Sattlermeister Stefan Mantel hat sein Geschäftsschaufenster in der Blaumeerstraße 25 von Wolfgang Kropfreiter zu einem Bräunlinger Fasnetmuseum im Kleinformat umwandeln lassen. Die Bräunlinger Fasnet ist mit all ihren prägenden Figuren, Schnitzereien, Bildern sowie viel Literatur zu sehen. Nicht nur Einheimische haben den aussagekräftigen Bräunlinger Fasnetüberblick bisher gelobt.

Närrische Stimmung in Pandemiezeiten

Da die närrischen Tage und auch das öffentliche Fasnetgeschehen mit Zunftball, Schauspielfasnet und das Hexentreiben in Bräunlingen dieses Jahr ausfallen müssen, bietet das Schaufenster eine gute Gelegenheit, trotz Corona eine närrische Stimmung zu erzeugen.

Fast alle historischen Figuren, darunter die Urhexen, ein Hansel, der Blumennarr, der Stadtbock, die Stadtwehr, der Narrenrat und auch Baron Münchhausen von einer früheren Schauspielfasnet, sind zu sehen. Wie kunstvoll die Holzschnitzereien Bräunlinger Fasnetmotive gefertigt wurden, kann der Betrachter gut nachfühlen.

Verschiedene Urkunden und Medaillen von Narrenauszeichnungen, das Schild der Narrenzunft sowie eine kunstvoll gefertigte Zeichnung des Mühlentores mit Stadtmauer vervollständigen eine Ausstellung, die in dieser Vielfalt außerhalb des Narrenmuseum selten zu sehen ist.

Leihgabe des Narrenmuseums

Alle Utensilien stammen aus dem Narrenmuseum, das aktuell saniert wird, und wurden von der Narrenzunft Eintracht Bräunlingen ausgeliehen. Die Sanierung des Innenbereichs befindet sich derzeit auf der Zielgeraden. Die Sanierungen im Außenbereich, dazu zählen das Dach und die Gebäudehülle, müssen noch von der Stadt Bräunlingen angegangen werden.

Der Macher des Riemengeschells

Sattlermeister Stefan Mantel schneidet übrigens seit vielen Jahren aus einer Haut aus gegerbtem Leder das „Riemengeschell“ für die Hansel. Er nimmt diese Riemen doppelt und näht die Schnalle ein. Die aus Bronze gegossenen Glocken werden mit Splinten gefestigt und die Polsterung mit Leder zugenäht.