Mit einem Weltstar wie dem Sänger James Blunt auf Europatournee zu gehen und als Profidrummer mit Emily Roberts in der Vorgruppe mitzuspielen, das war ein Traum, der für den Bräunlinger Profimusiker Steffen Haussteiner Anfang März dieses Jahres eine tollen Beginn hatte. Doch nach sechs Konzerten, darunter in Berlin und Leipzig, musste die Tournee zum Bedauern der gesamten Musikszene um James Blunt wegen der Corona-Krise abgebrochen werden. So fielen Konzerte unter anderem in Frankfurt, München, Stuttgart und Nürnberg den Corona-Beschränkungen zum Opfer. Unser Mitarbeiter Dagobert Maier hat mit dem Bräunlinger Musiker über den Verlauf und die Tourneeabsage gesprochen.

„Konzerte in Amsterdam, Prag, Luxemburg und Polen haben wir vor vollen Häuser gespielt. Diese Konzerte wurden planmäßig über die Bühne gebracht und wurden zu einem schönen, überwältigenden Erfolg. Doch dann ging alles sehr schnell bis zur Absage“, erzählt Steffen Haussteiner. Das letzte Konzert vor der Coronakrise fand in Leipzig am 10. März statt. Der darauf folgende Termin in Hannover am 12. März wurde wegen der ständig steigenden Infektionszahlen kurzfristig abgesagt.

„Schon zu Beginn der ganzen internationalen Tournee und fast täglich immer mehr, wurden wir von unserer Agentur und vom Management darauf hingewiesen, dass wegen der Corona-Pandemie ein Abbruch der Serie durchaus möglich sein könnte und immer wahrscheinlicher werde. Doch die Musiker und auch die Produktion wussten nicht genau wie es weitergeht. Natürlich war uns klar und wir sahen auch die Geschehnisse in den europäischen Ländern, dass ein Abbruch durchaus möglich, ja sogar bald kommen würde. Und wir selbst haben es auch gemerkt, dass sich die Lage zuspitzt und wir unseren Tourneeplan nicht wie gewünscht durchziehen können“, erinnert sich Steffen Haussteiner.

Konzerte sollen nachgeholt werden

So war es dann auch, denn am 12. März vor dem Hannover-Konzert wurde die Tournee abgebrochen. James Blunt hat danach noch ein Konzert in Hamburg gespielt, welches gestreamt wurde und ohne Zuschauer stattfand. „James Blunt und seine Musiker flogen zurück nach England und auch die Gruppe um Emily Roberts mit Steffen Haussteiner ging nach der Absage nach Berlin zurück.

Die Planung der Agenturen sieht eine Nachholung der ausgefallenen Konzerte vor. Jedoch immer mit der Einschränkung, dass diese an den neu festgelegten Terminen möglich sei und nicht wieder eine neue Corona-Welle einen Strich durch die Überlegungen macht. Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Wer an dem neuen Termin nicht kann, der bekommt das Eintrittsgeld zurück.

Und noch einmal Steffen Haussteiner am Schlagzeug. In der Zwangspause wegen der Corona-Krise schreibt der Profimusiker Stücke für andere Gruppen.
Und noch einmal Steffen Haussteiner am Schlagzeug. In der Zwangspause wegen der Corona-Krise schreibt der Profimusiker Stücke für andere Gruppen. | Bild: Jennifer Pflug

Zwar würde der finanzielle Verlust der Konzertreihe bei einer Neuauflage der Auftritte etwas gemildert, doch andere Termine würden dann wegfallen, sodass letztlich auch bei der Produktion ein nicht unerheblicher Einnahmeausfall kommen würde. Ohne Zweifel haben die Veranstalter und auch die Agenturen aktuell hohe Verluste, denn wie auch in anderen Branchen gibt es derzeit keine oder nur geringe Einnahmen und Ausgleiche.

„Unsere Konzerte waren bis zum Abbruch megaschön und liefen in einem sehr angenehmen sowie familiären Rahmen ab, auch mit James Blunt selbst und seiner Crew. Es herrschte eine tolle Stimmung an den Konzertorten, wenn bis zu 15 000 Fans in der Halle begeistert mit dabei sind und bei den meisten Liedern mitsingen“, so Haussteiner

Vorgruppe spielt eine halbe Stunde

„Wir als Vorgruppe mit Emily Roberts spielten ungefähr eine halbe Stunde, bevor dann James Blunt mit seinen Musikern das musikalische Geschehen auf der Bühne für rund zwei Stunden übernahm“, erläutert der Bräunlinger den Ablauf der Abende und gibt einen Einblick in die Stimmung unter den Musikern: „Der Kontakt mit James Blunt und vor allem mit seinen Musikern war während der Konzerte und auch drum herum sehr cool, entspannt und locker.“ Auch habe man schnell gesehen und deutlich gemerkt, dass die Begleitband und Blunt selbst „ganz normale Leute“ sind, mit denen man sich gut unterhalten sowie zusammenarbeiten könne und die auch für einen Spaß zu haben sind.

„Zurzeit bin ich dabei als Songwriter Lieder mit Text für andere Gruppen zu schreiben, was meinen aktuellen Tagesablauf sehr ausfüllt. Ich schreibe Texte und mache die Musik dazu. Mit meinem Schlagzeug spiele ich derzeit weniger.“ In seiner Gruppe stehe die Vorsicht, nicht krank zu werden, im Vordergrund und habe einen hohen Stellenwert, worauf sehr geachtet werde, betonte Haussteiner.

Positive Bilanz bis zum Abbruch

Grundsätzlich könne er für das musikalische Geschehen bis zum Abbruch der Konzertreihe zusammenfassen, dass er mit den stattgefundenen Konzerten mit James Blunt sehr zufrieden war. Er lobte die Stimmung in den Hallen und natürlich habe er den Abbruch der hervorragend begonnen Konzertreihe sehr bedauert. Doch wie auch in vielen anderen Berufen müsse man damit zurechtkommen.