Die Corona-Krise hat die Vereine hart getroffen: Das Vereinsleben ist weitgehend zum Erliegen gekommen, Feste und Veranstaltungen, die eine wichtige Einnahmequelle darstellen, können nicht stattfinden. Deshalb wurde auf Anregung von Bürgermeister Micha Bächle ein Hilfsfond eingerichtet, dessen Gelder den Vereinen nun zur Verfügung stehen.

Corona reißt Loch in die Kassen

„Eigentlich hätten wir heute mit den Aufbauarbeiten für unser Sportfest am Wochenende begonnen“, sagt Simon Hutmacher vom SV Döggingen. Doch durch die Corona-Pandemie ist alles anders gekommen. Zahlreiche Veranstaltungen mussten abgesagt werden, was nicht nur dem Vereinsleben schwer zusetzt, sondern vor allem ein großes Loch in die Kassen reißt: „Uns sind im Prinzip alle Einnahmen weggebrochen, während viele Fixkosten weiterlaufen“, erklärt Christian Rieple vom Musikverein Döggingen.

Waldfest und Konzert mussten abgesagt werden und ob an Weihnachten ein Theaterstück aufgeführt werden kann, steht noch in den Sternen. Umso mehr freuen sich die sieben Bräunlinger Vereine über insgesamt 12.500 Euro, die nun aus dem Hilfsfond in die Vereinskassen fließen, und diesen ein wenig Erleichterung bringen.

Sportvereine haben hohe laufende Ausgaben

Besonders hoch seien die Zuschüsse für den SV Döggingen und den FC Bräunlingen ausgefallen, so Bürgermeister Bächle, „weil sie die höchsten laufenden Ausgaben haben“. Nicht nur müssen die Anlagen in Schuss gehalten, der Rasen gemäht und Trikots bezahlt werden.

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Mit der langsamen Wiederaufnahme des Spielbetriebs werden zugleich auch Personalkosten für die aktiven Trainer fällig, so Simon Hutmacher: „Sportvereine schaffen es einfach nicht mehr, diese Leute ehrenamtlich zu halten. Unsere Jugendmannschaften werden zwar noch im Ehrenamt betreut, aber die aktiven Trainer muss man bezahlen.“ 3095 Euro hat der Verein zur Unterstützung erhalten.

Christian Rieple (23, links) vom Musikverein Döggingen und Patrick Gemeinder (31) vom FC Bräunlingen freuen sich über die finanzielle Unterstützung ihrer Vereine.
Christian Rieple (23, links) vom Musikverein Döggingen und Patrick Gemeinder (31) vom FC Bräunlingen freuen sich über die finanzielle Unterstützung ihrer Vereine. | Bild: Ann-Kathrin Moritz

Vor ähnlichen Herausforderungen steht der FC Bräunlingen, der zugleich einen Kredit abzahlen muss. Er erhält 3095 Euro. Um das Training für maximal 20 Personen und den anlaufenden Spielbetrieb bewerkstelligen zu können, sehen sich die Verantwortlichen außerdem mit einem Berg administrativer Aufgaben konfrontiert: „Wenn der Verein für die ganze Arbeit jemanden einstellen müsste, könnte er dichtmachen“, erklärt der Vorsitzende Patrick Gemeinder.

Geld für den Dirigenten

Mit 1500 Euro fällt die Hilfszahlung beim Männergesangsverein Bräunlingen zwar etwas geringer aus, doch „die Freude ist bei uns groß“, meint Bernhard Hauser. Mit dem Geld will er den Dirigenten bezahlen. Normalerweise hätte der Verein einen Großteil seiner Ausgaben durch Bewirtungsaufträge gedeckt. „Ohne sie sind unsere Rücklagen schnell aufgebraucht“, sagt der 65-Jährige.

Bernhard Hauser vom Männergesangsverein Bräunlingen will mit den 1500 Euro den Dirigenten bezahlen.
Bernhard Hauser vom Männergesangsverein Bräunlingen will mit den 1500 Euro den Dirigenten bezahlen. | Bild: Ann-Kathrin Moritz

Gleichzeitig fehlt das Beisammensein: „Die meisten Mitglieder sind über 70 Jahre alt. Für manche ist es die einzige Möglichkeit, unter Leute zu kommen.“ Hauser will die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Mitglieder noch diesen Sommer gemeinsam proben können – im Freien und mit Abstand. Dafür will er ein E-Piano anschaffen. Nicht mit dem Geld des Fonds, sondern aus eigener Tasche.