planung sei beispielsweise auch deshalb wichtig, da Genehmigungen für etwaige Bauwerke erfahrungsgemäß dauern. Von zentraler Wichtigkeit sei, wo die Brandabschnitte sind und wie man diese löse.

Ebenfalls mitgedacht werden müsse, dass Bräunlingen keine Drehleiter habe. „Sind vielleicht auch Brandschutztüren nötig? Der Hauptmangel ist das offene Treppenhaus. Dieses müssen wir von den Fluren abschotten“, erklärt Dengler. Im Notfall sei nicht der Brand, sondern der Rauch das große Problem.